Longfire – ein Feuer für die Nacht

In diesem Artikel möchte ich gerne das Longfire oder Langfeuer vorstellen. Es dient hauptsächlich dem Zweck, möglichst lange zu brennen und einen die Nacht hindurch zu wärmen. Es ist also ein typisches Winterfeuer, vor allem, wenn man nur mit einer Decke bewaffnet draußen schlafen möchte.

Ganz wichtig ist, das geht aber aus den Bilden schon hervor, die Ausrüstung sollte nicht leicht brennbar sein oder schnell verschmoren können. Ein Schlafsack ist beispielsweise denkbar ungeeignet für dieses Feuer, denn man legt sich in die Nähe des Feuers, welches etwa halb so lang ist wie man selbst! Es kann also durchaus vorkommen, dass man vom Funkenflug getroffen wird und diese Funken sorgen sofort für Löcher im Schlafsack. Also entweder benutzt man eine gute Wolldecke oder aber man hat einen robusten Überzug für den Schlafsack, um diesen zu schützen. Selbiges gilt für das Tarp sofern man eines verwendet.

Wie gut dieses Feuer funktioniert hängt allerdings von dem zur Verfügung stehenden Material ab. Das meiste Nadelgehölz brennt einfach fürchterlich schnell nieder und so hat man leider nicht ganz so lange was davon, Hartholz ist da von ganz anderer Qualität und brennt nicht nur heißer, sondern auch länger!

Problem an dem Feuer, man braucht viel Holz!

Longfire 1 (Medium)

Longfire 2 (Medium)

Wie man an den Bildern schon sieht, bedarf dieses Feuer einiges an Vorbereitung und eine Axt ist hier wirklich von Vorteil. Die Hultafors Axt die auch auf dem Bild zu sehen ist, kann ich wirklich empfehlen. Recht preiswert, ein geschmiedeter Kopf und so scharf, dass ich damit schnitzen kann!

Die beiden äußeren Stämme des Feuers sind in etwa Hüfthoch (und sollten das auch mindestens sein), vielleicht etwas mehr. Zwischen den beiden Stämmen kommt der Zunder ganz normal nach unten, Reisig oben drauf. Schon vorher sollte man sich natürlich alles weitere Holz zurechtlegen und vorbereiten, das macht es einem natürlich bedeutend leichter.

Longfire 3 (Medium)

Die langen Stämme rechts und links sind das zu dem Zeitpunkt noch entstehende Trapperbett (Artikel dazu folgt) und sind kein Brennstoff, alles andere hingegen schon. Wir hatten hier Glück, dass einiges totes Hartholz zu finden war, was eine Weile gut brannte, insgesamt hätten wir aber noch mehr gebrauchen können.

Longfire 4 (Medium)

Hier sieht man schon ein wenig besser den Aufbau. Wir haben jeweils unsere BW Zeltbahn genutzt, die nicht nur ggf. vor Regen schützt, sondern hier auch als Wärmefang dient. Man könnte noch etwas näher an das Feuer gehen, aber viel Näher sollte es nicht sein, die Abstrahlhitze reicht vollkommen aus. Wenn es tatsächlich geregnet hätte oder Regen angesagt worden wäre, hätte man noch ein Tarp über das Feuer spannen müssen. Dabei sollte man darauf achten ein robustes Tarp zu nehmen und keines, dass aus High Tech Plastik besteht, denn auch hier besteht wieder die Gefahr von bösem Lochfraß 😉 Ich bin sowieso ein Freund einer ganz normalen Baumkartplane oder einer Version in Tarnfarben, wenn man etwas versteckter bleiben möchte. Hier passiert so schnell nichts und wenn in diese Plane Brandlöcher kommen, hat man sie viel zu tief aufgehängt!

Longfire 6 (Medium)

Hier das Ganze in Aktion. Wie man deutlich sieht handelt es sich hier wirklich um ein großes Feuer. Man kann die äußeren Stämme an einer Seite etwas näher zusammen stellen, um eine V Form zu bekommen. So kann man zum einen den Wind nutzen, da dieser in die offene Seite blasen sollte, zum Anderen kann man die Spitze nutzen, um darauf einen Topf zum kochen zu stellen. Man kann sich auch ein Dreibein bauen, oder aber von den Seiten einen Spieß hinüber führen. Bei Interesse mache ich dazu nochmal einen eigenen Artikel. Es lässt sich jedenfalls ganz gut mit dem Feuer kochen, wobei es natürlich kein Kochfeuer ist und einen anderen Zweck erfüllt.

Nach und nach wirft man jetzt die größeren Stücke hinein, bis das Feuer soweit ist, dass man die ganz großen Brocken hineinwerfen kann. Wir wollen schließlich, das unser Feuer lange brennt und wir eine heiße Glut bekommen, denn die Glut ist es, die am längsten wärmt. Auf dem nächsten Bild ist ein schönes Glutbett zu sehen.

Longfire 7 (Medium)

Wenn das Feuer erst soweit ist, kann schon nichts mehr schiefgehen. Das Longfire ist grundsätzlich sehr einfach, aber es bedarf reichlich Materials und daher Vorbereitung. Man sollte also nur dann ein solches Feuer machen, wenn man es wirklich braucht und nicht, um einfach mal ein großes Feuer zu machen! Das wäre Verschwendung und daher auch nicht wirklich Naturfreundlich. Feuer sollen sowieso immer einem Zweck dienen und nicht leichtfertig entfacht werden!

Ich denke das Feuer ist bei einer Solo Tour sogar noch ein wenig praktischer, als zu zweit. Man könnte sich auf der anderen Seite des Feuers, also der Liegefläche gegenüber, ein Hitzereflektor bauen (eine Wand aus Holz) und so noch mehr Wärme bekommen, zudem kann man kompakter und weniger offen bauen.

Dies Feuer braucht schon ein wenig Erfahrung im Umgang. Läuft es erstmal, ist es kein Problem mehr, aber man muss schon ein Auge darauf haben, dass es gut und gleichmäßig brennt und man es in Gang bekommt, wie man es möchte.

In diesem Sinne

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