Island wirft seine Schatten

Die Vorfreude auf unsere Tour durch Island wächst mit jedem Tag. Wir werden den Laugavegur laufen und ihn ab Porsmörk verlängern um bis nach Skoga zu laufen, wenn es unsere Zeit zulässt.


Neben der riesigen Vorfreude wächst aber auch eine gewisse Anspannung welche aus der Vorfreude geboren wird nehme ich an. Wird alles klappen? Bekommen wir den Bus hin? Und den zurück? Für mich ist das Anstrengendste zweifelsohne die An- und Abreise. Ich hasse Reiseformalitäten jeglicher Art und Weise. Wäre ich nur ein klein bisschen weniger sparsam, würde ich wahrscheinlich ein Reisebüro beauftragen alles für die Reise notwendige zu klären, so dass ich nur noch einsteigen, ankommen und loslaufen muss/darf. Aber ich bin nicht bereit diesen eigentlich unnötigen Aufpreis zu zahlen, ist es dank Internet doch heutzutage gut möglich alles selbst zu planen. Nichts desto trotz ist dieser Part mir einfach lästig. Ich möchte am Startpunkt ankommen und loslaufen, genau dort beginnt für mich der Genuss.

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Winter im Harz

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Es sollte nun also tatsächlich soweit sein, wir bekamen endlich unsere Winter Tour. Die Vorhersage klang viel versprechend, -16 Grad, bis zu 130cm Schnee und reichlich Neuschnee der von oben dazu kommt. Dann noch am Abend einsetzender Sturm aus Osten kommend. Ein Winternachtstraum im Harz also!

Der besondere Part: wir waren aus Ermangelung an anderen Schlafsäcken mit unserem “Allround (…) Sommer Schlafsack” unterwegs. Das bedeutet einen Extremwert von sage und schreibe +3 Grad. Wir waren neugierig, wie weit man es wohl treiben kann und waren am Ende beeindruckt, was er alles kann. Aber auch, wie kalt -16 Grad eigentlich sind. Ein Tarp hat seinen letzten Dienst getan, aber uns unter Garantie die Haut gerettet. Wäre der Wind nicht zumindest etwas abgeblockt worden, wir hätten die Nacht nicht überstanden, sondern hätten abbrechen müssen.

Jetzt weiß ich aber auch, was es heißt zu frieren. Aber gar nicht mal in dem Schlafsack, dort war es überraschend angenehm, sondern beim Laufen. Wenn der kühle Wind einem ins Gesicht bließ und die Füße durch den Schnee mussten, merkte man ganz deutlich, dass man sich in menschenfeindlicher Umgebung befand.

Trotzdem war das die Winter Tour, die wir immer machen wollten, auch wenn es komisch klingt. Wir wollten einfach gerne Mal einen harten Wintertag und eine harte Winternacht erleben und uns selbst auf die Probe stellen. Aber lest selbst 🙂

Hier ist der komplette Reisebericht.

 

Bushcraft Hängematte (Rope Hammock)

Wie schon in einem früheren Post angekündigt, möchte ich hier gerne das eine oder andere aus meinen Bushcraft Anfängen schreiben. Nach der ersten Tour dieser Art ist mein Interesse wirklich enorm gestiegen. Bevor ich hier aber wieder das Schwärmen beginne, will ich das ganze abkürzen, denn in diesem Beitrag möchte ich einzig und allein meine gebaute Unterkunft vorstellen und auch gleich meine begangenen Dämlichkeiten vermerken, damit das so keiner nachmacht, sondern stattdessen gleich richtig 🙂

Also die Idee war die, dass ich mit einem Seil (15m) einer Schnur (keine Ahnung) und einer Plane (2x3m) ein vollwertiges Lager baue. Da die Zeckenplage nun auch Norddeutschland erreicht zu haben scheint, wollte ich ungern auf dem Boden (ohne Netz) schlafen, sondern lieber in einer Hängematte, außerdem reizte mich diese Idee sowieso schon länger. Ich habe im Internet verschiedene Versionen gesehen und wollte nun mein eigenes Glück probieren.

Zunächst einmal habe ich mir den Rahmen gebildet, als ich einen geeigneten Baum, bzw. derer drei gefunden habe.

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Minimalistisch und Ultraleicht Wandern sind nicht dasselbe!

Ein Punkt den ich am Wandern oder vielmehr Outdoor Touren sehr schätze ist, dass man mit dem unterwegs ist was man tatsächlich benötigt. Man kann natürlich mitnehmen was man möchte, aber hier trägt man alles Unnötige physisch spürbar als Ballast mit sich herum. Das eignet sich schön für eine Metapher die eigentlich gar keine Erklärung Bedarf weil sie sich selbst erklärt. Ich mache es trotzdem, weil ich sonst keinen Artikel schreiben würde. ^^

Besagten Ballast hat man auch im Alltag, nur ist diese Last dann nicht auf dem Rücken aufgeschnallt in Form eines Rucksackes, sondern eben in der Wohnung verteilt, dem stationären Rucksack wenn man so will. Die Last ist somit zwar keine physische mehr, aber eine last ist es dennoch, zumindest wenn man die Ambitionen hat, eine gewisse Stille und Leere zu genießen. Hier will ich aber weniger auf den Minimalismus als solches eingehen und was er für mich bedeutet, dass habe ich oft genug getan, sondern wirklich speziell auf das minimalistische Wandern und was das für mich ist. Ich weigere mich hier ein wenig vom Ultraleicht-Wandern zu sprechen, weil das für mich zwei verschiedene Ansätze sind, die zwar Gemeinsamkeiten aufweisen, aber nicht synonym zu verwenden sind, daher eben die Differenzierung.

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Therm-a-Rest NeoAir

Hier möchte ich heute mal wieder Ausrüstung vorstellen, von der ich überzeugt um nicht zu sagen begeistert bin und zwar die Therm a Rest NeoAir!!!


Im Zuge meiner Bemühungen das Volumen und das Gewicht meiner Ausrüstung stetig weiter zu drosseln, stand natürlich irgendwann die Iso-Matte auf dem Plan. Bisher hatte ich immer eine Evazote benutzt, die etwas dickere Version wegen dem Komfort. Aber von Komfort war nicht wirklich etwas zu merken und mir ging es so, dass ich recht häufig die Liegeposition wechseln musste in der Nacht, weil die Auflagepunkte stets nach kurzer Zeit wehtaten. Dass sorgt natürlich für eine sehr unruhige Nacht.

Das war einer der Gründe, warum ich eine aufblasbare Matte haben wollt. Da mein Kumpel und ich meist auf sehr intensiven Touren unterwegs sind, ist es extrem wichtig, dass die paar Stunden die man zum schlafen hat, so erholsam wie möglich sind. Wir haben es bei einer Tour gemerkt, wo wir unter unserer Evazote relativ viel Zweige und weichen Waldboden hatten, es war ein ganz anderes Schlafgefühl und man hat auch wesentlich besser geschlafen. Am nächsten Tag kam es einem so vor, als wäre man an einem Tropf angeschlossen, der einem konstant mit Energy Drinks versorgt.

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Outdoor Nahrung

Outdoor Nahrung – Eine Geschichte voller Missverständnisse und Probleme. Ich war lange Zeit auf der Suche nach idealen Nahrungsmitteln für jegliche Art von Tour. Die Ansprüche waren hoch, denn es sollten mehrere Punkte erfüllt werden.

Das Volumen durfte nicht zu groß sein, sonst bekommt man bei einer mehrtätigen Tour schnell Probleme alles unter zu bekommen oder braucht schlicht einen sehr großen Rucksack. Der nächste Punkt war dann natürlich das Gewicht. Volumen und Gewicht hängen ja nicht immer zusammen. Das Gewicht durfte auch nicht zu hoch sein, man muss es schließlich tragen. Auch wenn es zu den Verbrauchsgütern zählt, zumindest am ersten Tag muss man das volle Gewicht schleppen und dann wird es eben langsam weniger. Es musste natürlich sehr nahrhaft sein, denn bei einer richtigen Trecking Tour verbrennt man Unmengen an Kalorien und die sollte man natürlich so weit es möglich ist decken. Die Nährstoffbilanz muss auch stimmen, denn nur Kalorien machens auch nicht, man muss den Körper schon mit allem versorgen was er braucht. Schmecken sollte es natürlich auch soweit und die Zubereitung weder viel Müll noch viel Arbeit machen. Bei unserer Art Tour brauchen wir wirklich die Zeit für das Bewältigen der Tour und das Essen ist mehr oder minder wie das Tanken für das Auto. Sicherlich ist mit der Schokolade ein wenig Seelennahrung dabei, aber primär ist es da, um unsere Energie wieder herzustellen.

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