Was man durch Bushcraft alles lernt

Ich werde immer wieder gefragt, warum ich mich auf Outdoor Touren begebe, vor allem auf diese Art von Touren die C und ich favorisieren und einem meistens das ein oder andere abverlangen. Es gibt natürlich unzählige Gründe dafür, das fängt damit an, dass ich gerne draußen bin, geht über die Tatsache, es es für mich psychischer Wellnessurlaub ist (allerdings kein physischer ^^) und endet noch lange nicht bei der weiteren Tatsache, das man so einiges lernt.

Genau um letzteres soll sich dieser Artikel drehen, denn die wenigsten können sich vorstellen, was es ist das man lernt. Typischerweise kommt dann das „Feuer machen“ und „Zelt aufbauen“ an erster Stelle. Das ich weder das eine noch das andere auf den Touren mache ist den wenigsten bewusst. Damit hört das Verständnis vieler (zum Glück nicht aller) meistens auf und es folgen scherzhafte Kommentare wie „Regen ist nass“ oder „Rucksack ist schwer“. Meistens reagiere ich mit einem Lächeln und stelle jede weitere Erklärung ein, das wäre verschwendete Zeit. Aufgeschlosseneren Menschen erkläre ich gerne was ich meine, vielleicht kann ich ja den ein oder anderen animieren es selber einmal zu testen.

Ganz vorne steht natürlich die Kombination all dieser gemachten Erfahrungen, die einen prägen und in vielen Situationen auch helfen können (bspw. durch die gewonnene psychische Stärke, die erlernte Disziplin, das Wertschätzen, die Neugier etc.), doch ich möchte hier eher auf ein paar einzelne Aspekte eingehen.

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Raus aus der Komfortzone

Die gute alte Komfortzone ist ein Ort, an dem sich wohl jeder von uns wohl fühlt, und das ist auch gut so. Es ist aber in dem Sinne nicht nur ein Ort, es kann auch eine Tätigkeit sein, die man sprichwörtlich aus dem eff eff heraus beherrscht. Man weiß genau was man tut, fühlt sich wohl, weil nichts fremdes oder unbekanntes einen aus der Reserve lockt oder locken kann. Das bedeutet im übrigen nicht, dass die Komfortzone eine gänzlich stressfreie Zone sei, ganz im Gegenteil (auch wenn es dazu geteilte Meinungen gibt). Beispielsweise hat man im Beruf oftmals diese Komfortzonen, in denen man durchaus unter Stress steht, doch es ist ein bekannter Stress. Ein Stress dessen Bewältigung im besten Falle ebenso in Fleisch und Blut übergegangen ist. Man weiß was man zu tun hat, auch wenn die Zeit knapp ist, man ist in keiner unbekannten Umgebung oder Situation.

Diese Komfortzonen sind Fluch und Segen in einem. Es ist wichtig dass man diese Bereich hat in denen man sich einfach sicher fühlt, doch es ist auch enorm wichtig, diesen Bereich immer mal wieder zu verlassen.

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20 Tage ohne Auto – Erster Lagebericht

So, ich bin nun seit gut 20 Tagen Fußgänger, oder besser Radfahrer und Bus-Mitfahrer, oder Longboarder, halt ohne Auto. ^^
Ich hatte eigentlich vor nach 14 Tagen den ersten Bericht aus der Praxis zu schreiben, aber nun sind es doch 20 Tage geworden da ich es zeitlich leider nicht so ganz geschafft hatte hier was zu schreiben. Wer meinen Blog verfolgt wird gesehen haben dass ich gerade wieder ein Buch veröffentlicht habe und Veröffentlichung und „Werbung“ haben eine Menge Zeit gekostet. Nun aber zu dem wesentlichen, nämlich meinen Erfahrungen aus 20 Tagen ohne Auto.

Als ich neulich mit meiner Mutter sprach, sagte sie mit einem Lächeln im Gesicht, das macht sie jetzt schon seit 55 Jahren so. Da scheinen meine 20 Tage geradezu lächerlich, ABER, ich war zuvor bereits 11 Jahre Autofahrer und wenn man sich erstmal an etwas gewöhnt hat und ein wenig mehr unterwegs ist, dann sieht das etwas anders aus. Nichts desto trotz war auch das schon ein Beweis für mich das ein Auto nicht so notwendig sein kann, wie ich immer dachte.

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Mein Leben ohne Auto – Ein Selbstversuch

Schon eine ganze Weile habe ich mich mit dem Gedanken hin und her geschlagen mein Auto zu veräußern und fortan ohne zu leben. Schon bevor ich den Minimalismus für mich entdeckte, hatte ich immer mal wieder diese Tendenzen. Doch bisher habe ich mich immer wieder dazu entschlossen das Auto zu behalten.

Ich bin kein sonderlich PKW Fan, sie sind für mich immer nur Mittel zum Zweck und letztendlich Kostenfaktoren. Ich mache generell sehr viel mit dem Rad, habe aber oftmals aus Bequemlichkeit oder weil ich mich mal wieder in der Zeit vertan hatte, doch das Auto genutzt und das Rad stehen lassen, obwohl es anders herum hätte sein sollen. Auf die Öko Bilanz möchte ich hier gar nicht mal eingehen, weil ich auch ganz ehrlich zugeben muss, dass das hier kein ausschlaggebender Faktor war, sondern ein angenehmer Nebeneffekt.

Am meistem hat mich letztlich gestört, dass das Auto die meiste Zeit über steht aber trotzdem immer Geld kostet! Ich habe schon extra ein kleines Auto um diese Fixkosten zu reduzieren und diese sind sicherlich deutlich geringer als bei den Meisten, aber auf über 1000€ pro Jahr kam ich dennoch und da ist der Materialverschleiß sehr optimistisch gerechnet. Auch TÜV, Parkgebühren, Versicherung, Steuern und dergleichen sind mit eingerechnet. Es macht mich nicht arm, aber es ist Geld, dass ich viel lieber in eine Reise investieren würde als in etwas, das ich gar nicht so richtig gerne mag.

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Fernweh

Ich bin jetzt schon seit fast drei Wochen wieder zurück in Deutschland, nachdem ich zwei sehr intensive Wochen auf Island verbracht habe und mit meinem Kumpel C den Laugavegur bis Porsmörk gelaufen bin. Diese Reise hat auf ganzer Linie neue Maßstäbe gesetzt und einen enorm prägenden Eindruck hinterlassen. Hier mal ein kleines Beispiel warum.

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Ich muss dazu sagen, das Bild ist in keiner Weise bearbeitet, und was man mit den eigenen Augen gesehen hat, war noch um einiges großartiger als es dieses Bild zu zeigen in der Lage ist.

Natürlich wird es zu dieser Tour noch einen entsprechenden Reisebericht geben, aber wie immer lasse ich mir etwas Zeit damit, damit die Eindrücke ein wenig sacken können. Zuvor ist ohnehin noch ein Reisebericht zu einer Tour in Österreich dran. Hier geht es aber um das, was Island oder die Tour an sich, in mir ausgelöst hat. Nämlich massives Fernseh oder Treckingfieber in einer Intensität, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe. Nach der Hälfte der Tour hatte ich einen Tiefpunkt, bei dem ich dachte, 6 Tage reichen vollkommen aus um mit Schlafsack und Tarp unterwegs zu sein, doch nachdem diese Hürde überwunden war (wir waren 12 Tage, 10 Nächte unterwegs) änderte sich meine Einstellung dazu radikal. Das Tarp und der Schlafsack wurden von einem notdürftigen Platz zum Schlafen zu einer Unterkunft, sogar zu einem Zuhause, in dem ich mich wohl fühlte.

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Island wirft seine Schatten

Die Vorfreude auf unsere Tour durch Island wächst mit jedem Tag. Wir werden den Laugavegur laufen und ihn ab Porsmörk verlängern um bis nach Skoga zu laufen, wenn es unsere Zeit zulässt.


Neben der riesigen Vorfreude wächst aber auch eine gewisse Anspannung welche aus der Vorfreude geboren wird nehme ich an. Wird alles klappen? Bekommen wir den Bus hin? Und den zurück? Für mich ist das Anstrengendste zweifelsohne die An- und Abreise. Ich hasse Reiseformalitäten jeglicher Art und Weise. Wäre ich nur ein klein bisschen weniger sparsam, würde ich wahrscheinlich ein Reisebüro beauftragen alles für die Reise notwendige zu klären, so dass ich nur noch einsteigen, ankommen und loslaufen muss/darf. Aber ich bin nicht bereit diesen eigentlich unnötigen Aufpreis zu zahlen, ist es dank Internet doch heutzutage gut möglich alles selbst zu planen. Nichts desto trotz ist dieser Part mir einfach lästig. Ich möchte am Startpunkt ankommen und loslaufen, genau dort beginnt für mich der Genuss.

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Winter im Harz

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Es sollte nun also tatsächlich soweit sein, wir bekamen endlich unsere Winter Tour. Die Vorhersage klang viel versprechend, -16 Grad, bis zu 130cm Schnee und reichlich Neuschnee der von oben dazu kommt. Dann noch am Abend einsetzender Sturm aus Osten kommend. Ein Winternachtstraum im Harz also!

Der besondere Part: wir waren aus Ermangelung an anderen Schlafsäcken mit unserem “Allround (…) Sommer Schlafsack” unterwegs. Das bedeutet einen Extremwert von sage und schreibe +3 Grad. Wir waren neugierig, wie weit man es wohl treiben kann und waren am Ende beeindruckt, was er alles kann. Aber auch, wie kalt -16 Grad eigentlich sind. Ein Tarp hat seinen letzten Dienst getan, aber uns unter Garantie die Haut gerettet. Wäre der Wind nicht zumindest etwas abgeblockt worden, wir hätten die Nacht nicht überstanden, sondern hätten abbrechen müssen.

Jetzt weiß ich aber auch, was es heißt zu frieren. Aber gar nicht mal in dem Schlafsack, dort war es überraschend angenehm, sondern beim Laufen. Wenn der kühle Wind einem ins Gesicht bließ und die Füße durch den Schnee mussten, merkte man ganz deutlich, dass man sich in menschenfeindlicher Umgebung befand.

Trotzdem war das die Winter Tour, die wir immer machen wollten, auch wenn es komisch klingt. Wir wollten einfach gerne Mal einen harten Wintertag und eine harte Winternacht erleben und uns selbst auf die Probe stellen. Aber lest selbst 🙂

Hier ist der komplette Reisebericht.