Orientierung verloren?

Orientierung verloren und verlaufen?

Solange man auf Wanderwegen bleibt die gut beschriftet sind, ist es relativ unwahrscheinlich, die Orientierung so richtig zu verlieren. Aber leider sind nicht alle Wanderwege gut beschriftet, manche Schilder sind der Witterung zum Opfer gefallen oder missverständlich, zudem ist man ja auch ganz gerne mal abseits der normalen Wanderwege unterwegs und hier kann es, wenn man nicht aufpasst, eben schon passieren, dass man sich verläuft und plötzlich nicht mehr weiß, wo man ist.

Die erste Regel ist hier natürlich die Prävention. Immer mal wieder vergewissern, wo man ist, um zu vermeiden, dass man die Orientierung verliert. Zum Beispiel verschiedene Ziele setzen, bspw. einen Fluss, einen Hügel oder dergleichen der auf der Karte angezeigt wird. Wenn man merkt, dass die Punkte eignetlich kommen müssten, aber nicht kommen, dann weiß man bereits, dass etwas nicht stimmt und man kann den Rückweg antreten. Aber wir gehen jetzt davon aus, die Orientierung bereit verloren zu haben, Prävention ist keine Option mehr.

Ruhe bewahren! Was simpel klingt ist oft leichter gesagt, als getan. Jeder der schonmal in der Situation war, nicht zu wissen wo er ist, kennt dieses aufwallende Gefühl im Inneren. Man möchte hektisch werden, loslaufen, sich beeilen, immer schneller laufen. All das sollte man NICHT tun! Stattdessen sollte man seine Bewegung stoppen, und tief durchatmen um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

Nun gilt es, sich drei Dinge in den Sinn zu rufen.

  • aus welcher Richtung bin ich gekommen
  • wie weit kann ich den Weg zurück noch bewusst nachvollziehen
  • wann wusste ich auf der Karte das letzte Mal genau wo ich bin

Wenn man in Panik gerät und vielleicht mittem im Wald steht, alle Richtungen gleich aussehen, dann kann es schon vorkommen, dass man sich umschaut, ein paar Schritte geht und dabei ganz vergisst, aus welcher Richtung man gekommen ist. Daher innehalten und schauen, woher man kam, manchmal können einem auch Fußspuren dabei helfen.

Man sollte versuchen sich prägnante Punkte in den Sinn zu rufen an denen man vorbei gekommen ist. Vielleicht kann man die auf der Karte finden? Findet man sie wieder? Stechen sie vielleicht irgendwie optisch hervor, das man sie aus der Ferne erkennen kann?

Der Punkt an dem man zuletzt auf der Karte wusste, wo man ist, ist deswegen wichtig, weil man dort wieder hin möchte! Kann man sich vorher orientieren, um so besser, aber wenn nicht, dann ist dieser Punkt das neue Ziel.

Also kehrt machen, Karte in der Hand behalten und langsam den Weg zurück gehen, den man gekommen ist. Dabei immer mal wieder einen Blick auf den Boden werfen. Vielleicht sind die eigenen Fußspuren zu sehen? Vorher noch zückt man den Kompass und klärt, in welche Richtung man läuft. Das überprüft man immer wieder, denn es ist jetzt wichtig, so viele Informationen zu sammeln wie möglich!

Wenn man die Möglichkeit hat auf ein erhabenes Gebiet zu kommen, auf dem man die Umwelt überblicken kann, sollte man das, sofern es nicht mit unkalkulierbaren Gefahren verbunden ist, auch wahrnehmen. Auch hier hält man Ausschau nach Besonderheiten.

Man sollte wärend seines Weges zurück auch alle Geräusche intensiv wahrzunehmen versuchen. Gewässer hört man oft über eine ziemliche Distanz hinweg und anhand eines Flusses kann man sich prima orientieren. Vielleicht kann man ihm folgen, oder aber auf der Karte entdecken.

Wenn man einigermaßen Aussicht hat, ist zudem eine Kreuzpeilung eine gute Option die eigene Position zu bestimmen. Dafür braucht man jedoch zwei Fixpunkte, die man zweifelsfrei identifizieren kann, bspw. zwei Berge. Man richtet die Karte entsprechend der Gipfel aus, dreht sich zum ersten Punkt und zeichnet die gerade Blickachse zum Gipfel A mit Bleistift in die Karte ein. Dann dreht man sich, noch immer mit ausgerichteter Karte, zum Gipfel B zwei und zieht eine Linie der Blickachse entlang. Die Linien zieht man so lang, bis sie sich kreuzen und schon hat man seine ungefähre Position. Es hängt immer ein wenig von den Umständen ab, wie präzise diese Peilung ist, aber immerhin kann sie das Gebiet in dem man sich befindet stark eingrenzen und bisweilen sogar recht genau bestimmen. So kann man zumindest den weiteren Weg planen und ihn mit Hilfe von Kompass und Karte beschreiten.

Da fast jedes Handy mittlerweile eine GPS Verbindung herstellen kann, ist auch das eine Option. Man sollte sich aber nicht sofort darauf verlassen, denn Technik kann versagen! Karte und Kompass sind da weit weniger Fehleranfällig wenn man ein bisschen mit ihnen umzugehen weiß und das sollte man von Anfang an lernen. Eine Notfalloption ist das Handy aber natürlich schon und wenn man in ganz ausgesetzem Gebiet unterwegs ist, ist es auch keine schlechte Idee, etwas GPS fähiges dabei zu haben.

Wenn das alles nicht hilft, muss man sich mit Hilfe vom Kompass und Karte irgendwann entscheiden in welche Richtung man läuft. Eine grobe Ahnung von wo man kam hat man in der Regel und dann bleibt einem nichts anderes übrig, als ruhig den Weg einzuschlagen und auf alle Besonderheiten zu achten.

Eine Besonderheit ist die Nacht, denn Nachts wird es nochmal richtig schwierig! Wenn man die Option hat, sollte man sich die Richtung aus der man kam markieren und die Nacht abwarten. Selbst mit einer guten Lampe ist es schwer bzw. nahezu unmöglich sich zu orientieren. Natürlich hängt das ein wenig vom Grad der Orientierungslosigkeit ab. Wenn man gerade nur ein bisschen Unsicher ist, kann man ein paar Minuten des Weges zurück gehen und den Weg wieder finden, aber wenn man wirklich die Orientierung verloren hat, dann würde ich mein Lager aufbauen und mich schlafen legen. Die Gefahr sich nur noch weiter zu verlaufen und sich durch die eingeschränkte Sicht ggf. sogar in Gefahr zu bringen, wäre mir zu groß. Aber, wie gesagt, auf jeden Fall die Richtung markieren, aus der man gekommen ist, damit man am nächsten Morgen einen Anhaltspunkt hat, in welche Richtung man ggf. muss.

Ich hoffe aber, ihr geht alle nicht verloren. Falls ihr es aber nicht eh tut, benutzt zwischendurch, auch wenn ihr wisst wo ihr seit, immer wieder Kompass und Karte, um den Umgang zu lernen, diese Fähigkeit beruhigt im Notfall nämlich ungemein (siehe Notsituationen)

In diesem Sinne

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