Das richtige Bushcraft Messer

Dieser Artikel hat das Potential zu einer hitzigen Diskussion auszuarten. Hätte ich dies nähren wollen, hätte ich ihn auch „das perfekte Bushcraft Messer“ nennen können, aber das hätte ja geradezu nach Streit geschrieen, denn das ist absoluter Unsinn, sowas gibt es nämlich nicht.

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Was soll dieser Artikel also? Es geht hier zum Einen um meine Erfahrungen und zum Anderen und das ist ein ganz wichtiger Punkt, auch um meinen persönlichen Geschmack. Wie in nahezu allen anderen Artikeln kann ich nur empfehlen, was ich selber kenne, nutze oder mir gefällt. So ist es auch bei Messern. Doch hier will ich ein wenig bei der Entscheidungsfindung helfen, indem ich ein paar Dinge zu bedenken gebe.

Denn wenn man sein eigenes Bushcraft Messer sucht, sollte man sich zunächst einmal fragen, was möchte ich eigentlich? Möchte ich ein wenig was schnitzen bspw. Löffel oder Schalen? Dann ist dies hier wahrscheinlich der falsche Artikel, denn alle hier vorgeschlagenenen Messer kann man zwar zum Schnitzen nutzen, es sind aber keine Messer die extra zu diesem Zweck gefertigt wurden. Will ich damit Feuerholz aufbereiten, mein Seil zurecht schneiden, Essen schneiden oder dergleichen, dann ist das schon eher der richtige Bereich. Auch um besonders schön oder wertvoll geht es hier nicht. Hier geht es um das Werkzeug Messer und eine Klärung der Anforderungen daran.

Dabei habe ich hier Messer schon eine Reihe Messer vorgesetllt, die zu ganz unterschiedlichen Vorhaben genutzt werden können, vom Salami schneiden bis zum Holz hacken. Doch nicht jedes Messer ist für alles geeignet. Das breite, keilförmige Messer ist super, um damit Holz zu spalten, aber zum Salami schneiden ist es nichts und mal ehrlich, will man erst das Messer im Dreck, Harz, was auch immer, haben und dann sein Essen damit schneiden? Manchen ists egal, mich stört es irgendwie. Wieder eine persönliche Note, oder Anforderung. Bereite ich mir Essen zu, habe ich meistens ein kleines zweites Messer dabei, wenn nicht, dann nicht. Habe ich vor ein Feuer zu machen, dann habe ich ein anderes Messer dabei, als wenn ich primär den Trangia nutzen möchte. Das meine ich mit „was möchte ich eigentlich“.

So oder so müssen Messer für mich ein paar Punkte erfüllen. Sie müssen scharf sein und nach Möglichkeit lange bleiben oder schnell wieder werden (können). Sie sollten robust sein, so das auch rauer Umgang kein Problem für sie ist, ich möchte mich immer auf sie verlassen können. Sie sollten gut in der Hand liegen – man arbeitet schließlich damit und da möchte ich nicht ein Messer im Fuß haben, weil es nicht richtig in der Hand lag und es aus selbiger gerutscht ist – und zum Schluss sollten Preis und Leistung im Verhältnis zueinander stehen. Bei einem Messer, dass 200€ kostet und wunderschön aussieht, habe ich ein wenig Angst, es zu benutzen …  ja, genau, absoluter Unsinn (wenn man kein Messer Sammler ist) also was soll ich damit?

Ich habe meine 5 Favoriten schonmal vorgestellt- hier jeweils die Links zu den Artikeln.

Das kleine Feine – Mora

Der klassische Allrounder – Fällkniven F1

Das Brachiale – Ka Bar Becker Campanion BK2

Die Machete – Böker Magnum Machete

Aber statt euch nur zu diesen Messern zu raten möchte ich eher empfehlen zu testen. Viele, mich eingeschlossen, kaufen ein Messer nach der Optik. Und das ist ein weiterer wichtiger Punkt, Ausrüstung muss einem auch gefallen, man muss sie mögen. Natürlich muss sie primär einen Zweck erfüllen, aber mal ganz ehrlich, das Auge macht immer mit. Nichts desto trotz muss das Auge kritisch sein und sich nicht gleich auf ein Produkt einschießen, denn der besagte Zweck steht immernoch vorne!

Daher immer erstmal die Frage, wofür wird das Messer verwendet? Brauche ich ich ein halbes Schwert, oder tut es vielleicht ein kleines Messer? Brauche ich etwas sehr robustes? Dann sollte es schon eine Vollerl Klinge sein. Was den Stahl angeht, kann man sich unzählige Dinge durchlesen, aber wichtig ist erstmal, möchte ich einen rostenden oder einen rostträgen Stahl? Die rostenden sind meisten ein bisschen leichter nachzuschärfen als der rostträge Stahl. Wie liegt das Messer eigentlich in der Hand? Auch keine unwichtige Frage. Optimal wäre es natürlich, wenn man das Messer testen kann, aber das ist leider nicht immer machbar. Es kann also durchaus sein, dass man im laufe der Zeit mehrere Messer kauf und verkauft, ehe man das passende findet.

Wenn man in einen Laden geht, kann man diverse Messer vergleichen und in die Hand nehmen, wenn man sich etwas online bestellt, macht es vielleicht Sinn, sich ein zweites oder drittes Messer mit zu bestellen, damit man direkt vergleichen kann. Von der Auslieferungsschärfe muss man sich nicht unbedingt beeindrucken lassen, klar ist es schön, wenn ein Messer gleich aus der Box heraus scharf ist, aber das muss nicht unbedingt etwas über die Qualität sagen. Mittlerweile jedoch sind die meisten guten Messer tatsächlich schon beim eintreffen sehr scharf. Eine Zeit lang hatte ich das Gefühl, das fast alle Messer plötzlich stumpf geliefert werden.

Des weiteren sollte man sich noch überlegen, ob das was man möchte, wirklich alles von einem Messer erledigt werden soll(te) oder man vielleicht eine Handsäge kauft oder vielleicht sogar eine Axt und das Messer dann entrsprechend seinem tatsächlichen Zweck anpasst.

Es gibt also vieles zu überlegen und ich will einfach nur dazu raten, sich zunächst Gedanken darüber zu machen, was man wirklich braucht, ehe man ein Messer holt, das entweder den Ansprüchen nicht genügt, oder aber als Klotz im Rucksack liegt. Wenn es um Empfehlungen geht, siehe die Artikel etwas weiter oben.

In diesem Sinne

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