Oilskin Regenschutz

In einem anderen Artikel hatte ich einmal was dazu geschrieben, wie man selbst und die Ausrüstung trocken bleiben. Darin erwähnte ich auch den Oilskin Regenschutz, bzw. Nässeschutzjacken.

Oilskin 2 (Medium) Oilskin 3 (Medium)

Mittlerweile habe ich meinen Oilskin Mantel ausgiebig getestet und möchte diesen hier nun vorstellen, denn ich bin wirklich begeistert.

Zunächst einmal, was genau ist Oilskin eigentlich? Oilskin Kleidung kommt vermutlich aus der Seefahrt, irgendwann im 18 Jahrhundert wurde Kleidung gebraucht, die robust, Wasser- und Winddicht ist. Man nahm also Segeltuch und tränkte es in Leinsamenöl. Die Fasern saugten sich voll und das überschüssige Öl wurde dann heraus gepresst. Durch das Öl sind die Fasern quasi „gesättigt“ und Wasser kann nicht mehr eindringen. So ist das Ganze mal simpel zusammengefasst. Mittlerweile wird gerne ein Öl/Wachs Mix genutzt, aber das Prinzip ist in etwa gleich geblieben und nur optimiert worden. Heute ist Oilskin Bekleidung zudem eher aus Australien und dem „Wilden Westen“ bekannt und wird dort von Reitern als Wetterschutz getragen.

Das tolle an der Kleidung ist aber auch ein Nachteil, man trägt schwere, robuste Baumwolle. Oilskin Kleidung kann vom Gewicht her in keiner Weise mit High Tech Jacken mithalen, die sind immer deutlich leichter. Aber Oilskin Jacken/Mäntel haben eine Reihe von Vorteilen, die mich überzeugt haben und das höhere Gewicht rechtfertigen.

Sie sind unglaublich robust! Die schwere 12oz Baumwolle bekommt so schnell nichts klein, noch einen Hut auf den Kopf (ebenfalls Oilskin) und man trägt ein Bollwerk gegen Wind und Wetter.

Oilskin 4 (Medium)

Die Optik muss einem natürlich gefallen und man erntet sicher den ein oder anderen Blick. Wer die Version als Mantel nicht möchte, kann sich auch eine Jacke holen, die dann etwas weniger auffällig ist. Mich stört es nicht, denn der Mantel schützt auch meine Beine. Dank Innen angebrachter Schlaufen die man um die Beine legt, kann der Mantel auch nicht durch Wind herum flattern, sondern liegt so an, wie man es möchte. Die lange Knopfleiste lässt es zudem zu, dass man ihn bis sehr weit nach unten schließen kann.

Ich war, gerade bei der Tour, bei der die Bilder entstanden, sehr froh, diesen Mantel zu haben, denn es entwickelte sich noch ein ordentlicher Schneesturm in der Nacht. Wir mussten sogar das Lager abbrechen weil die Schneelast einfach zu groß wurde und sind dann Nachts weiter marschiert, mitten durch das Schneegestöber, das uns über Stunden begleitete. Einmal angezogen, bot der Mantel aber sofort Schutz vor der Witterung und wirklich NICHTS kam hindurch, weder Wind, noch Schnee, noch Kälte. Nach ein paar Studnen war mein Mantel von außen quasi gefroren, aber dennoch kam nichts hindurch, was mich wirklich begeisterte.

Der Mantel ist extrem robust, so dass auch schwere Rucksäcke und deren Riemen ihm nichts anhaben können, ebenso wenig ist Funkenflug etwas, wo man sich Gedanken drum machen muss. Das stört mich gewaltig an High Tech Regenjacken, die, wenn nicht unverschämt teuer, oft nicht Rucksacktauglich sind und nach wenigen Einsätzen anfangen undicht zu werden, ein Funken schafft dies noch wesentlich schneller. Das kann einem mit Oilskin nicht passieren. Rücken- und Schulterbereich sind zudem gedoppelt, damit kein Wasser durch gedrückt werden kann. Ein Funken hat kein Effekt, wahrscheinlich hätte den nicht einmal eine Fakel! Neben der Stabilität gefällt mir auch der Preis, denn man bekommt hier für relativ wenig Geld ein Kleidungsstück das so ziemlich alles mitmacht und ein Leben lang halten kann, als auch komplett vor Wind und Wetter schützt. Für mich ist Oilskin Kleidung die perfekte Bushcraft Bekleidung, auch wegen ihrer Natürlichkeit was die Materialien angeht (siehe auch High Tech vs. Oldschool).

Im Sommer würde ich den Mantel aber nicht anziehen, erst ab Herbst fühlt man sich darin wirklich wohl, da er sonst zu warm ist wenn man sich bewegt, denn bis zur Hüfte ist im Inneren noch eine weitere Lage dünnere weiche Baumwolle, das macht ihn angenehm auf der Haut zu tragen, aber eben auch etwas wärmer. Zwar ist er naturgemäß Atmungsaktiv, aber wenn es zu warm ist, ist es zu warm. Das und eben das Gewicht des Mantels wären die einzigen Nachteile, die mir einfallen, vielleicht für den ein oder anderen noch die Optik, aber das ist eben Geschmackssache, ich mag die Optik sehr. Auch das Gewicht stört mich überhaupt nicht. Einzig eine etwas dünnere Variante für den Sommer würde ich mir wünschen.

Was die Pflege angeht ist es wichtig zu beachten, dass man keine Seife oder dergleichen benutzt, da man dadurch das Öl herauswaschen kann. Wie auch Wasser, kann eigentlich auch kein Schmutz in die Kleidung eindringen, daher reicht es, wenn man den Mantel mit kaltem Wasser reinigt. Ich würde auch kein heißes Wasser empfehlen, eben auch wegen dem Öl.

In diesem Sinne

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