Rucksack richtig packen

Wie man seinen Rucksack packt, muss man erstmal lernen, aber einmal richtig gepackt, macht man es immer wieder richtig!

Vielleicht hat es der ein oder andere auch schonmal erlebt. Man läuft durch die Natur und auf einmal hört man ein Geklimper und meint ein fahrender Händler kommt einem mit seinem Wagen entgegen, dabei ist es nur ein anderer Wanderer der da Lärm macht. Das Klimpern kommt von diversen Dingen die außen am Rucksack befestigt wurden, Stöcker, Becher, Flaschen, Dies, Das und Jenes. Alles wackelt da fleißig vor sich hin.

Mal abgesehen davon, dass dieses Geklimper ganz fürchterlich nervt und jegliche Chance auf das Beobachten von Tieren in den nächsten Kilometern zunichte macht, ist es auch nicht ökonomisch was die verwendete Kraft angeht. Je mehr außen am Rucksack hängt, desto mehr verlagert sich der Schwerpunkt (je nachdem was daran hängt) nach hinten, was für die Stabilität überhaupt nicht gut ist! Zudem erhöht sich die Gefahr an bspw. Ästen oder hervorragenden Steinen, hängen zu bleiben. Bei schmalen Wegen kann das durchaus gefährlich werden. Dann erhöht sich, ebenfalls durch Äste, Steine und Co, auch die Gefahr, Ausrüstung zu beschädigen. Zuletzt erhöht sich das Gewicht der Ausrüstung durch das Schwingen. Natürlich nicht Eigengewicht, aber durch die Bewegung erzeugt die Schwungmasse ein zusätzliches Gewicht.

Wenn man nun alles in den Rucksack hinein bekommt, bleibt noch die Frage, wie man ihn am besten füllt. Auch hier habe ich schon die verrücktesten Arten gesehen seinen Rucksack zu packen. Gerne und oft wird der Fehler gemacht, das Schwere nach unten in den Rucksack zu legen. Das ist genau falsch! Die schwere Ausrüstung sollte nach Möglichkeit auf Höhe der Schulterblätter sein und so nah am Rücken wie möglich. So bietet es sich an, den Schlafsack nach unten zu stopfen. Die schweren Dinge Rückennah in die Mitte, und oben drauf bspw. leichte Kleidung. Damit die schwere Last  auch am Rücken bleibt, kann man auch was leichtes, bspw. eine Jacke davor legen, so dass die schwerere Last an den Rücken „gepresst“ wird.

Wenn man eine Iso Matte oder ein Zelt außen am Rucksack befestigen möchte, gerade die Iso Matte passt oft nicht in den Rucksack hinein, dann bieten sich dafür die Kompressionsriemen an. Damit kann man beides in der Regel sehr fest zurren, denn wenn schon außen etwas hängen muss, dann auf jeden Fall fest und ohne zu wackeln. Damit vermeidet man auch die Probleme von außen angebrachter Ausrüstung. Eine Iso Matte, je nach Modell und Gewicht würde ich auf oder unter den Rucksack zurren, wobei ich darunter klar bevorzuge. Ein Zelt würde ich aufteilen und an den Seiten befestigen wenn es nicht hinein passt.

Man sollte auch aufpassen nicht einseitig zu packen. Ist was schweres links, sollte etwas ähnlich schweres rechts im Rucksack sein, so dass er immer im Gleichgewicht bleibt. Das macht ihn wesentlich angenehmer zu tragen.

Zudem empfiehlt es sich immer, wichtige Dinge so aufzubewahren, dass man schnell darauf zugreifen kann. Ein Regenschutz nutzt bspw. nicht so viel, wenn man erst den halben Rucksack auspacken muss, um daran zu kommen. Auch erste Hilfe oder eine Lichtquelle sollten in den sogenannten Schnellzugriff. Das kann ein Deckelfach sein, oder Seitentaschen am Rucksack, eine Tasche am Hüftgurt, oder im Zweifel die Hosen- und/oder Jackentasche (eher für Kleinkram). Die meisten Rucksäcke bieten Fächer für den Schnellzugriff, nutzt sie.

Zuletzt sei gesagt: verwendet die Kompressionsriemen! Auch das sehe ich häufiger. Am Rand herum schlackernde Kompressionsriemen. Warum? Die Dinger haben einen Zweck! Sie stabilisieren den Inhalt und sorgen für weniger Bewegung des Rucksacks (kein Schwingen!) zudem helfen sie dabei, die Last nahe an den Rücken zu bringen! Diese Riemen nicht zu nutzen ist arg unklug! Hat man alles gepackt, sollte man die Riemen angemessen Stramm (nicht mit aller Gewalt!) fest ziehen. So erhält man einen wesentlich angenehmer zu tragenden Rucksack und eine besser anliegende Last.

Ich könnte hier sicherlich noch mehr schreiben, aber ich will aus dem Packen eines Rucksackes kein Hexenwerk machen. Die wichtigsten Faustregeln sind einfach:

  • so wenig wie möglich außen am Rucksack
  • wenn etwas außen angebracht ist, dann nach Möglichkeit Bombenfest – kein Schwingen!
  • Schlafsack oder ähnlich leichte Ausrüstung ganz nach unten
  • schwerere Lasten in der Mitte, etwa auf Höhe der Schulterblätter, und so rückennah wie möglich
  • oben wieder leichte Ausrüstung wie bspw. eine Fleecejacke oder dergleichen
  • Schnellzugriff nutzen
  • Kompressionsriemen nutzen

In diesem Sinne

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