Wie viel Wasser braucht man?

Es gibt ja so einige Tabellen dazu, wie viel man trinken soll. Bei meinem Alter und Gewicht beispielsweise wären das 3,3 Liter, wobei es hier um Essen und Trinken geht, denn man nimmt ja auch über die Nahrung Flüssigkeit auf. Meist 600-1000ml werden am Tag über die Nahrung aufgenommen. Bleiben also noch 2,3 bis 2,7 Liter, die ich über den Tag verteilt in flüssiger Form zu mir nehmen müsste. Das kommt eigentlich ganz gut hin, auch wenn ich ehrlicherweise zugeben muss, dass ich das nicht immer schaffe.

Wie viel Wasser braucht man also? Im Zweifel kann man sagen, man braucht (fast) immer mehr Wasser, als man glaubt/trinkt. Nun ist es aber so, dass der Körper Wasser nicht direkt speichern kann. Es nutzt also nichts, sich am Morgen 3 Liter Wasser einzuverleiben, um damit seinen Tagesbedarf zu decken – so wird das nicht funktionieren. Die Wasserzufuhr muss über den Tag verteilt erfolgen.

Ebenso reicht es nicht zu trinken, wenn man Durst hat, denn dann ist man bereits Dehydriert! Durst ist ein Alarm, kein Frühwarnsystem! Man sollte sich also angewöhnen unabhängig vom Durst zu trinken, so dass dieser gar nicht erst auftritt, so schafft man es am ehesten seinen Bedarf tatsächlich zu decken.

Erhöht sich die Körperliche Aktivität, erhöht sich auch der Bedarf an Wasser, sehr sogar. Je mehr man schwitzt und sich anstrengt, desto mehr muss man wieder für die Hydration des Körpers tun (dabei sind auch Mineralien wichtig, dafür gibt es bspw. super Brausetabletten für den Electrolyte Haushalt). Je nach Anstrengung und bspw. auch Außentemperatur können das durchaus 1-2 zusätzliche Liter sein, die man zu sich nehmen sollte.

Wandern und generell alle Outdoor Aktivitäten können äußerst schweißtreibend sein und daher muss man hier bedeutend mehr zu sich nehmen, was manchmal gar nicht so leicht ist. Vielleicht kennt es der ein oder andere? Am Abend plötzlich Kopfschmerzen? Das liegt oft an einer Dehydration, denn Kopfschmerzen sind ein typisches Sympton und können einem ganz schön die Nacht vermiesen.

Man hat hier ein paar Optionen um sich mit Wasser zu versorgen. Entweder man nimmt sich einige Flaschen mit, bspw. Nalgene. Die sind nahezu unzerstörbar, und die große Öffnung macht es einem leicht Wasser hinein zu füllen und daraus zu trinken. Natürlich kann man auch ganz normale PET Flaschen nehmen, funktioniert genauso. Ebenso kann man sich eine Wasserblase holen. Hier trägt man einen wirklichen Wassertank mit sich herum und ich würde die 3 Liter Kapazität wirklich empfehlen. Ich persönlich bin jedoch kein Freund einer Wasserblase, weil mir da zu viele Teile dran sind, die im Zweifel kaputt gehen können. Bei einer Flasche kann hingegen nichts passieren. Zugegeben ist der Transport einer Wasserblase aber wesentlich Platzsparender, zudem kann man auch beim laufen, ohne den Rucksack absetzen zu müssen, trinken, was ein eindeutiger Vorteil ist. Was die Stabilität der Wasserblasen angeht, ist das eher eine Kopfssache. Ich mag einfach, robuste Ausrüstung. Nicht dass die Blasen sonderlich fragil wären, die können mittlerweile auch ne ganze Menge einstecken, aber ohne Schlauch, Verbindungsstücke und Co, sprich mit einer einfachen Flasche aus robustem Plastik oder Edelstahl fühle ich mich einfach wohler.

So oder so stößt man relativ schnell an seine Grenzen wenn man länger als einen Tag draußen sein möchte. Kommt eine Übernachtung hinzu, dann muss man sich wohl oder übel unterwegs Wasser besorgen, wenn man nicht 6 oder mehr Liter Wasser mit sich führen möchte (was auch etwa 6+ KG an zusätzlichem Gewicht bedeutet!). Hier hat man wieder mehrere Möglichkeiten.

Man kann sich einen Wasserfilter kaufen. Dabei gibt es solche mit Pumpe, oder auch kleine, die mit Handkraft betrieben werden. Bewährt haben sich beide Systeme. Damit hat man sich ein großes Stück Unabhängigkeit geschaffen. Die Filter mit Pumpe sind ein wenig sperrig und wiegen auch schon ein paar hundert gramm, leisten aber prima Arbeit. Man sollte sich hier das Produkt jeweils sehr genau anschauen, denn nicht alle Filter, filtern auch alle Potentiellen Gefahrenstoffe aus dem Wasser. Also lieber zweimal lesen und das ein oder andere vergleichen.

Wenn man dieses zusätzliche Gepäck nicht möchte, gibt es noch Wasserdesinfektionstabletten die man nutzen kann, um Wasser trinkbar zu machen. Mit denen habe ich angefangen, sie töten nahezu alles ab, was in dem Wasser sein könnte und das Wasser schmeckt anschließend, als wenn man aus dem Schwimmbad trinkt. Der Chlor Geschmack und Geruch ist schon arg intensiv. Ich habe wie gesagt auch mit diesen Tabletten angefangen, bin aber kein Freund davon, weil das Wasser mir wirklich nicht geschmeckt hat und dadurch habe ich eher weniger getrunken. Nichts desto trotz funktioniert es und bevor man gar kein Wasser hat, ist auch dies eine gute Option.

Zuletzt bleibt die Option, das Wasser abzukochen. Am besten Filtert man vorher einmal grob mit einem Stofftuch, Teesieb oder Kaffeefilter. Wie lange das Wasser kochen muss, darüber streiten sich die Geister, und die Zeiten liegen zwischen einmal aufkochen bis hin zu 10 oder sogar 20 Minuten. Ich lasse das Wasser meist 2-3 Minuten kochen, das sollte aber jeder für sich selbst entscheiden. Je höher man unterwegs ist, desto länger muss das Wasser jedoch kochen, da mit der Höhe der Siedepunkt des Wassers sinkt. Das gilt es zu bedenken. Zudem bleiben Chemikalien und Schwermetalle im Wasser, das kann aber zum Teil auch bei den Tabletten oder Filtern der Fall sein.

So oder so, solle man seine Wasserquelle mit Bedacht wählen. Aus dem Graben neben einem Bauernhof würde ich kein Wasser zapfen, da wäre mir die Gefahr von Düngemitteln und Pestiziden im Wasser zu groß, von einem Bach tief im Wald, kann man meist sogar so trinken, aber sicher ist sicher. Fließendes Wasser ist immer stehendem Wasser zu bevorzugen. Zudem sollte man immer so nah an der Quelle trinken, wie mögilhch. Ein Blick der Wasserquelle entlang schadet auch nicht. Ausschließen kann man letztlich nichts. 500 Meter weiter könnte sich gerade ein Hirsch ins Wasser erleichtert haben, oder ein verendetes Tier liegt im Wasser etc. Es ist halt Natur.  Ich hatte bisher, zum Glück noch nie Probleme mit dem Wasser, das ich getrunken habe, nutze aber nahezu immer einen Filter, nämlich den oben schon verlinkten Sawyer Wasserfilter, koche das Wasser aber, je nachdem wo ich es gezapft habe, nochmal ab. Meistens, weil ich es eh zum Kochen nutze. Ich mag den Sawyer, weil er sehr klein ist, einfach funktioniert und sehr preiswert ist. zudem wiegt er nur knapp 70 Gramm, also nahezu nichts. Aber wie alles hat auch er seine Nachteile. Es dauert ein wenig, bis man das Wasser gefiltert hat, 5 Minuten muss man für einen Liter schon einplanen, aber wenn man beim Wandern keine Zeit hat, wann dann? Der größere Nachteil wird aber im Winter klar! Weil der Filter im inneren winzig kleine „Röhrchen“ hat durch die das Wasser gefiltert wird, darf er keinem Frost ausgesetzt werden! Dies würde den Filter von Innen zerstören! Also sollte man den Filter im Winter besser am Körper tragen. Für Wintertouren habe ich aber den Artikel „Wasser bei Schnee und Eis“ geschrieben. Dort zeige ich ein paar Möglichkeiten auf, um an Wasser zu gelangen, denn im Winter bin ich meist ohne Filter unterwegs.

In diesem Sinne.

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