Wanderausrüstung für 300€

Hier geht es mal um die Wanderausrüstung. Ich hatte ja bereits einen Artikel zum Thema Bushcraft für 100€ geschrieben, aber wandern oder Trecking oder wie auch immer, ist nochmal ein anderes Thema. Man muss hier aber gleich sagen, es handelt sich um Anfänger Ausrüstung für gelegentliche Wanderungen in nicht all zu anspruchsvollem Gebiet, also man sollte mit dieser Ausrüstung nicht unbedingt über die Alpen nach Venedig laufen, aber das dürfte klar sein. Für eine solche Tour würden die Schuhe allein schon das Budget sprengen.

Hier geht es aber nicht nur um das Wandern, sondern um das Outdoor Erlebnis als ganzes, also auch das Übernachten in der freien Natur, kochen und so weiter. Aber es sei hier gesagt, es ist eher eine schönwetter und eine warmwetter Ausrüstung! Sobald man sich gegen Kälte schützen muss, wird es quasi zwangsläufig teurer. Hier würde ich nicht dazu raten, am falschen Ende zu sparen, da es sonst gefährlich werden kann!

Genauso wie bei der Bushcraft Ausrüstung werde ich verschiedene Sektionen vorstellen und dann jeweils Ausrüstung auflisten, die man verwenden kann und sich im Budget Rahmen bewegt. Allerdings stelle ich insgesamt nicht so viel vor. Der gesetzte finanzielle Rahmen ist nicht so üppig und durch ein paar Faktoren braucht man beim Wandern mehr Dinge als beim Bushcraft oder sagen wir andere Dinge. Natürlich ist Bushcarft preiswerter, aber das ist nicht nach jedermanns Geschmack. Ich bin auch mit dem Wandern angefangen und es musste sich erstmal eine Leidenschaft für die Natur entwickeln. Am Anfang war ich noch ein wenig High Tech fixiert. Die Dinge sollten alles können und super leicht sein etc. Wichtiger ist mir jetzt und hier, dass sie funktionieren und zwar ohne wenn und aber.

Wenn man mit etwas anfängt, möchte man nicht gleich mit „Problemen“ konfrontiert werden, weswegen sich das Wandern und die dazugehörige Ausrüstung anbieten, weil es, und das ist überhaupt nicht negativ gemeint, weniger Aufwand bedeutet. Gerade das ist sehr angenehm am Wandern. Man muss sich kein Feuer machen, muss nicht überlegen wie man das Tarp richtig abspannt, denn man hat bspw. einen Gaskocher und ein Zelt. Man kann sich hier mehr auf das Laufen konzentrieren. Beim Bushcraft liegt ein sehr großer Fokus auf dem Lagerbau und dem selbst machen. Das ist kein für und wider, sondern nur die kurzgefasste Differenzierung.

Wenn man direkt in die Bushcraft Ecke möchte, dann wird man sich dort gezielt hin bewegen und wahrscheinlich eher in dem Artikel über die Bushcraft Ausrüstung lesen, als hier.

Ich versuche nach Möglichkeit nur Ausrüstung zu beschreiben, die ich selbst schon in Verwendung hatte, ansonsten werde ich das natürlich kennzeichnen. Also fangen wir direkt mal bei der Kleidung an.

Kleidung inkl. Schuhe (Budget 0 – 150€)

Hier kann man für den Anfang normale Kleidung verwenden und das sollte man auch, wenn man in dem genannten Preisrahmen bleiben möchte. Natürlich bietet sich manchmal Funktionskleidung an, aber gerade für den Anfang ist das nicht notwendig. Eine gut sitzende Hose, Shirt, Hemd und/oder Jacke reichen vollkommen aus. Empfehlen kann ich wirklich eine Fleece Jacke. Aber das ist nur optional.

Was die Schuhe angeht wird es schwierig. Vor allem deswegen, weil sie schnell das Budget sprengen (können). Hat man schon robustes Schuhwerk, kann man das nutzen, aber hier sollte man schauen, wo man laufen möchte. Je unbefestigter der Weg, desto wichtiger ist gutes Schuhwerk. Ich würde schon empfehlen, etwas zu kaufen, falls nichts wandertaugliches vorhanden sein sollte, so kann man sich die ein oder andere Blase ersparen und reduziert die Gefahr von Verletzungen (bspw. Verstauchung durch Umknicken…)

Ich kann hier leider KEINE Modelle vorstellen, die in das Budget passen und die ich selber getestet habe. Ich selber habe zwei paar Schuhe. Meine ersten waren „preiswertere“ Meindl, da weiß ich aber nicht mehr genau welches Modell (so oder so würden sie 2/3 des Gesamt-Budgets ausfüllen) und meine absoluten Lieblinge die Meindl Island. Seit ich sie vor einigen Jahren geholt habe, brauche ich keine anderen mehr zum wandern! Daher habe ich nie viele Schuhe ausgetestet, vor allem eben keine Preiswerten. Auch meine ersten Meindl habe und trage ich noch immer, fast täglich und das seit gut 8 Jahren!

Der Meindl Nebrasca macht einen guten Eindruck. Zudem kenne ich die Qualität von Meindl, da kann man sich eigentlich drauf verlassen. Wil man in „wildes Gelände“ wäre ein hoher Schaft aber noch besser geeingnet.

Bspw. der Jack Wolfskin all Terrain. Nicht meine Lieblingsmarke, aber hier hat man eine sehr gute Sohle, der Schuh ist Wasserdicht und man hat den hohen Schaft. Also die Argumente dafür übertreffen die dagegen. Dadurch das der Schuh teurer ist, wäre, um im Budget zu bleiben, aber die Fleece Jacke nicht mehr drin.

Es gibt natürlich noch viele weitere Schuhe, doch dafür kann ich keine Empfehlung aussprechen, da ich sie nicht kenne oder in der Hand hatte. Hier würde ich empfehlen sich im Handel beraten zu lassen. Nich jeder Schuh passt zu jedem Fuß und umgekehrt. Also können es nur Anregungen sein. Natürlich möchte ich hier Ausrüstung vorstellen, aber manche Ausrütung ist einfach sehr individuell zu betrachten und da möchte ich lieber gar nichts empfehlen, als ggf. was falsches.

Regenschutz ist ein weiteres Thema. Hat man eine Regenjacke? Dann braucht man nur noch Regenschutz für die Beine, sogenannte Chaps. Ich rate aber gerne und oft zum Regenponcho. Ich habe selber mit ihm angefangen und nutze ihn noch immer häufig. Preiswert und zuverlässig, was will man mehr, auch die Chaps kann man sich sparen, wenn der Poncho etwas länger ist.

Abraten möchte ich von diesen preiswerten Regenkombinationen aus dünnem Plastik. Sie sind nicht atmungsaktiv (auch wenn es manchmal drauf steht – was 14€ kostet, ist NICHT zuverlässig atmungsaktiv) und schnell schwitzt man darunter so sehr, dass der Regen einem deutlich lieber gewesen wäre da es, anders als beim Poncho, keinerlei Belüftung gibt.

Hier sind diverse Beispiele für Regenponchos. Alternativ kann man sich auch mit Notfall Ponchos ausrüsten. Wenn man ohnehin bei schönem Wetter unterwegs sein möchte wäre es vielleicht eine Idee einen solchen mitzunehmen. Er ist wirklich nur das und meist nur für den einmaligen Gebrauch gedacht. Empfehlen würde ich eher einen richtigen Poncho, aber hier oder hier kann man natürlich auch sehr günstige Alternativen finden für einen Ausrüstungsgegenstand, den man ggf. nur selten braucht.

Rucksack (Budget: 20-30€)

Nach den Schuhen ist der Rucksack der wichtigste Ausrüstungsgegenstand, denn ihn trägt man die ganze Zeit auf dem Rücken. Er muss alles halten und aushalten, was man an Ausrüstung dabei hat. Dann sollte er sich auch noch gut und über einen längeren Zeitraum tragen lassen, genug Platz muss er auch haben, am besten auch nicht so schwer, und was ist eigentlich, wenn es regnet?

Wenn die Leidenschaft des Wanderns sich etablieren sollte und man dem intensiver nachgeht, dann wären Rucksack und die Schuhe die ersten beiden Punkte, wo man aufrüsten sollte. Es gibt aber zum Glück sowohl preiswerte als auch gute Rucksäcke die man erstmal eine ganze Weile (meint mehrere Jahre) nutzen kann.

Zwei wärmste Empfehlungen wären einmal der BW Gebirgsjägerrucksack und der BW Kampfrucksack. Klingt militanter, als es sein muss, man kann beide auch in schlichtem schwarz holen. Ich hatte tatsächlich beide sehr lange und sehr oft in Gebrauch. Der Gebirgsjägerrucksack ist für eher kleine Touren, da er eben nur 30 Liter fasst. Allerdings kann man noch was darunter schnallen. Der Kampfrucksack ist da schon eher der Allrounder und absolute Empfehlung. Er fasst 65 Liter (man kann ebenfalls zusätzlich etwas  darunter befestigen)  und reicht damit für die meisten Touren mehr als aus. Beide sind robust und machen einiges mit, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen und bestätigen. Daher habe ich auch gar keine weiteren Rucksäcke die ich hier empfehlen möchte, denn mir würde keine einfallen, wo das Preis/Leistungs-Verhältnis noch besser ist.

Regenschutz für den Rucksack? Blaue Säcke! Wozu Packsäcke nutzen, wenn man auch die stabilen blauen Müllsäcke und Gefrierbeutel nutzen kann? Da kommt nichts durch und das hat man meisten daheim. Und wenn nicht, kostet es nicht viel. Wenn man den Rucksack ablegt, dann kann man einen großen Müllbeutel nehmemn und ihn darin einwickeln und die Ausrüstung die man mit sich trägt, packt man eben in besagte bspw. Gefrierbeutel. So bleiben sie trocken, wenn man unterwegs ist und es regnet. Natürlich könnte man sich auch einen Regenschutz für den Rucksack holen, ich habe damit aber keine so guten Erfahrungen (es ging immer irgendwo was durch) und schwöre daher darauf, die einzelnen Dinge wasserfest zu verpacken.

Zelt (Budget: 30-50€)

Ich gehe hier bewusst nicht auf ein Tarp ein. Dieses gehört für mich ein klein wenig mehr in die Bushcraft Ecke, zumal ich sofort eine einfache Flecktarn Baumarkt Plane vorschlagen würde (ist und bleibt nach all den Jahren meine erste Wahl!). Hier möchte ich wirklich ein kleines, einfaches Zelt vorschlagen, denn das wird, denke ich, eher mit dem Wandern in Verbindung gebracht als ein Tarp.

Es muss klar sein, dass man für das gesetzte Budget nur einfache Qualität bekommt, ausreichende Qualität. Eine Sturmnacht würde ich dennoch nicht darin verbringen wollen, aber gerade wenn man anfängt, hat man in einer Sturmnachts auch nichts im Zelt verloren, oder?

Da wäre einmal dieses Zelt in Tarnfarben. Ich habe tatsächlich ganz gute Erfahrungen damit gemacht. Wenn der Wetterbericht aber schon starken Regenschauer ankündigt, dann würde ich mir mit diesem Zelt überlegen, ob ich los ziehe. Das Zelt reicht für 2 Personen und Ausrüstung aus, wenn man sich gern hat!

Dieses 3 Mann Zelt ist da, für 10€ mehr, schon etwas sicherer. Allein durch seine Form hat man etwas mehr Stabilität, und genügend Platz hat man auch. Zu Dritt wird es kuschelig, zu zweit hat man angenehm viel Platz.

Wenn man lieber alleine unterwegs ist und auch noch ein paar Euro drauf legen mag, für den wäre dieses 1 Mann Zelt vielleicht was.

Und wer die Natur so richtig liebt (ja, auch das gehört vielleicht nicht zum Standard wandern), der kann sich auch einen Biwaksack schnappen. Diesen habe ich seit Jahren im Einsatz und er macht wirklich was er soll! Sogar mit Kondenz hatte ich bisher kaum probleme und in einer extrem kalten Nacht (-16 im Winter) hat er mir auch mal die Haut oder zumindest die Nacht gerettet.

Kochen und Küche (Budget: 22-42€)

Hier gibt es ein paar Möglichkeiten, aber ganz weit vorne ist und bleibt meiner Meinung nach der Gaskocher. Wenn auch für mich persönlich nicht die erste Wahl, weil ich bspw. den Hobo Kocher oder freies Feuer (wenn möglich) bevorzuge, sind auch das eher Bushcraft Elemente.  Feuer ist nicht nur mit Aufwand, sondern auch mit Gefahren verbunden. Und ein Gaskocher funktioniert einfach. Was will man mehr? Hier kommt für mich persönlich nur eine einzige Empfehlung in Frage und zwar der Kocher, mit dem für mich auch alles angefangen hat und der noch immer super funktioniert. Das ganze gibt es auch noch als Set mit Töpfen dazu. Damit ist die komplette Abteilung abgedeckt.

Der Primus Mimer. Für mich Nostalgie pur 🙂

Aber man muss fair sein, es gibt auch ein paar gute Alternativen zum Gaskocher, die ich nicht vorenthalten möchte. Sei es der gute Spiritus-Kocher oder auch der Esbit Kocher. Ich hatte alle drei in Verwendung und alle haben das gemacht, was sie sollen – Essen warm! Der Esbit Kocher ist hier am schwächsten was die Heizleistung angeht und wenn man wirklich viel erwärmen will, dann sollte man lieber zu einer Alternative greifen.

Schlafen (Budget: 30-70€)

Noch ein schwieriger Punkt. Bei der Wahl der Iso Matte ist es leicht. Da bleibt die EvaZote ganz weit vorne, aber auch noch preiswertere Alternativen wie diese hier. Natürlich gibt es auch noch die aufblasbaren Matten, deutlich komfortabler, aber eben auch deutlich teurer und für den Anfang sollte man erstmal den Boden kennenlernen. 😉 Ich will hier jetzt nicht die preiswerten Luftmatten vorschlagen, denn denen traue ich nicht über den weg. Es gibt sie, auch ab ca. 15€ aber die soll sich jeder selber suchen, da empfehle ich nichts 😉

Was den Schlafsack angeht, da wird es schon wieder ein klein bisschen schwieriger wenn ich im Rahmen bleiben möchte. Ich gehe hier davon aus, dass man vom milden Frühling bis zum Anfang des Herbstes unterwegs ist. Also die normale Hauptsaison zum wandern würde ich sagen, hab aber auch einen Vorschlag für kältere Nächte. Da werfe ich mal ein paar Modelle in den Raum. Einmal primär für Sommer und warme Nächte, dann für die etwas frischeren Nächte und sogar für kalte Nächte.

Wenn man jeweils das maximum an Budget verwendet, dann kommt man über die angepeilten 300€ und liegt bei 340€ wenn man aber bspw. schon Schuhe hat oder sich mit der einfacheren Ausrüstung zufrieden gibt, kann man auch bei knapp über 100€ liegen. Hängt halt davon ab, was man schon hat und nutzen kann oder will. Dies soll auch nur eine kleine Übersicht sein. Gerade zu Anfang kann man vieles aus dem Alltag nutzen und so Kosten sparen bzw. sogar vermeiden.

Wenn man ganz am Anfang ist, dann würde ich gerne noch meine Reihe zur „Erfolgreichen Reiseplanung“ ans Herz legen, sind mehrere Teile die eigentlich soweit alles abdecken und auch noch weitere weitere Vorschläge zur Ausrüstung enthalten.

In diesem Sinne

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