Wasser bei Schnee und Eis

Auch wenn der Winter bisher nicht sein kältestes Gesicht zeigt, und der Schnee sich nur vereinzelt und meist in höheren Lagen richtig zeigt, wollte ich dennoch etwas zu der Wassergewinnung bei größerer Kälte schreiben.

Wenn der Winter das Land beherrscht, dann kann man nämlich meistens nicht einfach zum nächsten Bach gehen und sein Wasser auffüllen. Und selbst wenn, die Lagerung ist das nächste Problem.

Fließende Gewässer sind meist noch in Bewegung, auch wenn die Temperatur schon länger jenseits des Gefrierpunktes liegt. Irgendwann sind aber natürlich auch sie gefroren, oder von Schnee und Eis soweit bedeckt, dass man sie nicht mehr wahrnimmt. Man muss hier also auf das zurückgreifen, was man augenscheinlich überall hat, gefrorenes Wasser! Das ist der große Vorteil an Winter-Touren. Ist alles von Schnee bedeckt, muss man sich zumindest um die Wasserversorgung keine Gedanken machen. Aber über die Menge an Brennstoff die man dabei hat sollte man schon nachdenken.

Wenn man die Wahl hat Schnee oder Eis zu schmelzen, ist Eis immer zu bevorzugen. Schnee hat einfach ein viel größeres Volumen durch seine Dichte. So ist ein ganzer Topf voll Schnee vielleicht nur ein einziger Schluck. Ich habe zum Sammeln von Schnee immer einen Falteimer genutzt. Es passt gut etwas hinein und so kann man immer den Schnee nachwerfen wenn er schmilzt. Am besten lässt sich Schnee schmelzen, wenn man etwas Wasser in einen Topf gießt und nach und nach immer Schnee hinzu gibt. Man kann auch so viel Schnee in den Topf pressen wie möglich, einen Decke hinauf geben und ihn dann auf eine Wärmequelle geben, funktioniert auch. So oder so wird wahrscheinlich deutlich, dass man relativ viel Brennstoff benötigt und es unter Umständen eine Weile dauern kann, bis man sein Wasser hat, denn mal eben Schnee schmelzen klappt nicht.

Wenn man ohne was am Boden den Schnee in den Topf presst, sollte man immer mal wieder umrühren, damit nicht im unteren Bereich die Hitze wirkt und ggf. den Topf verformt, weil gar kein Schnee mehr den Boden berührt. Das passiert nämlich schnell, wenn man den Topf direkt auf große Hitze gibt. Der unterste cm Schnee schmilzt sofort, das ist aber kaum etwas an Wasser und reicht meistens nicht aus, um den Boden überhaupt zu bedecken. So bildet sich in dem Topf eine „Schneehöhle“ und je nach Material, kann der Topf sich verformen, weil die Hitze auf den Topf wirkt, nicht aber auf den Inhalt, da der unterste cm frei ist, der darüber liegende Schnee ist so fest, dass es nicht nach rutscht. Daher immer wieder umrühren.

Es bietet sich sowohl bei Schnee als auch bei Eis an, dass man das Wasser einmal richtig abkocht. Zwar ist gelber Schnee von vorn herein zu vermeiden, aber man weiß ja auch sonst nicht, was sich auf dem Schnee befand, Speichel ist farblos um nur ein Beispiel zu nennen! Daher lieber alles so erhitzen, das alles abgetötet wird. Wenn man das Wasser dann in ein Behältnis gibt, sollte man evtl. einen Filter Parat haben. Dafür reicht eigentlich ein Teesieb schon aus. Damit kann man alles an Blättern und kleinen Zweigen aussieben.

Zur Aufbewahrung empfiehlt es sich, das noch heiße/warme Wasser in eine Thermoskanne zu kippen. Man sollte nur gut darauf acht geben, dass das Wasser darin später nicht einfriert, denn eine Thermoskann kann man nicht ins Feuer stellen (Explosionsgefahr!) und sie mit in den Schlafsack zu nehmen kann auch ziemlich unangenehm sein. Mal abgesehen von dem entstehendem Kondenz an der Thermoskanne selber, holt man sich quasi einen Eisklumpen ins Bett! Die warme Kanne hingegen kann man sie wie ein Wärmflasche mit ins Bett nehmen, was einen zusätzlich wärmt und das Wasser am einfrieren hindert.

Bei normalen Flaschen kann man diese bspw. in Zeitungspapier einwickeln, das isoliert auch ganz gut. Ein weiterer Tipp: die Flaschen kopfüber in den Rucksack legen. Meist fängt es an der Oberfläche und am Flaschenrand an zu frieren. Indem man die Flaschen umdreht, hält man die Trinköffnung länger eisfrei. Hat man die Option, würde ich die Flasche am Körper tragen und sie, evtl. eingewickelt in etwas Stoff oder einer Socke, Abends mit in den Schlafsack nehmen. Zumindest, wenn der Schlafsack es zulässt weil er einen gut genug wärmt und man im Fußteil noch Platz hat. Ist es kälter als erwartet und der Schlafsack nicht für die Kälte ausreichend, sollte man sich jedoch keine weitere Kälte ins Lager holen!

Wenn man sich ein Feuer macht, kann man die Flaschen und auch eine Thermoskanne in die Nähe der Flamme stellen. Wirklich nur in die Nähe(!), denn es soll Wärme auf die Flasche wirken, keine starke Hitze! Auch wenn es eine ganze Weile dauert, so kann man den Inhalt der Flasche/Kanne wieder verflüssigen. Einwandige Edelstahlflaschen kann man dabei schon deutlich näher ans Feuer stellen, sollte aber auch da den Deckel nicht drauf lassen.

Hat man keine Möglichkeit, den Schnee zu verflüssigen oder sonst irgendwie an Wasser zu kommen, dann kann man den Schnee immernoch essen!

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Das ist insgesamt nicht ideal und sollte stets als Notlösung betrachtet werden, das muss man dazu sagen!

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Wenn es stark schneit, man an einem Punkt verharrt und die oberste Schicht, also den neu gefallenen Schnee abträgt, dann kann man sich ziemlich sicher sein, dass sich keine Verunreinigungen darin befinden. Je länger der Schnee jedoch liegt oder desto tiefer man geht, desto weniger sicher ist das.

Dann ist da noch der Energieaufwand des Körpers, um den Schnee zu schmelzen. Der Schnee kann bspw. im Mund geschmolzen werden. Man bekommt, wegen dem großen Volumen des Schnees, immer nur wenige Tropfen und so wird es ziemlich schnell unangenehm in der Mundhöhle, bevor man wirklich etwas getrunken hat. Bevor man jedoch verdurstet, sollte man zu dieser Option greifen, das steht außer Frage! Auf dem Bild hatte ich nur deswegen Schnee gegessen (und das tat ich den Rest der Tour), weil die Wasservorräte wahnsinnig schnell gefroren waren! Die Tour war insgesamt extrem kalt und die Umstände haben mich und meinen Wanderkupel zum abbrechen gezwungen. Der Reisebericht dazu ist bei Interesse HIER zu finden.

Man kann auch seine eigentliche Körperwärme nutzen um Schnee zu schmelzen (wenn man ein Gefäß hat), solle sich aber darüber im klaren sein, dass man dabei ggf. auskühlt und davor sollte man sich ebenfalls hüten! Also auch das ist nur eine absolute Notlösung und nur dann anzuraten, wenn man wirklich guten Kälteschutz hat und sich um das Auskühlen nur wenig Gedanken machen muss. Wegen dem entstehenden Kondenswasser würde ich das jeweilige, geschlossene Gefäß aber in Stoff oder Zeitung einwickeln.

In diesem Sinne

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