Outdoor Gefahren: Gewitter

Hier geht es mal wieder um die Gefahren die einem begegnen können, wenn man draußen unterwegs ist und sich der Natur aussetzt. Auf vieles kann man sich vorbereiten und so von vorn herein einer Gefahr entgehen, auf manches hat man keinerlei Einfluss. Das beste Beispiel dafür sind die Naturgewalten. Auf sie kann man sich nicht vorbereiten, keine Ausrüstung mitführen, die sie verhindern kann. Natürlich kann und sollte man einen Wetterbericht zu Rate ziehen, aber das Wetter ist Wechselhaft, manchmal läuft man an einem Tag 20 und mehr Kilometer, da kann sich die Wetterzone schon mehrfach ändern, manchmal ist man auch mehrere Tage unterwegs, da ist es schwierig für das jeweilige Gebiet in dem man sich ggf. befindet verlässliche Daten zu finden. Ein Wetterbericht ist also kein Garant, sondern nur eine Hilfe, man kann dennoch ungewollt in eine Gewitterfront geraten.

Nichts desto trotz kann man sich in der jeweiligen Situation richtig und falsch verhalten. Und genau zu diesem Zweck wollte ich hier ein paar Zeilen schreiben.

Zu aller erst möchte ich das Sprichwort „Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen“ aus den Köpfen aller vertreiben! Das ist wirklich Unsinn und zuweilen gefährlich. Seinen Ursprung allerdings hat der Spruch in der Tatsache, dass Buchen meistens nicht alleine stehen und Eichen oftmals schon. Das ist aber auch schon alles, weier unten steht noch ein wenig dazu.

Ich gehe hier davon aus, dass man sich im Bereich Wald und Wiese befindet.

Es gibt verschiedene Anzeichen für einen direkt bevorstehenden Einschlag, das wäre ein Kribbeln der Kopfhaut, elektrisierte Haare, surrendes oder sogar leuchtendes Metall. Hier gilt es schnell zu reagiern. Rucksack abwerfen ist Nummer 1 (höchstwahrscheinlich hat er einen Rahmen aus Metall oder es befinden sich Gegenstände aus Metall darin). Ist man gerade an einer exponierten Stelle (Gipfel) dann diesen schnellstmöglich verlassen und sich klein machen, das wäre dann wohl Nummer 1a. Möglichst nicht im nassen stehen und in der Schutzhaltung bleiben, bis das Gewitter vorbei ist.

Aber so weit kommt es hoffentlich bei keinem jemals, der dies hier liest und so geht es im folgenden darum vorzubeugen.

Wie weit ist das Gewitter entfernt?

Anhand folgender Faustregel kann man die Entfernung des Gewitters einschätzen. Der Schall bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von circa 350 Meter in der Sekunde. Wenn also 3 Sekunden nach dem Blitz der Donner zu hören ist, dann ist das Gewitter etwa 1 Kilometer entfernt.   Ein Gewitter gilt als nah, wenn zwischen Blitz und Donner weniger als 10 Sekunden liegen.

Zu meiden:

Exponierte Stellen (alleine auf einer Wiese, Gipfel, sonstige Erhöhung, auch der Waldrand ist zu meiden. Der Blitz sucht sich immer den schnellsten Weg, daher sind die höchsten Punkte immer besonders gefährdet, aber der Blitz kann überall einschlagen. Dabei ist nicht nur der direkt Blitzschlag eine Gefahr, sondern auch der indirekte Blitzschlag. Die Umgebung um den Einschlag herum steht für einen Augenblick unter Spannung, die nicht minder gefährlich ist.)

Strommasten und einzeln stehende Bäume (zwar ist man selber nicht der höchste Punkt, aber in ihrer Nähe dieser Punkte kann man durch den indirekten Blitzschlag oder den Einschlag verursachte Schäden stark verletzt werden, bspw. ein explodierender oder umstürzender Baum)

Gewässer jeglicher Art (Wasser leitet und wenn der Untergrund sehr nass ist, kann sich die Spannung des Blitzes beim Einschlag weiter verbreiten. Zudem zieht Wasser Blitze ähnlich an wie Metall)

Nicht in der Gruppe bleiben (man sollte sich lieber verteilen, so dass jeder zu jedem genug Abstand hat. Zum Einen ist man dadurch kein konzentriertes Ziel als eine Erhebung und zum Anderen, sollte der Blitz tatsächlich einschlagen und jemanden verletzen, ist nicht die ganze Gruppe betroffen, sondern die Anderen können erste Hilfe leisten)

Höhlen oder Überhänge meiden (sie schützen zwar vor Regen, doch der Blitz kann an dem nassen Fels entlang kriechen, eine Höhle muss schon eine gewisse Größe und tiefe haben, um Schutz zu bieten. 4×4 Meter wären da ideal, bei einer Höhe von mindestens 2-3 Metern, hier kann man sich in die Mitte kauern und aufs Beste hoffen)

Was also tun?

Sicheren Platz suchen (besagte Höhle  oder auch mitten im Wald. Einzelne Bäume sind gefährlich, mitten im Wald ist man aber ziemlich gut aufgehoben, trotzdem sollte man nicht direkt an einem Baumstamm stehen, sondern in allen Richtungen so viel Abstand wie Möglich zu den Stämmen und Ästen haben um ein überspringen eines Blitzes zu verhindern. Weitere Gefahr mitten im Wald sind bei starken Wind herunter fallende Äste oder dergleichen. Nachfolgende Punkte sind natürlich trotzdem zu beachten und die oben genannten Plätze gilt es meiden)

Ausrüstung abwerfen (wie schon geschrieben, kann bspw der Rucksack Metall enthalten auch sonstige metallische Ausrüstung sollte man von sich werfen. Dabei muss das nicht weit sein, es reichen ein paar Meter)

Schutzhaltung einnehmen (sich klein zusammen kauern, nicht sitzen, sondern auf beiden Füßen komplett stehend in die Knie gehen und Arme vor den Schienbeinen zusammen schlagen)

Auf die Iso Matte stellen (wenn man die Option hat, sollte man auf der Iso Matte in die Schutzhaltung gehen, das schützt einen zusätzlich vor der Bodenspannung, sollte ein Blitz in der Nähe einschlagen)

Abwarten (auch wenn es meistens schnell geht, sollte man dem Gewitter trotzdem genug Zeit geben sich wieder zu verziehen, nicht voreilig weitergehen)

Sonderfall Wiese/Ebene

Wenn man auf einer Wiese/Ebene unterwegs ist und keine Chance hat sich in angemessener Zeit eine geeignete Zuflucht zu suchen, dann sollte man nach Mulden und Vertiefungen ausschau halten und in die Schutzhaltung gehen. So kann man weitest gehend verhindern, der höchste Punkt auf der Ebene zu sein und das ist wichtig. Sich auf den Boden zu legen ist dabei keine gute Idee! Der indirekte Blitzschlag würde so den ganzen Körper erfassen können!

Sonderfall Gebirge

Im Gebirge ein Gewitter zu erleben ist sehr gefährlich und bleibt hoffentlich jedem erspart. Die Gefahren sind hier sehr vielfältig. Die grundsätzlichen Tipps gelten aber auch hier genauso, sind nur meistens schwieriger umzusetzen.

Schutz suchen, so weit runter wie möglich, also exponierte Stellen meiden, wenn Möglich eine Höhle suchen, Abstand zu der Wand halten, metallene Gegenstände von sich entfernen, nasse Seile oder dergleichen nach Möglichkeit von sich trennen, Metalltreppen meiden, Schutzposition einnehmen.

Ich kann hier nur vom Bergwandern sprechen, da ich nicht klettere, kann und möchte ich in diese Richtung keine Tipps geben.

In diesem Sinne

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