Nässeschutz – Wie man sich und seine Ausrüstung trocken hält!

Nässe ist der Feind eines jeden, der draußen unterwegs ist, zumindest solange, bis man sich vor ihr schützt, dann kann sie ein guter Freund sein, die man durchaus auch genießen kann. Ich mag es bspw. sehr gerne bei Regenschauer unterwegs zu sein, aber wenn man selber oder seine Ausrüstung ungewollt Nass wird ist das weniger schön. Selbst im Sommer ist Nässe meistens eher ein Problem und nur kurzfristig eine Erfrischung.  Mal abgesehen davon, dass man durch Nässe schneller auskühlt, kann es manche Ausrüstung beschädigen oder in seiner Funktion beeinträchtigen (bspw. Daunenschlafsäcke) , und ist auch generell einfach unangenehm. Wenn man auf einer längeren Tour die Kleidung wechseln möchte und diese ist klamm und kalt, ist das nicht so schön, auch durchweichte Lebensmittel sind nicht gut, manches kann rosten und so weiter und sofort.

Der einfachste Weg sich selber trocken zu halten ist, sich richtig anzuziehen! Das meint nicht nur, das man Regenschutz parat hat, sondern ebenso, dass man sich auch nicht zu dick angezogen hat, denn der eigene Schweiß kann die Kleidung genauso durchnässen. Und ich denke jeder der es erlebt hat weiß wie unangenehm es ist, wenn man einen anstrengenden Anstieg hat, dabei viel zu viel schwitzt und oben dann der Kalte Wind dafür sorgt dass man sehr schnell sehr stark fröstelt.

Das gute alte Zwiebelprinzip wirkt hier Wunder. Schnell kann man eine Schicht ausziehen, und dann ggf. wieder anziehen, wenn die Anstrengung überstanden ist und sich die Körperhitze wieder normalisiert. Merkt man einen Hitzestau, eine Schicht ausziehen und das Problem ist gelöst.

Vor äußeren Einflüssen kann man sich eben durch Regenkleidung schützen. Entweder man holt sich eine rucksacktaugliche (!) Regenjacke und eine Hose zum überziehen, oder man weicht auf einen Poncho aus, den man, falls er nicht lang genug sein sollte, mit Chaps oder Gamaschen ergänzen kann.

Regenjacke und Regenhose haben meiner Meinung nach mehrere Probleme. Oder sagen wir besser, sie haben mich regelmäßig vor größeren Problemen gestellt. Da ist die Sache mit der Atmungsaktivität! Viele Regenjacken sind so atmungsaktiv wie ein Plastiktüte und was man vielleicht an Regen abhält bringt gar nichts, weil man darunter schwitzt wie verrückt. Auch bei diesen Überzieh-Hosen ist das ähnlich. Ist es dann von der Temperatur her eigentlich warm, man muss sich aber dennoch vor dem Regen schützen, wird es noch unangenehmer und da ist manchmal der Regenschauer das geringere Übel. Also Atmungsaktiv sollte es schon sein. Dann ist da die Haltbarkeit! Viele dieser High Tech Membranen Kleidungsstücke sind einfach extrem sensibel. Ein scharfer Stein, ein spitzer Stock und die Wasserdichtigkeit war einmal (und das bezahlt Geld versickert mit dem Regen im Boden). Vor allem bei Jacken sollte dann auch noch Rucksacktauglichkeit gewährleistet sein. Die Riemen scheuern nämlich sehr schnell die Beschichtung der Jacke ab, weswegen natürlich eine 3 Lagen Jacke ideal wäre. Dann kommen wir auch schon zum letzten Nachteil. Will man diesen ganzen Kram haben, wird es unverschämt teuer! Bei der Hose hab ich mal eine Weile gespart und mir die Wasserfeste Fällräven Hydratic Trouser gekauft. Die ist tatsächlich sehr sehr gut, man schwitzt gar nicht, merkt nichtmal, dass man eine Regenfeste Hose trägt und dank des G 1000 Materials ist sie auch sehr robust, klare Kaufempfehlung hierfür. Das soll hier aber keine Werbung dafür sein, denn wie man HIER sieht, kann man für deutlich weniger als diese Hose allein kostet, eine komplette Bushcraft Ausrüstung zusammenstellen! Bei Jacken ist das noch schlimmer, Jacken die meinen Ansprüchen gerecht werden, sind schnell mal im 400€ Bereich, da streike ich, denn das sehe ich einfach nicht ein! Eine Alternative, die ich aber noch ausgiebig testen muss/will ehe ich davon schreibe, sind Oilskin Jacken! Robust, Ursprünglich, funktional und bedeutend preiswerter. Wenn ich die Möglichkeit hatte eine näher unter die Lupe zu nehmen, werde ich davon berichten.

Die preiswerteste Variante und die, von der ich nach wie vor überzeugt bin, ist der Regenponcho. Sehr preiswert, super Belüftung, und er funktioniert einfach! Die längere Version schützt auch die Beine gut, so dass höchstens Gamaschen eine Überlegung wert währen, ansonsten Chaps oder Beinlinge, die auch für recht wenig Geld zu haben sind und lange halten. Je nach Poncho kann man seinen Rucksack damit gleich mit schützen!

Kommen wir zu der Ausrüstung. Selbst wenn der Poncho den Rucksack mit bedeckt, würde ich den Inhalt des Rucksackes schützen. Man setzt den Rucksack schließlich auch mal ab. Ist dieser unter dem Poncho kann es allein durch das Wasser auf dem Poncho passieren, dass der Rucksack beim ausziehen was abbekommt, oder es schüttet weiterhin während man etwas aus dem Rucksack herausholt etc. Regenfest zu verpacken ist nie eine schlechte Idee, selbst wenn es nicht notwendig ist.

Die Rucksackhülle ist natürlich eine solide Möglichkeit. Aber da habe ich das gleiche Problem wie mit dem Poncho, außerdem gehen die Hüllen nie ganz um den Rucksack zu wickeln (können sie ja auch nicht), weswegen bei langem Regen immer auch was ins Innere gelangt, also muss man den Inhalt sowieso extra vor Nässe schützen, dessen sollte man sich bewusst sein. Nichts desto trotz ist eine Hülle gut, wenn man keinen Poncho nutzt. Einfach um auch dafür zu sorgen, dass der Rucksack eben nicht Wasser zieht und dadurch schwerer wird und sie hält die Nässe natürlich ab, ohne Frage.

Wichtig ist seine Ersatzkleidung sofern vorhanden, seinen Schlafsack/Decke und seinen Zunder wirklich Wasserfest zu verpacken. Bewährt haben sich alle drei folgenden Materialien. Dicke blaue Müllsäcke, die man auch für Gartenabfälle nutzt, Gefrierbeutel oder Rollsäcke von Ortlieb. Ich sage hier extra Ortlieb, weil ich mit den preiswerten die ich mal hatte schlechte Erfahrungen gemacht habe (waren alle! undicht). Einen Ortlieb Sack nehme ich meist für den Schlafsack, so kann ich diesen bspw. auch unter dem Rucksack anbringen ohne mir Gedanken machen zu müssen (die Säcke sind nämlich extrem robust!), die Müllsäcke und Gefrierbeutel nutze ich für den Rest und haben sich immer bewährt. Zudem sind sie quasi gratis, weil man das meistens eh daheim hat. Also warum extra was kaufen?

Zu beachten ist auch, dass man Ausrüstung schützt, die durch ihren Gebrauch nass wird. Bspw. das Tarp oder eben der Regenponcho. Wenn diese abgebaut oder nicht mehr benötigt werden, dann sind sie schließlich nass. Auch dafür sollte man Tüten haben, damit man nicht alles andere auch durchnässt.

Das sind so die einfachsten Methoden dafür zu sorgen, dass man selber und seine Ausrüstung trocken bleiben. Also ist auch Starkregen keine Ausrede dafür, im Haus zu bleiben, ganz im Gegenteil. Wie eingang geschrieben, ist es ein ganz besonderes Gefühl bei starkem Regen unterwegs zu sein und wenn man zudem weiß, dass man selber und seine Ausrüstung ausreichend geschützt sind, dann ist das umso schöner!

In diesem Sinne

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