Bushcraft Ausrüstung für unter 100€

Muss es denn immer teuer sein? Nein, muss es nicht. Gerade Bushcraft ist ein Hobby oder eine Passion, der man mit relativ wenig Geld nachgehen kann. So könnte ich hier sicherlich auch einen Artikel schreiben und ihn „Bushcraft für 50€“ nennen oder noch weniger, aber die Fähigkeiten die man dazu benötigt hat man am Anfang in der Regel noch nicht und daher sind ein paar Hilfsmittel empfehlenswert. Möglich ist das aber alles.

Wenn ich etwas empfehle, und das gilt in jedem Artikel den ich schreibe, dann nur Ausrüstung, der ich voll und ganz vertraue und die ich selber getestet habe. Wenn ich also manche Ausrüstungsgegenstände nicht berücksichtige die es gibt und die sich vielleicht auch im allgemeinen Bewährt haben, dann nicht, weil ich sie vergesse, sondern weil ich sie ggf. noch nicht selber in Verwendung hatte. Ich werde versuchen auf Alternativen hinzuweisen, aber mache dann jeweils einen Vermerk, wenn ich es nicht selbst erprobt habe.

Einfach, natürlich und Robust. So ließe sich das Grundprinzip der Ausrüstung beschreiben, die man für Bushcraft benötigt, bzw. die dafür ausreicht. Ich werde im folgenden ein paar Kategorien benennen und dazu dann jeweils ein oder mehrere Vorschläge für gute Ausrüstung machen. Man braucht immer nur einen Gegenstand pro Kategorie, manches ist Optional. Am Ende jeder Kategorie kommt ggf. eine Empfehlung, wenn ich mehrere Produkte genannt habe, und nochmal ein „low Budget“ Hinweis, in der ich Tipps gebe, wie es noch preiswerter geht, den der Fokus liegt hier nicht auf dem Preis (auch wenn der Titel anderes vermuten lässt) sondern auf Funktionalität und Wertigkeit. Außerdem geht es um den möglichst flexiblen Einsatz, daher lasse ich beispielsweise bei den Töpfen die Sets weg, die direkt auf einen Kocher spezialisiert sind. Es sollte alles mit allem kompatibel sein.

Topf

Billy Can: Ein wahrer Klassiker, den es in verschiedenen größen gibt. Die verlinkte Version ist die kleinste mit 12cm. Der Topf hat etwa ein Füllvolumen von 1,1 Liter, was für nahezu alles ausreicht was man so im Topf kochen kann. Auch für zwei Personen reicht es nach eigenen Erfahrungen aus. Die größere Version (2 Liter) finde ich zu groß. Der Topf ist aus dickem Edelstahl und gefühlt für die Ewigkeit gemacht.

Stanley Camping Kochset: Mindestens genauso sehr „Klassiker“ wie die Billy Can und primär für Solo Touren konzipiert. Es sind sogar zwei Kunststoff Becher dabei (wenn man nur Kaffeewasser aufsetzt, reicht der Topf für zwei), man spart es sich also einen Becher zu kaufen. Das Set ist ebenfalls aus Edelstahl und schön Robust. 0,7 Liter Volumen.

Low Budget?

Bundeswehr Kochgeschirr: Einfach und funktionell. Topf, Pfanne (!) und Becher in einem. Das ganze ist aus Aluminium, was es schön leicht macht, aber weniger robust als die beiden Edelstahlvorgänger. Für den Anfang auf jeden Fall brauchbar.

Persönliche Empfehlung?

Ganz klar die Billy Can. Hier hat man was, woran man über Jahre hinweg Freude haben wird. Man kann den Topf direkt ins Feuer oder in die Glut stellen, ohne das man sich Sorgen darum machen muss. Mit der Alu low Budget Variante würde ich das nicht machen, aus Angst, dass sie sich zu stark verformt . Das Stanley Set steht also an zweiter Stelle. Die Becher sind gut, mit dem Füllvolumen kann man leben, aber für zwei Personen ist es wirklich zu wenig, was schon wieder eine Einschränkung ist wenn man auch mal zu zweit unterwegs ist. Zudem kann man den Topf nicht über ein Feuer hängen, weil kein Henkel daran ist mit dem das ginge, also eine weitere Einschränkung.


Becher (falls notwendig)

Tatonka Handle Mug: Der wahrscheinlich am häufigsten gesehene Becher im Outdoor Bereich. Nicht nur, weil man direkt eine Nalgene Wasserflache hineinstellen kann und so Platz spart, sondern auch, weil er durch seine Edelstahlbauweise extrem robust ist und man ihn direkt ins Feuer stellen kann, was bei einem Füllvolumen von etwa 450ml wirklich praktisch ist.

Tatonke Edelstahl Becher: Wieder Edelstahl, wieder Tatonka. Kleinerer Becher, daher leichter und ggf. besser zu verstauen. Man könnte ihn auch ins Feuer stellen (da einwandig), das ist vom Handling her aber durch den kurzen Henkel nicht sonderlich komfortabel.

Low Budget?

Irgendein Hartplastik Becher für ein paar Cent. Funktioniert genauso. Will man heiße Getränke trinken, sollte es dickeres Plastik sein (damit man den Becher noch anfassen kann) und solches, das für heiße Getränke geeignet ist (sich also keine Weichmacher oder sowas lösen können). Ich habe hier keinen wirklichen Vorschlag, da die Auswahlmöglichkeiten nahezu unendlich sind.

Persönliche Empfehlung?

Edelstahl! Und hier primär den Tatonka Handle Mug. Wenn auch die neue Version nicht mehr unter eine Nalgene Wasserflasche zu stülpen ist, mag ich die Größe sehr gerne. Zudem kann man ihn eben direkt ins Feuer stellen. Ich koche mein Kaffeewasser gerne in dem Becher, während in meinem Topf das Essen gart. Zudem trinke ich morgens gerne ienen großen Pott Kaffee, da hab ich hier genau das richtige.


Besteck

Spork: Der Spork ist so ein kleiner Plastik Allrounder. Man hat einen Löffel, eine Gabel und etwas, das ein Messer sein soll. Er kostet wenig und ist ziemlich robust. Allerdings vom Handling her eher unpraktisch, das „Messer“ nicht zu gebrauchen.

BW Besteck: Edelstahl, mal wieder. Schwer, robust und es funktioniert einfach. So kann man das BW Besteck beschreiben. Viel mehr kann man dazu nicht sagen, ist halt Messer, Gabel Löffel und ein Dosen/Flascheöffner. Gut zu benutzen und griffig.

Low Budget?

Irgendein Hartplastik Löffel oder dieses Einmalbesteck aus Plastik (das ist allerdings nicht sehr ökologisch). Zur Not packt man sich zwei Löffel/Gabel/Messer ein. Kostet ein paar Cent und wird seinen Zweck erfüllen.

Persönliche Empfehlug?

Low Budget! Ich hatte den Spork, er ist nicht schlecht, aber mir gefiel am Ende das Handling nicht. Viele schwören aber darauf, deswegen wollte ich ihn nicht unerwähnt lassen. Das BW Besteck ist mein Favorit vom Herzen her, da ich es gerne Robust mag. Ich brauche aber eigentlich nur einen Löffel. Gabel und Co sind eigentlich nie im Einsatz und insgesamt ist das Set arg schwer. Ich habe mir vor einer Weile mal einen preiswerten (0,50€) Emaille Löffel geholt den ich immer im Einsatz hatte bisher, werde aber das BW Besteck nutzen (einfach nur, weil ich es toll finde ^^), aber empfehlen kann ich wirklich die Preiswerte Variante (nicht unbedingt die Wegwerf-Variante!), irgendeinen Löffel.


Wasserflasche

Nalgene: Eine Standard Wasserflasche. Gesehen hat sie bestimmt jeder schonmal und sei es in Reiseberichten. Das Plastik ist nahezu unzerstörbar, es ist geruchslos und es lösen sich keierlei Stoffe vom Plastik, selbst bei warmen Getränken. Der Geschmack wird in keiner Weise beeinflusst. Eine Grundsolide und schöne Flasche. Der Weithals ist praktisch, die meisten Wasserfilter sind auf das Format ausgelegt, man hat eine aufgedruckte Skala, der Verschluss hält sehr dicht, da tropft nie etwas.

Nalgene Edelstahl: Die Edelstahlvariante der Flasche. Großer Vorteil hier ist ganz klar, man kann die Flasche direkt ins Feuer stellen, und bspw. Wasser abkochen und sie ist noch robuster.

Low Budget?

Eine einfache Wasserflasche. Ich empfand die Volvic Flaschen immer als sehr angenehm, vor allem wegen dem größeren Hals, zudem haben die 1L Flaschen eine schöne kompakte Form. Im Endeffekt funktioniert aber natürlich jede Handelsübliche Flasche und wenn es eine leere 1L Cola Flasche ist (auch nicht schlecht, da schön robust!)

Persönliche Empfehlung?

Das ist schwierig. Die Edelstahl Nalgene habe ich selber noch nicht, werde sie mir aber holen und dann nutzen. Ich bin, falls es noch nicht aufgefallen ist, ein Freund von Edelstahl. Es macht alles mit und die Wahrscheinlichkeit, das es einen im Stich lässt ist arg gering. Aber empfehlen würde ich sie nicht, da dies nur persönliche Vorlieben sind. Für den Anfang würde ich eine normale Wasserflasche empfehlen weil sie einen nichts kostet. Als wirkliche Ausrüstungsempfehlung würde ich aber lieber die standard Nalgene and Herz legen.


Kocher

Light my Fire Feuerstahl: Zwar kein Kocher im eigentlichen Sinne, aber ein Feuerstarter und damit die Grundlage um zu kochen. Als Zunder würde ich in Vaseline getränkte Watte (100% Baumwolle!) empfehlen. Ein Funke und die Watte brennt zuverlässig. Verlinkt habe ich hier die kleinste und preiswerteste Variante. Ich selber nutze die etwas größere Variante.

Trangia: Und wieder so ein Klassiker. Die Mutter aller Sturmkocher. Man braucht Spiritus um ihn zu betreiben, da kostet die L Flasche etwa 1,50€. Er ist robust und es kann eigentlich nichts an ihm kaputt gehen, wenn man nicht einen Hammer zur Hilfe nimmt. Nur bei Kälte muss man aufpassen, dass das Spiritus nicht kalt wird, sonst wird das Entzünden eine Weile dauern. Ich trage das Spiritus im Winter am Körper und so gibt es keine Probleme. Man braucht dazu allerdings noch eine Topfauflage.

Esbit Taschenkocher: Hier hat man ein Set, das alles beinhaltet. Brennstofftabletten und die Topfauflage ist der Kocher selbst. Die Bundeswehr hat ihn lange genutzt und nutzt ihn noch, soweit ich weiß. Eigentlich müsste er wahrscheinlich in die Low Budget Ecke. Ich bin kein Freund davon. Die Brennstofftabletten machen nicht richtig heiß finde ich, es reicht nur für Kleinigkeiten.

Low Budget?

Der Hobo Kocher! Den kann man sich mit ganz einfachen Mitteln selber bauen, er funktioniert zuverlässig und den benötigten Brennstoff findet man überall auf der Erde. Hier und Hier habe ich mal was zu einem Hobo  Kocher geschrieben, also was das ist und wie er funktioniert. Die Low Budget Variante meint aber einen selbst gebauten Hobo Kocher. Dafür kann man einfach einen Ikea Besteckkorb benutzen. Dazu gibt es diverse Anleitungen zum Umbau im Internet, ich habe den Korb aber einfach so wie er war als Hobo Kocher genutzt, siehe Reisebericht Hier (und Teil 2 und 3). Hat prima funktioniert. Zwar nicht so gut wie die High Tech Variante oder die umgebaute Variante, aber das Wasser hat immer gekocht! Vielleicht noch zwei Zelt Heringe mitnehmen als Topfauflage und man hat alles was man braucht. Um für den Luftzug zu sorgen habe ich auf den Boden meist ein paar Steine gelegt, auch das hat ausgreicht.

Empfehlung?

Jetzt wird es wieder schwierig, sogar noch schwieriger. Definitiv NICHT den Esbit. Auch hier schwärmen viele von, daher die Erwähnung, ich kann es aber nicht nachvollziehen und empfehlen erstrecht nicht, das steht fest! Der Feuerstahl und das offene Feuer sind ganz klar mein persönlicher Favorit, dafür braucht man aber Erfahrung, sonst kann es schnell gefährlich werden. Eine Empfehlung möchte ich daher für den Anfang nicht aussprechen. Der Spiritus Kocher ist klasse und ihn Empfehle ich gerne. Hier kann man nichts falsch machen und er funktioniert treu. Vielleicht etwas Alu Folie als Windschutz mitnehmen und er macht, wofür er gebaut wurde. Er teilt sich aber den Platz mit dem selbstgemachten Hobo Kocher. Hier kann man die ersten Erfahrungen mit Feuer sammeln, aber das ganze in sehr kontrolliertem Rahmen, die Tendenz geht ehrlich gesagt eher in Richtung Hobo Kocher wenn ich so darüber nachdenke, was ich empfehlen möchte!


Messer

Mora: Hier kann ich nur dieses empfehlen. Alle anderen Messer die ich so empfehlen könnte, würden den Preisrahmen sprengen. ^^“ Das heißt aber nicht, dass das Mora hier ein Kompromiss wäre, ganz im Gegenteil. Trotz des günstigen Preises ist es über jeden Zweifel erhaben! Es ist das Messer, das ich immer mit dabei habe wenn ich auf Tour bin. Es kommt schon sehr sehr scharf an, ist rostfrei und es lässt sich hervorragend damit arbeiten. Ich habe sowohl die hier zuerst verlinkte Version, als auch die Light my Fire Version, die den Vorteil hat, dass ein Feuerstahl in den Griff eingearbeitet ist. Wenn man sich ohnehin einen hochwertigen Feuerstahl holen möchte, dann lohnt sich dieses Mora doppelt, ansonsten das normale Mora. Einen weiteren Unterschied gibt es nicht. Das Mora ist hier Empfehlung aus vollster Überzeugung und Low Budget in einem, mal wieder ^^


Tarp/Zelt

Bundeswehr Zeltbahn: Solide, enorm robust, Wasserdicht und von der Größe her genau richtig. Wenn man nur eine holt, dann ist sie zu einer Seite offen, holt man zwei, kann man die mit Hilfe von Knöpfen kombinieren und sich daraus eine komplett geschlossene Dackelhütte bauen. Sehr Wind und Wetter stabil. Nachteil ist ganz klar das Gewicht! Da die BW Zeltbahn gebrauchtware ist, habe ich hier keinen Link, da muss man im Netz eben suchen.

Baumarkplane: Die einfachste Variante. Eine einfache Plane aus dem Baumarkt. Die 2×3 Meter Variante reicht vollkommen aus um sich damit ein großes Lager zu bauen. Die Plane ist extrem robust, 100% Wasserdicht, und sehr preiswert.

Low Budget?

Naja, billiger als die Baumarktplane wird es nicht. ^^“

Persönliche Empfehlung?

(siehe aber unbedingt auch Poncho!) Empfehlen würde ich hier auch die Low Budget Variante. Man zahlt wenig, bekommt was sehr robustes und sie tut was sie soll, vor Regen/Wind schützen! Da ich selber nur ein einziges Mal ein richtiges/normales Tarp im Einsatz hatte, habe ich das nicht in der Auflistung, da müsste ich jetzt irgendeines raussuchen, was preislich passt, sehe da aber nicht die Notwendigkeit und empfehle ungern etwas, das ich nicht selbst genutzt habe. Ein Tarp ist flexibler/dehnbarer, lässt sich also etwas besser/leichter abspannen als eine Plane, aber dafür sind die billigen Tarps gerne auch mal undicht und geben dem Druck des Wassers nach (deswegen hatte ich nie ein billiges in Verwendung), das passiert bei einer Plane definitiv nicht! Auch das ein Ring mal reißt ist mir noch nie vorgekommen bei der Plane. Dafür ist sie ggf. etwas lauter, weil man sie nicht ganz so gut abspannen kann wie ein Tarp, kann die Plane bei starkem Wind durchaus mal Flattergeräusche machen! Ich selber nutze die BW Zeltbahn in Verbindung mit dem BW Poncho. Entweder nutze ich den Poncho als zusätzliche Decke und damit Regenschutz (da ich nur eine Zeltbahn habe, sie also zu einer Seite offen ist) oder aber, bei wirklich schlimmen Wetter, spanne ich den Poncho als zusätzliches Tarp und schaffe mir damit weiteren Schutz vor der Witterung, bspw. für die Feuerstelle.


Poncho

Bundeswehr Poncho: Preiswert, unglaublich robust, 100% Wasserdicht und auch als Plane oder eben als Tarp einsetzbar!! Auch hier, wie bei fast jeder BW Ausrüstung, ist das Gewicht ein negativer Faktor. Man muss halt wissen, was man will, Robust oder leicht? An dem BW Poncho mag ich die Multifunktionalität sehr! Ich nutze ihn auch als Decke! Wenn es bspw. regnet, lege ich ihn als Schutz über meine Wolldecke. So liege ich unter meiner BW Zeltbahn schön trocken, auch wenn sie zu einer Seite offen ist. Wie zuvor in der „persönlichen Empfehlung“ schon geschrieben, bei richtig schlechtem Wetter nutze ich ihn als Tarp. Auch hier kein Link, da Gebrauchtware

Normaler Poncho: Ein ganz normaler, billiger Poncho. Auch hier keine spezielle Empfehlung. Ich habe meinen damals von Decathlon gekauft, der war noch aus Latex. Wenn ihr einen aus Latex findet, würde ich den empfehlen, denn der war ziemlich robust. Alle preiswerten Ponchos die ich danach mal gekauft habe (zwei) waren aus einem deutlich dünneren Material. Hat funktioniert, aber ich mag wie gesagt lieber robustere Qualität. Wenn man preiswerte Ponchos holt, dann ganz normale und besser keine mit extra Ärmeln, denn die Atmungsaktivität von preiswerten Ponchos mit Ärmeln entspricht der einer Plastiktüte!

Low Budget?

Der normale Poncho ist bereits low Budget. Die Notfallponchos oder Einmalponchos würde ich nicht empfehlen, zu dünn, zu unzuverlässig.

Empfehlung?

Für den Anfang reicht definitiv ein einfacher Poncho. War ich auch jahrelang mit zufrieden. Wenn man das Gewicht nicht scheut und den Poncho ggf. direkt als Tarp nutzen möchte, ist der BW Poncho natürlich top, ABER, wenn man den Poncho als Tarp nutzt, was schützt einen dann vor Regen während man aufbaut? In Kombi mit der Zeltbahn geht das, man kann auch den Poncho als Poncho und Tarp nutzen, dann spart man einen Gegenstand. Ich würde aber dennoch den einfachen Poncho empfehlen (und eben eine Plane). Erweitern und anpassen kann man seine Ausrüstuing immer 🙂


Schlafsack

Da es hier um die Grundausrüstung geht, gehe ich mal davon aus, dass man bei eher gemäßigter Temperatur unterwegs ist und nicht im Winter!

Schlafsack: Ein einfacher, preiswerter Sommerschlafsack reicht meistens aus, da möchte ich an dieser Stelle keine Empfehlung aussprechen, da es meinen Schlafsack den ich in Verwendung habe nicht mehr zu kaufen gibt. Bei gemäßigter Temperatur reicht ein einfacher Schlafsack. Ich würde nur darauf achten Kunstfaser zu nehmen (auch wenn alle Daunen Anhänger mich jetzt wahrscheinlich anspringen). KuFa ist zwar schwerer im Vergleich, aber Feuchtigkeit macht einem KuFa Sack nichts aus, werden Daunen nass, dann wärmen sie nicht mehr! Und da man ziemlich einfach unterwegs ist, kann die Ausrüstung schonmal sehr klamm werden. Dieser hier scheint ziemlich solide zu sein, aber da kann ich eben nicht aus eigener Erfahrung sprechen!

Wolldecke: Eine schöne dicke Wolldecke. Meistens hat man schon eine dameim, warum nicht einfach zusammenrollen und einpacken? Einen stabilen blauen Sacke darum und etwas Schnur und schon hat man sie wasserdicht verpackt und kann sie außen am Rucksack, bzw. darunter, befestigen. Ich nutze eine polnische Militärdecke und bin gerade dabei nach und nach zu testen, bis zu welcher Temperatur eine Decke ausreicht. Ich freue mich auf den ersten Frost und werde berichten 🙂 ABER, so oder so, sollte man bei der Kleidung ruhig einen zusätzlichen Pullover mitnehmen oder sowas, damit die Nacht nicht zu kalt wird! Nochmal der Hinweis, es geht um eher warme Temperaturen. Die Militärdecken finde ich extrem gut und da es sich dabei auch häufig um Gebrauchtware handelt, gibt es sehr gute Qualität (echte Wolle, Schurwolle etc) verhältnismäßig preiswert.

Low Budget?

Die einfache Wolldecke würde ich sagen. Wenn man keine hat, kann man sich meist eine leihen oder eben preiswert eine gebrauchte Militärdecke kaufen.

Persönliche Empfehlung?

Tendenziell die Wolldecke aus Armee Beständen. Da ich aber noch nicht selber getestet habe, bis zu welcher Temperatur hinab man sie nutzen kann, kann ich da noch keine genauen Angaben machen. In einer Hängematte liegend bei ca. 6 Grad habe ich sie schon getestet, das war aber noch eine dünnere Fleece Decke, die andere habe ich bei tieferen Temperaturen noch nicht testen können, das kommt noch. Will man auf Nummer sicher gehen, sollte man sich einen Schlafsack holen, der das gewünschte Temperatur Spektrum trifft. Daher kann ich da nichts empfehlen oder ein Produkt vorstellen, da jeder ggf. was anderes braucht!


Iso Matte

Evazote: Robust! Hier kann nichts kaputt gehen. Zudem sehr preiswert. Gibt es in verschiedenen Dicken.

BW Merzweckmatte: Robust und einfach. Super vom Format, da man sie zusammenfalten kann. Allerdings gibt es sie nur in einer Einheitsdicke. Auch eher für gemäßigte Temperaturen, aber zur Not legt man ein paar Äste und Laub darunter und erhöht so die Isolationsleistung.

Low Budget?

Die BW Matte! Meist bekommt man sie auch gebraucht in verschiedenen Shops, dann ist sie unschlagbar preiswert!

Persönliche Empfehlung?

Gerade am Anfang und in Hinblick auf die beiden Rucksäcke die gleich kommen ganz klar die BW Mehrzweckmatte! Passt perfekt in den Rucksack, ist sowieso gut zu transportieren, kostet wenig, gebraucht noch weniger, ist robust, kann man auch bei einer Pause mal als Sitzkissen nutzen, und und und. Nur so richtig bequem ist sie nicht ^^


Rucksack

Kampfrucksack: Sehr gute größe (65 Liter), ziemlich robust, trotz des geringen Preises, die BW Matte passt perfekt hinein und auch sonst sollte man alles unterbekommen, was man mitnimmt. Den Rucksack habe ich mir damals auch gekauft und ihn ein paar Jahre genutzt. Er hat mich nie im Stich gelassen und sieht auch noch gut aus! Es handelt sich bei dem Rucksack natürlich um ein Imitat, es ist also kein original US Kampfrucksack. Gebrauchte Originalware habe ich da noch nicht gesehen, aber auch noch nicht wirklich gesucht.

Gebirgsjägerrucksack: Auch ein sehr guter Rucksack, ebenfalls sehr gute Qualität (man bekommt ihn auch oft in verschiedenen Shops als Gebrauchtware in Originalqualität, habe mir einen geholt und der war wirklich für die Ewigkeit gebaut, der Link führt zu einem Original BW Rucksack). Der Gebirgsjäger Rucksack ist kleiner (35L) als der Kampfrucksack.

Low Budget?

Wieder beides oben genanntes! Der Gebirgsjägerrucksack ist preiswerter, wenn man ihn gebraucht holt, aber auch kleiner.

Persönliche Empfehlung?

Der Kampfrucksack. Lieber ein klein wenig mehr Platz haben, den man ggf. komprimiert, als das man zu wenig hat und nicht alles mit bekommt! So hat man immer noch Reserven und kann auch mal länger unterwegs sein, weil auch genug Essen hinein passt. Der Rucksack entscheidet letztlich über die Dauer der Tour! Grundsätzlich reicht der 35l Rucksack, aber gerade wenn man etwas sperrigere Ausrüstung dabei hat (bspw. Plane) kann es ggf. eng werden. Wenn man nur wenig Kälteschutz dabei haben muss und damit leben kann die Wolldecke unter den Rucksack zu zurren, dann reicht aber der Gebirgsjäger voll und ganz aus. Hängt halt alles von der gewählten Ausrüstung ab.


Kleidung

Zu der Kleidung gibt es keine Empfehlungen oder dergleichen. Einfach mal den Kleiderschrank aufmachen und hinein schauen. Vielleicht nicht gerade den Sonntagsanzug wählen, aber für den Anfang reicht eine einfache Jeans aus. Einen Pullover, Longsleeve oder eine Strick-/Fleecejacke wird man vielleicht auch haben. Handschuhe, Schal und Mütze sind wahrscheinlich auch vorhanden. Bei interesse kann ich gerne nochmal ein paar Sachen vorstellen und da einen extra Artikel zu schreiben, aber hier würde ich zunächst kein/kaum Geld ausgeben wenn man anfängt. Wenn man regelmäßig unterwegs ist, kann man sich überlegen, ob man sich die ein oder andere Funktionskleidung holt, also solche, die besonders robust ist, oder warm, oder in unauffälligen Farben etc. Ich würde nur keine zu engen Klamotten wählen, man will sich ja darin bewegen können.


Kleinkram

Ich würde vielleicht noch etwas Kleinkram einpacken. Dazu gehört auf jeden Fall Schnur! Sei es um die Plane abzuspannen, sei es als Ersatzschnürsenkel. Ein kleiner Kompass kann auch nicht schaden, oder eine Karte von dem Gebiet, in dem man Unterwegs sein möchte (falls notwendig). Auch eine Taschenlampe ist sicher nicht verkehrt, aber auch da reicht am Anfang etwas, was man vielleicht eh schon daheim hat.


Fazit

Wenn ich nun also mal hochrechne komme ich auf folgende Werte:

Low Budget: ca. 95€

Persönliche Empfehlung: ca. 120€

Ok, meine Empfehlungen sind an der einen oder anderen Stelle etwas teurer, so dass ich die 100€ überschreite. Mit der Low Budget Variante liegt man allerdings knapp drunter.


Damit dürfte ich hoffentlich alles Wichtige abgedeckt haben. Wenn man merkt, dass man dieser Passion gerne nachgeht, dann wird sich bei der Ausrüstung sicherlich nach und nach was bewegen. Die meisten der hier vorgestellten Gegenstände nutze ich selber regelmäßig, weil sie sich einfach bewährt haben. Bei ein paar Dingen habe ich aufgerüstet, bspw. habe ich einen anderen Rucksack, oder eine Wasserfeste Stirnlampe, neben meinem Mora hab ich gerne noch ein größeres Messer oder eine kleine Axt dabei etc.. Das sind so Anpassungen, die kommen mit der Zeit, wenn man denn will, oder braucht. Mit dem hier vorgestellten ist man aber schonmal gut (!) ausgerüstet und wenn dann noch ein bisschen Erfahrung hinzu kommt, dann kann man damit eigentlich so ziemlich alles machen. Deswegen auch solide Grundausrüstung. Es ginge noch billiger, aber da könnte ich dann wirklich keinerlei Empfehlungen mehr aussprechen. Man kann sich auch ein paar Staffeln Bear Grylls anschauen und dann einzig mit einem Messer ausgerüstet drauf los ziehen, kann auch klappen, würde ich am Anfang dennoch nicht empfehlen ;-D

In diesem Sinne

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s