Outdoor Gefahren: Hitzeschaden

Nachdem ich im letzten Artikel zu den „Outdoor Gefahren“ die Hypothermie behandelt habe, will ich mich in diesem Artikel gegenteiligem widmen, dem Hitzeschaden. Nicht nur die Kälte kann dem Körper zu schaffen machen, die Hitze nicht minder. Wahrscheinlich kennt es jeder, das nahezu alles in brütender Hitze anstrengender ist. Das hat seine Gründe, denn Hitze bedeutet Anstrengung für den Körper.

Auch hier unterscheide ich und zwar zwischen Sonnenstich und Hitzschlag. Natürlich gibt es noch weitere Hitzeschäden, sei es die Hitzeerschöpfung, der Hitzekollaps oder der Hitzekrampf. Ich gehe aber primär auf die beiden Erstgenannten ein, da ich sie für die gefährlichsten und häufigsten Hitzeschäden halte. Und wenn man die Ratschläge zur Prävention von Sonnenstich und Hitzschlag beherzigt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass die anderen Hitzeschäden einen ereilen.

Wie schon beim letzten Mal erwähnt, ich bin KEIN ARZT! Zwar bin ich ausgebildeter Ersthelfer und habe hier nach bestem Wissen und Gewissen zusammengefasst, was ich weiß (und das ein oder andere recherchiert, um sicher zu gehen), aber eine ärztliche Ausbildung habe ich nicht.

Der Sonnenstich ist einfach erklärt: zu viel direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf- und Nackenbereich. Die Wärme ist hier der Auslösende Faktor, der dafür sorgen kann, dass die Hirnhaut gereizt wird und sich ggf. entzündet.

Symptome: Ein hochroter Kopf, Schwindel, Übelkeit bis Erbrechen, Kopfschmerzen, Benommenheit/Schlappheit, steifer Nacken und Nackenschmerzen. Schwere Fälle (bspw. bei Ausbleiben einer Reaktion) können bis zur Bewusstlosigkeit und dem Kreislaufzusammenbruch führen, Todesfälle kommen vor, ebenso kann es zu bleibenden Schäden kommen. Da ein Sonnenstich aufgrund einer lokale Hitzeeinwirkung auftritt, ist die Körpertemperatur oft ganz normal und damit kein Indikator für oder gegen einen Sonnenstich. In manchen Fällen kann Fieber natürlich auftreten, aber es ist eben kein Muss!

Vorbeugemaßnahmen: Nach Möglichkeit nicht in der größten Hitze und bei direkter Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken unterwegs sein, Schatten suchen, darin pausieren, damit sich die Temperatur wieder regulieren kann. Eine leichte Kopfbedecktung tragen, die den Kopf vor der Sonneneinstrahlung schützt. Gerade ein Hut bringt eine Menge, wenn man durch die Sonne marschieren muss!

Gegenmaßnahmen: Raus aus der Sonne! Das ist natürlich die erste Maßnahme sobald man die Symptome wahrnimmt. Der Betroffene sollte sich hinlegen, bei leicht erhöhtem Kopf. Kopf und Nacken kühlen. bspw. ein Shirt/Tuch mit Wasser tränken und auf die Stirn oder in den Nacken legen. Wenn keine Besserung auftritt oder der betroffene das Bewusstsein verliert, sollte man schnellstmöglich einen Arzt zu Hilfe ziehen! Da dies gerade in so mancher Outdoor Situation nicht möglich ist, wird vielleicht deutlich, weshalb man hier vorbeugen sollte, um nicht in diese Situation zu kommen. Mit einem Sonnenstich ist nicht zu spaßen!

Wenn man rechtzeitig reagiert, kommt es eigentlich nicht so weit. Bei den ersten Anzeichen raus aus der Sonne und kühlen, damit ist meist schon geholfen, ABER, sobald es einem besser geht ist das kein Freifahrtsschein wieder durch die pralle Sonne zu laufen, ganz im Gegenteil, man sollte die Sonneneinstrahlung meiden und lieber ein paar Stunden pausieren und warten bis die Kraft der Sonne nachgelassen hat, oder eine alternative Route wählen die mehr Sonnenschutz bietet!

Beim Hitzschlag ist die Körpertemperatur deutlich erhöht, dabei können Werte über 40 Grad erreicht werden. Meistens tritt ein Hitzschlag durch Anstrengung bei großer Hitze auf. Bspw. wenn man mit schwerem Gepäck einen steilen Anstieg bewältigen will, am besten noch in der prallen Sonne.

Symptome: Ähnlich die des Sonnenstichs (Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel), wobei vom Hitzschlag Betroffene meist sehr stark benommen sind, ggf. taumeln. Es bleibt eigentlich kaum ein Zweifel, dass etwas nicht stimmt! Die Haut ist am ganzen Körper hoch rot (bis zu blau rot), heiß und trocken! Gerade letzteres ist auffällig, denn die Schweißproduktion wird eingestellt, daher die trockene Haut! Die Körpertemperatur ist stark erhöht, ebenso der Pulsschlag, Halluzinationen können auftreten. Auch ein Hitzschlag kann zum Ableben führen!

Vorbeugemaßnahmen: Nach Möglichkeit schwere Anstrengung bei größerer Hitze (bspw. Mittagshitze) meiden. Hier muss man ggf. seine Planung über den Haufen werfen und mindestens die Mittagshitze abwarten und ruhen (oder einen anderen, leichteren Weg wählen). Der Berg läuft nicht weg! Die Anstrengung kann dann bspw. auf die Abendstunden verlegt werden.

Gegenmaßnahmen: Raus aus der Sonne! Natürlich ist auch das wieder die erste Reaktion. Kann man der Sonne nicht entkommen, ist also kein schattiger Ort in der Nähe, muss man dafür Sorgen, einen zu schaffen (Tarp, Zelt, Kleidung und Schnur etc.), das gilt natürlich ebenso für den Sonnenstich. Nach Mögchlichkeit sollte der ganze Körper mit nassen Tüchern gekühlt werden, da durch einen Hitzschlag ein Wärmestau entsteht und das Körpereigene Temperatur Regulierungsprogramm aus den Angeln gehoben wurde. Man muss ihm die Arbeit quasi erstmal abnehmen, um den Körper zu kühlen. Dabei sollte der Betroffene sich aber nicht direkt in einen kalten Bach legen oder dergleichen, das wäre eine zu krasse Kühlung, die zum Schock und auch Kreislaufzusammenbruch führen könnte. Lieber Kleidung und Haut immer wieder anfeuchten und die Verdunstungseigenschaften von Wasser nutzen. Bei einem Hitzschlag sollte man ebenfalls nach Möglichkeit den Notarzt verständigen, denn Körpertemperaturen jenseits der 40 Grad sind extrem gefährlich!! Auch hier sollte sich der Betroffene hinlegen, bei leicht erhöhtem Oberkörper. Enge Kleidung öffnen oder direkt ausziehen. Luft zu fächern ist auch eine Möglichkeit die Hilft, die Körpertemperatur langsam wieder zu senken.

Hitzeschäden sind nicht weniger schlimm als Kälteschäden und können nicht minder zur ernsthaften Gefahr werden!

Ein leichter bis mittlerer Sonnenstich hat mich in Island ereilt. Insgesamt hatte ich fast zwei Tage damit zu tun, denn die Tour war ja noch nicht beendet und ich hatte leider keinen Hut dabei! Das passiert mir nicht wieder und so ist ein Hut für mich zur Standardausrüstung geworden. Ich nutze dabei einen einfachen Fischerhut. Wiegt nix, kostet nix und lässt sich klein zusammen knüllen. Ein weiterer Tipp, trinkt ausreichend! Hitze und zu wenig Wasser sind eine ganz ganz schlechte Idee und kann zu den anfangs erwähnten anderen Hitzeschäden führen!

Also, in diesem Sinne, bleibt gesund und passt auf euch auf.

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