Die perfekte Ausrüstung und warum es sie nicht gibt…

Kennt ihr das auch? Ihr habt Ewigkeiten nach neuer Ausrüstung gesucht, was vermeintlich perfektes gefunden und dann im Einsatz festgestellt, dass es doch nicht passt, oder eine Woche später etwas vermeintlich noch besseres gefunden? Mich würde mal interessieren, ob es euch auch manchmal so geht und bei welcher Ausrüstung das der Fall war. Hier geht es um die perfekte Ausrüstung.

Ich habe ja schon ein paar Mal erwähnt, dass ich zum Perfektionismus neige, was manchmal etwas hinderlich sein kann. Aber so habe ich natürlich bei der Ausrütung immer nach dem Allround Ausrüstungsgegenstand Gesucht, nur mit Vorteilen gesegnet, Nachteile und Schwächen sind ihm fremd…..ich bin gescheitert. Naja, eigentlich ist scheitern das falsche Wort, denn ich bin einfach schlauer geworden, bzw. habe mich von einem Irrglauben befreit, nämlich dass es für alles „das Beste, einzige Wahre“ gibt. Das kann es gar nicht geben! Der Minimalismus (ich sammle …ismus ^^“) hat mich zudem dazu drängen wollen, einen Gegenstand für einen Bereich zu haben, der quasi in jeder Situation funktioniert….ich bin gescheitert. Naja, eigentlich…ihr ahnt schon.

All zu oft werden die besten Produkte angepriesen, doch wenn man sich intensiver mit ihnen auseinandersetzt, dann findet man immer Schwachstellen (bestes Beispiel Regenjacken. Die unglaubliche Super Jacke, super Atmungsaktiv, absolut Wasserdicht, Winddicht sowieso, ne Mikrowelle ist auch drin, aber n Rucksack darf man nicht aufsetzen….) und immer andere Produkte, die diese Schwachstellen nicht haben, sondern wieder Andere. Ich habe die Ausrüstung mittlerweile nach Jahreszeiten zusammengestellt. Gerade bei Kleidung lässt sich zwar manches gut kombinieren aber für manche Bereiche/Anwendungen braucht man einfach spezielle Ausrüstung. Wer hier schon den ein oder anderen Reisebericht gelesen hat, der weiß, dass ich mit meinem einfachen, super leichten Sommerschlafsack schon die ein oder andere verrückte Tour gemacht habe aber das sind schon Touren der „besonderen“ Art und dabei kann man nicht wirklich viel erleben, bzw. genießen, also macht ein Winterschlafsack auf jeden Fall Sinn! Im Herbst bspw. ist der Sommerschlafsack (der auch so langsam mal erneuert werden sollte, weil er schon viel zu oft und lange komprimiert wurde ^^) noch immer nicht warm genug, der Winterschlafsack allerdings ist zu warm. Also habe ich noch einen Schlafsack für Frühling/Herbst und bin damit für alle Wetterlagen von +30 bis -30 Grad gerüstet. Mein Plan von einem Schlafsack der alles kann ging nicht auf, zumindest nicht, wenn man nicht frieren will und das habe ich schon genug. Vor allem bei langen Touren im Ausland bin ich mittlerweile um ein gewisses Maß an Komfort sehr froh. Nicht weil ich gemütlicher werde und Anstrengung scheue, sondern weil ich bei Auslandstouren die Umgebung in vollen Zügen wahrnehmen und genießen möchte und je erholter man ist, desto besser kann man das.

Ein anderes Beispiel ist ein Kocher, in mancher Situation ist jener besser, in mancher ein anderer. Wie beim Sommerschlafsack im Winter geht alles, wenn man ein wenig Leidensbereit und/oder verrückt ist und auch auf den kleinsten Komfort verzichtet. Ich will hier also niemanden dazu bringen zig Dinge haben zu müssen, man kann sich da auch verzetteln und hat viel mehr, als man in Wirklichkeiten braucht, ist gegen Eventualitäten gerüstet, die niemals eintreten werden etc. Das ist nämlich genau die Kehrseite. Es gibt nur wenige Dinge, die quasi nur von Vorteil sind, aber es gibt unendlich Dinge, die für unendlich Situationen sind. Man kann sich also gegen eine Millionen Eventualitäten rüsten indem man eine Millionen Gimmicks mit sich schleppt. Möchte man das?

Ein guter Mittelweg scheint mir, wie es meistens ist, der Königweg zu sein. Es macht durchaus Sinn mehr als einen Schlafsack zu haben, aber fünf bräuchte man nicht. Es reicht, wenn man einen Gaskocher hat der zuverlässig funktioniert, im Winter oder großer Höhe ist ein anderer Kocher trotzem von Vorteil etc.

Bei mir, wie oben schon angedeutet, ist ein Punkt immernoch Regenjacke versus Poncho. Der Poncho ist der Allrounder preiswert und schlicht. Die Jacke ist ggf. robuster, bequemer zu tragen, bis zu den Ärmeln dicht und angenehm eng am Körper zu tragen, ohne flattern etc. Dafür sollte man schon eine unverschämt teure 3 Lagen Jacke haben, wenn die nicht durch den Rucksack zerstört werden soll, oder man nimmt eine preiswerte Jacke die erstmal dicht hält und lebt halt damit, wenn die nach ein paar Einsätzen versagt. So viele Optionen und immer wieder schwanke ich hin und her.

Die Ausrüstungsfalle funktioniert also in beide Richtungen, was es nicht leichter macht. Man kann viel zu viel haben, oder auch zu wenig. Man sollte sich also zum einen überlegen, ob man wirklich jede Eventualität abdecken möchte, wovon ich wirklich abraten würde, ebenso sollte man jedoch für manche Situation auch das passende Werkzeug dabei haben.

In diesem Sinne

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