Mein „Survival“ Gürtel – Grundausstattung im Gürtelformat

Wie schon in dem letzten Artikel „Mein Survival Kit“ angekündigt, möchte ich hier meinen kompletten „Survival Gürtel“ vorstellen. Das Prinzip hinter dem Gürtel ist eigentlich identisch zu dem Prinzip hinter dem Survival Kit, letztlich ist es ja auch ein elementarer Bestandteil des Gürtels. Survival Gürtel Klingt ein wenig hoch gestochen bzw. heroisch, aber letztlich ist es der beste Begriff dafür. Auch wenn er hoffentlich niemals seinem eigentlichem Zweck folgend eingesetzt werden muss, ist es gut ihn zu haben und sich mit dem Inhalt auszukennen.

Der Gedanke ist folgender: sollte ich aus irgendwelchen Gründen von meinem Rucksack getrennt werden, möchte ich nicht ohne Basis Ausrüstung dastehen, sondern das Wichtigste am Körper tragen. Hosentaschen reichen dafür nicht unbedingt aus und so kam ich irgendwann auf diesen Gürtel. Wie man auf dem Bildern sehen wird, ist kein Tarp daran befestigt, dass ist nur bei dieser Tour der Fall gewesen. Anstelle der kleinen Tasche in der Mitte, wäre normalerweise ein Tarp oder Poncho befestigt. Ich brauchte es nur in dem Moment nicht und hatte das beim Bilder machen nicht bedacht.

Dieser Gürtel beinhaltet also die komplette Grundausstattung, und so kann ich allein mit diesem Gürtel bereits auf Tour gehen, ohne das ich einen Rucksack benötige. Vor allem im Sommer brauche ich eigentlich nichts weiter. Vielleicht würde ich dann noch eine Hängematte hinzufügen, aber letztlich fehlt es an nichts essentiellem. In die Cargo Taschen noch etwas Verpflegung und alles ist dabei, was dabei sein muss. Ich nutze hier noch einen normalen Cordura Gürtel, werde den aber auf kurz oder lang gegen den 5.11 Tactical Brokos Belt oder aber gegen den Tasmanian Tiger Warrior Belt austauschen. Da alle meine Taschen mit Molle Schlaufen versehen sind, bieten sich diese beiden Gürtel einfach an, um die Ausrüstung wirklich gut zu fixieren. Aber so sieht das ganze erstmal aus.

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(zum vergrößern einfach anklicken)

Der Nylon Gürtel ist ein ganz einfacher aus dem Baumarkt für 3€ oder so und wird erstmal seine Dienste tun. Der einzige Nachteil an ihm ist halt, dass die daran befestigten Dinge hin und her rutschen (können). Das ist nicht dramatisch, also kein wirklich schlimmer Nachteil. Dennoch denke ich, dass ein breiterer Gurt, vor allem mit Molle Schlaufen, noch angenehmer zu tragen sein wird. Außerdem kann man daran noch effektiver etwas fixieren, bspw. auch mit Zurrgurten.

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Zu dieser ersten Tasche werde ich hier nichts weiter schreiben, da ich sie in einem extra Artikel bereits vorgestellt habe (klick HIER). Dies ist nämlich mein Basic Survival Kit. Selbst wenn ich nichts von den anderen Dingen am Gürtel bei mir trage, diese Tasche und ein Messer trage ich auf jeden Fall.

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Die kleine Tasche ist der 5.11 H2O Carrier. Um ehrlich zu sein, wollte ich eigentlich den Maxpedition Bottle Holder haben, aber der war mir einfach zu teuer. Schön an der Maxpedition Version ist einfach, dass eine Zusätzliche Tasche daran ist, ebenso, dass sie insgesamt etwas größer ist. Aber für eine Maxpedition Tasche bekomme ich zwei 5.11 Taschen von nahezu gleicher Qualität, da musste ich nicht lange überlegen. Zumal der einzige Unterschied in der „fehlenden“ zusätzlichen Tasche liegt. Mit dem H2O Carrier bin ich wirklich zufrieden. Meine Nalgene Flasche passt perfekt hinein und selbst mit dem Tatonka Becher darunter passt es noch in die Tasche. Das schöne an dem Tatonka Becher ist, dass die Nalgene wirklich pass genau hinein passt, ABER: Tatonka hat vor einiger Zeit eine neue Auflage herausgebracht und die ist leider ein paar mm zu klein für die Nalgene, da muss man also aufpassen. Ich habe meine Tasse einmal verschenkt und wusste leider nicht, dass man nur schwerlich eine passende neue wieder bekommt. Mittlerweile hat Globetrotter sie wieder im Programm (habe den entsprechenden Link gesetzt) und hoffe für jeden, der auch einen solchen Becher haben möchte, dass sie dauerhaft die richtige Größe führen.

Nalgene ist für mich erste Wahl, weil ich den Weithals sehr gerne mag (es trinkt sich gut daraus und man kann auch hervorragend Wasser hinein füllen, was noch wichtiger ist) und es bevorzuge, wenn die Flaschen durchsichtig sind. Außerdem sind sie sehr robust, ein weiterer Vorteil. Der Tatonka Becher hat eben den Vorteil, dass man die Nalgene hineinstellen kann. So verschwendet man keinen Platz. Der Becher fasst laut Angabe 0,5 Liter, ich würde aber von reell nutzbaren 0,4 Liter max ausgehen. Die Faltgriffe sind schön lang, so kann man den Becher direkt nutzen, um mit ihm zu Kochen (er ist ja aus Edelstahl). Seien es Nudeln oder eben das Kaffeewasser. In meinem Set erfüllen sie den Zweck des Containers. Ich kann zum einen 1 Liter Wasser transportieren (neben den Gefrierbeuteln in meinem Survival Kit, mit denen ich zusätzlich 3-6 Liter transportieren könnte) und vor allem habe ich ein Behältnis um zu kochen. Zwar habe ich Chlor Tabletten dabei, aber wenn ich die Wahl habe, koche ich lieber ab, als das ich Chlor nutze.

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Diese kleine Tasche enthält ein mini erste Hilfe Kit. Darin enthalten ist wie sichtbar eine Schere, mehrere Pflaster, Desinfektions Tücher, Verbandstape, ein paar Schmerztabletten sowie Nagelknipser, Pinzette und ein paar Kompressen. Die Hygienetücher sind fest genug um mir damit einen Verband bauen zu können, das Tape tut sein übriges. Pflaster kann man immer gebrauchen und Nagelknipser sowie Pinzette kann einem das Leben wirklich erleichtern.

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Dieses Set ist mein Arbeitstierset wenn man so will. Ich nutze hier wieder den H2O Carrier von 5.11, da er von der Größe und vor allem Länge her am besten passt. Zuerst mein Mora Light my fire Messer. Bei dieser Mora Version handelt es sich um eine Kooperation von Mora und Light my fire. Das Gute ist, dass in den Griff des Moras ein Feuerstahl von guter Qualität eingearbeitet wurde. Die Kante des Moras ist zudem „scharfkantig“ so dass man direkt mit dem Messerrücken Funken erzeugen kann. Das Mora ist eines der, wenn nicht sogar das beste Messer für den Outdoor Bereich. Es ist preiswert, Rasiermesser Scharf schon aus der Box, lässt sich einfach nachschleifen, ist Rostfrei, liegt gut in der Hand und macht alles, was es soll. Klar, Holz Spalten würde ich damit nicht unbedingt (ab einer gewissen Dicke zumindest), aber alle feineren und „medium ruppige Arbeiten“ kann man damit hervorragend ausführen. Das Mora ist hier mein Zweitmesser. Damit stelle ich Zunder her, bzw. ganz feine Holz streifen (Feathersticks).

Ganz links sind einmal robuste Arbeitshandschuhe aus dickem Leder und eine stabile Mülltüte. Darin sammle ich Reisig/Zunder wenn ich unterwegs bin. Die Handschuhe sind einfach nützlich weil ich auf jeden Fall Verletzungen vermeiden möchte. Auch wenn es nur Schrammen sind, können diese einen beeinträchtigen. Ist man in einer tatsächlichen Notsituation, sollte man jede Verletzung vermeiden. Blut zieht Mücken an, die Wunde könnte sich entzünden etc., alles Kleinigkeiten, die zum Problem werden könnten. Also lieber auf Nummer Sicher gehen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man zur Not kurz ins Feuer greifen kann um bspw. die Tasse raus zu holen oder einen Ast richtig zu legen etc.

In der Mitte sieht man meine Lapplander. Eine wirklich hervorragende Klappsäge, die durch Holz gleitet wie ein heißes Messer durch Butter! Gibt es sogar im Set mit einem Mora, bzw. einer Mora Version von Bahco. Das Messer kam bei mir komplett stumpf an, nachdem ich es allerdings richtig geschärft habe, ist es so scharf geworden wie man es von Mora kennt. Die Säge hat einfach den Vorteil, dass man damit wesentlich komfortabler Längere Äste/Stämme in Feuergerechte Stücke sägen kann. Das geht wesentlich leichter als mit dem Messer und viel Gewalt. Ein Messer ist einfach nicht zum hacken gedacht! Und auch hier gilt wieder: in einer Notsituation muss man vorsichtig sein. Mal abgesehen davon dass das Hacken mit dem Messer ein größeres Gefahrenpotential birgt, kostet es auch einfach viel mehr Kraft. In einer Notsituation sollte man sich seine Kraft aber gut einteilen und so viel davon sparen, wie man kann!

Dann habe ich noch Schnur und Fahrrad Schläuche dabei. Schnur, bzw. Paracord kann man immer gebrauchen. Wie viele Meter es sind, kann ich gar nicht genau sagen, ich würde sagen um die 15-20 Meter. Es ist nicht die beste Schnur dafür, aber zur Not kann man sich damit einen Bogen bauen (keinen guten, aber ein schlechter Bogen ist besser als gar kein Bogen!). Ich überlege dafür nochmal was anderes mitzunehmen, aber so groß schien mir die Notwendigkeit nicht zu sein, denn primär ist die Schnur halt für alles da, wofür man Schnur benötigt. Die Fahrradschläuche sind halbiert und fast ein wenig Spielerei als tatsächliche Survival Ausrüstung. Ich habe 40cm Fahrrad Schlauch dabei, den ich vorsichtig halbiert habe, so dass ich zwei Striemen mit jeweils 40cm habe. Die nutze ich dazu, um eine Zwille zu bauen (der zweite Streifen ist Backup, oder für andere Zwecke einsetbar). Man kann mit den Stücken Schlauch natürlich auch das Messer an einem Speer befestigen oder einen Griff verstärken etc. Es hat also mehrere Anwendungsmöglichkeiten, primär ist es aber für die Zwille gedacht, da bin ich ja ehrlich. Zuletzt ist in der Tüte noch etwas weiterer Zunder. Hierbei handelt es sich allerdings einfach um die Reste aus dem Trockner, also Fussel. Gut brennbar, leicht und kostenlos, was will man mehr.

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Zuletzt sicherlich einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände in meinem Gürtel. Mein Ka-Bar Becker Bk2. Ein Messer wie ein Panzer!!! Ich will gar nicht so viel zu dem Messer schreiben, da ich es nochmal in einem extra Artikel vorstellen werde. Es ist ein großartiges Messer für alles Grobe. Feinere Arbeiten sind damit auch ausreichend möglich (da verlasse ich mich aber lieber auf das Mora) aber sicherlich nicht das Haupteinsatzgebiet. Es dient zum abhacken von dünnen Ästen (wirklich dünnen!! Ich würde mit meinem Messer niemals einen wirklichen Ast hacken (außer wenn ich es muss), sondern in der Regel nur solche von Fingerdicke, wo es sich einfach nicht lohnt die Säge herauszuholen, da ein Schlag mit dem Messer ausreicht) aber primär auch zum Spalten von Holz. Dafür ist ein Messer zwar auch nicht gemacht, aber das geht einfach unverschämt gut, vor allem mit einem Messer, dass eine 6mm breiten Klingenrücken hat!!! An der Scheide ist eine Tasche angebracht, in der man entweder einen kleinen Schleifstein unterbringen kann oder, wie ich es gemacht habe, einen sehr hochwertigen Feuerstahl, in diesem Fall der Light my Fire Army. Zwar ist im Mora einer enthalten und der ist auch wirklich gut, aber da gehe ich gerne auf Nummer sicher. Zudem ist der von Light my fire noch hochwertiger und dicker, wodurch er mehr und stärkere Funken produziert. Der Feuerstahl im Mora ist quasi mein backup.

Das war im wesentlichen die Ausrüstung an meinem Survival Gürtel. Ich muss dazu sagen, der Gürtel ist wahrscheinlich niemals zu 100% fertig, es wird sich immer mal was an der Zusammenstellung ändern, das ein oder andere wird ausgetauscht, hinzugefügt oder entfernt werden. Wie eingangs geschrieben habe ich vor mir auf kurz oder lang einen Gurt mit Molle Schlaufen zu holen, um die Taschen noch besser befestigen zu können.

Wenn sich etwas an meiner Ausrüstung tut oder an der Zusammenstellung, dann werde ich nochmal einen kleinen Artikel dazu schreiben und die Änderungen vorstellen.

Wie immer freue ich mich über Fragen, Anregungen und „gefällt mir“ klicks ^^

In diesem Sinne.

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