Reiseplanung Teil 3a : Abteilung Lager

Teil 1 – allegemeines – Was will ich eigentlich Teil 2 – Abteilung Küche

Reiseplanung Teil 3a: Abteilung Lager

Da wir von dem freien, komplett Autarken Wandern ausgehen, haben wir in Sachen Lager nur drei Möglichkeiten: Zelt, Tarp/Plane und eine natürliche Behausung. Da die Abteilung Lager ein wenig Umfangreicher ist, habe ich die Artikel in a und b unterteilt. In diesem Teil geht es primär um allgemeine Information und um Kuppel- sowie Tunnelzelt. Teil b kümmert sich um das 1-Mann Zelt, Geodät, Tarp und die natürliche Behausung, auch werden noch einzelne Aspekte der Qualität wie die Wassersäule beleuchtet.

Wie der Gaskocher in der Abteilung Küche (klicke hier für Abteilung Lager und hier für den Teil 1), ist das Zelt der Klassiker bei der Abteilung Lager. Hier stellen sich zunächst zwei Fragen. Für wie viele Personen und von welcher Art soll das Zelt sein? Gehen wir erstmal von zwei Personen aus. Man kann natürlich ein 2 Mann Zelt holen oder aber jeder holt sich ein 1 Mann Zelt. Vorteil beim Ersteren sind bspw. geteilte Kosten, das Gute am Zweiten ist, jeder hat ein Lager, dass man auch auf Solo Touren benutzen kann, ohne dass man unnötiges Gewicht (zu großes Zelt für einen alleine) mit sich herumschleppen muss. Im Notfall, sollte beispielsweise einer von beiden sein Zelt verlieren, gibt es eben noch ein zweites. Das wird zwar nicht komfortabel, aber besser als nichts.

Gerade für den letzteren Gedanken sollte man, wenn man sich für ein 1 Mann Zelt entscheidet, genau auf die Maße achten (Ist man als Paar unterwegs, bietet sich sowieso das 2 Personen Zelt an) die sich wiederrum nach den eigenen Körpermaßen richten sollten. Wenn man die ganze Nacht mit dem Kopf gegen die Zeltwand drückt, weil das Zelt einfach zu kurz ist für einen, ist das eher ungünstig. Auch wenn man in einem 2 Personen Zelt mit seiner Freundin oder seinem Freund unterwegs ist, sollte das Zelt genug Platz für beide bieten, sei es in Sachen Kopf- aber auch Bewegungsfreiheit.

Auch das 1 Mann Zelt sollte groß genug sein um darin abwettern zu können, also Sitzhöhe haben, außerdem finde ich es wichtig, dass die Ausrüstung von dem Zelt geschützt wird, also mit ins Innere passt. Eine Apsis sollte es im Idealfall ermöglichen davon geschützt zu kochen, was bei den kleinen Zelten zugegeben oft ein wenig schwierig ist, perfekt wäre es aber und mit einem Gaskocher machbar. Offenes Feuer ist in Zeltnähe natürlich nicht zu empfehlen, ebenso sollte der Hobo Kocher genug Abstand zum Zelt aufweisen das kann sonst nämlich nicht nur ärgerlich, sondern vor allem wirklich gefährlich werden!

In einem geschlossenen Zelt sollte man schon gar nicht kochen, auch nicht mit dem Gaskocher! Hier droht im schlimmsten Fall auch die Gefahr zu ersticken und das leitet sich dadurch ein, das man sanft ein- und dann entschläft. Also bitte vorsichtig sein. Bei einer guten Belüftung im Zelt ist es nicht so dramatisch, aber das sollte man nicht auf diese Art herausfinden, weshalb ich immer dazu rate nicht im Zelt zu kochen und wegen der Brandgefahr bei offener Flamme, nur mit dem Gas oder Benzinkocher in Zeltnähe bzw. unter der Apsis das Essen zuzubereiten. Auch der Spirituskocher hat anfangs manchmal eine recht wilde bisweilen hohe Flamme und sollte genug Distanz zum Zelt aufweisen.

Ist die Anzahl der Personen geklärt und auch ob einzelnes oder gemeinsames Zelt, sollte man nur nochmal genau die Maße genau anschauen (Sitzhöhe? Passende Breite? Passende Länge? Passt die Ausrüstung mit ins Zelt?) und dann kann man sich überlegen, welche Zeltart man haben möchte oder am besten geeignet ist.

Die Maße des Zeltes entscheiden natürlich über das Gewicht, ebenso die Personenanzahl und der Preis (leider). Auch hier muss man schauen, was man möchte. Robust UND leicht ist recht selten und wenn dann unverschämt teuer. Lohnt sich das? Wenn das Zelt nur einmal im Jahr aus dem Keller geholt wird, ist das wirklich eine Frage, die man sich stellen sollte. Wird das Zelt wirklich intensiv genutzt, also auch von den Bedingungen vor Ort her, dann wäre es an der falschen Seite gespart, wenn man ein billiges Zelt kauft. Das kann einem nämlich wirklich die Tour vermiesen. Es ist alles andere als schön, wenn einem Morgens das Kondenswasser ins Gesicht tropft, weil man eine Plastiktüte als Zelt verkleidet gekauft hat und die Alibi Belüftung nicht wirklich ihrer Aufgabe nachkommt. Nicht nur das es wirklich unschön ist, es macht ggf. auch den Schlafsack klamm! Hat man einen Daunenschlafsack, ist das ein ernsthaftes Problem, denn dann ist die Wärmewirkung des Schlafsacks nämlich arg beeinträchtigt!! Man muss bedenken, dass man pro Nacht etwa einen halben Liter bis einen Liter absondert durch Schweiß und den Atem, das ist nicht wenig!! Wenn es nur mal an einem Wochenende um eine Nacht im Freien geht, dann würde ich nicht viel Geld investieren. Ich brauche keine Expeditionsausrüstung für den Vorgarten! Wird es aber häufig genutzt, lohnt es sich jedoch schon, im Mittelfeld zu schauen und nicht ganz unten. Bei geringem Budget ist das Tarp auf jeden Fall nochmal sehr interessant, welches im Teil 3b behandelt wird. Das Gewicht ist immer so eine Sache. Ist man lange unterwegs oder kurz? Bei langen Touren ist es schon eine ziemliche Erleichterung wenn das Zelt weniger wiegt, bei Kurztrips ist es zwar auch angenehmer wenn es leicht ist, da ist es aber nicht so wichtig. Man muss also schauen, wie wichtig das Gewicht einem ist. Man sagt der Rucksack sollte maximal ein Drittel des eigenen Körpergewichts betragen. Das wären bei mir über 30 Kilo. Ich favorisiere da eher ein Viertel des Gewichts, also etwas über 20KG. Das empfinde ich als deutlich angenehmer. Durch Island sind wir inkl. der kompletten Verpflegung mit etwa 18KG unterwegs gewesen für 10 Tage. Man muss halt nur schauen, was man braucht, und auf was man verzichten kann. Soviel zum Gewicht.

Was die Zeltarten angeht gibt es im wesentlichen Kuppel- Tunnel und Geodät Zelte. Was eigentlich nicht ganz stimmt wenn man genau sein möchte. Eigentlich ist ein Geodät eine Unterart der Kuppelzelte und die 1-Mann Zelte gelten auch als eigene Kategorie, vom Tipi sprechen wir jetzt auch nicht, daher will ich mal bei diesen Dreien bleiben.

Das Kuppelzelt ist sehr preiswert zu haben und ziemlich einfach von der Handhabung. Es hat gute Abspannmöglichkeiten (bzw. sollte sie haben), braucht aber recht wenig Heringe. Es ist schnell aufzubauen, aber oftmals ist das Gestänge im oder am Innenzelt, das heißt man muss dieses zuerst aufbauen und kann dann erst das (Wasserfeste) Außenzelt darüber spannen. Wenn man schnell ist, ok, aber wenn es schüttet wie aus Kübeln, dann kann man so schnell gar nicht sein. Ich empfinde das einfädeln der Stangen beim Kuppelzeit auch meistens als ziemlich lästig, oft hakt es. Bei Kuppelzelten hat man meist eine angenehme Höhe was gut zum Abwettern ist. Ich würde sagen, es ist die Standard Form in Sachen Zelt. Durch die Abspannpunkte ist es recht Sturmstabil, sollte aber gute bzw. ausreichende (für den jeweiligen Zweck entsprechend, siehe zwei Absätze zuvor) Qualität aufweisen und gut (!) abgespannt und gestellt werden! Gerade letzteres ist natürlich klar. Mit dieser Form kann man für die meisten Arten von Tour nichts falsch machen. Es ist ein prima Einsteigerzelt und für mannigfaltig viele Zwecke nutzbar, hat aber seine Grenzen was die Sturmstabilität angeht, ist vom Gewicht zumeist etwas höher und hat besagten Innenzelt Nachteil.

Das Tunnelzelt ist, wie der Name schon sagt, wie ein Tunnel aufgebaut. Von der allgemeinen Raumausnutzung ist es wohl am besten, auch ist es häufig im Verhältnis zur Größe ziemlich leicht da nur kurzes Gestänge gebraucht wird und in der Regel nur etwa 3 davon einzufädeln sind, was recht leicht ist. Dadurch kann man das Tunnelzelt ziemlich schnell aufbauen, auf jeden Fall schneller als das Kuppelzelt. Wenn man das Tunnelzelt richtig stellt ist es zudem sehr windstabil! Durch die Windschnittige Form bietet es wenig Angriffsfläche, ABER sollte der Wind drehen, dann kehrt sich dieses Verhältnis etwas und es kann eine sehr unruhige Nacht werden. Nichts desto trotz ist ein Tunnelzelt oft flach und bietet demnach weniger Angriffsfläche für den Wind, dadurch ist in Sachen Windstabilität meiner Meinung nach das Tunnelzelt dem Kuppelzelt klar überlegen. Auch hier ist es natürlich wichtig das Zelt gut abzuspannen. Darauf sollte man immer genug Zeit investieren, vor allem, wenn es windiger ist!

In Teil 3b Abteilung Lager geht es um das 1-Mann Zelt, das Geodät und natürlich das Tarp inkl. Biwak, auch die Wassersäule und weitere Punkte zur Qualität des Zeltes werden beleuchtet.

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