Reiseplanung Teil 1: Was will ich eigentlich?

Ich muss sagen, für mich ist die Reiseplanung ein sehr angenehmer Punkt, auch wenn viele ihn lästig finden mögen. Ich plane sowieso gerne, daher ist das nicht ungewöhnlich, aber die Planung einer Outdoor Tour größeren Ausmaßes, hat nochmal einen besonderen Stellenwert. Es ist, als würde man vorab reisen ohne einen Fuß vor die Tür zu machen.

Man setzt sich mit allem intensiv auseinander, sowohl Route, als auch Gegebenheiten, Klima und natürlich Ausrüstung. Nebenbei erfolgt dann die Planung der Logistik. Wie komme ich hin, wie geht es wieder zurück etc.

Umfang

Meiner Meinung nach steht an erster Stelle der Planung der Umfang der Tour. Wie viele Tage habe ich zur Verfügung ist da die zentrale Frage. Manche mögen die Region zuerst bedenken, aber wenn ich nur wenige Tage habe, würde ich beispielsweise nicht nach La Reunion oder in den Sarek reisen. Für manche Gebiete sollte bzw. muss sich sogar Zeit nehmen. Das dürfte damit wohl der einfachste Punkt sein da er meist von den beruflichen Möglichkeiten beschränkt (oder eben nicht) wird. Also bevor ich mir Gedanken zu irgendeiner Tour mache, wird die Urlaubsplanung gemacht. Bei mir ist es so, dass zum Ende des Jahres die Urlaubsplanung für das nächste Jahr gemacht wird, so hat man also von vorn herein einen gewissen Rahmen den man verplanen kann. Natürlich ist dieser Plan noch nicht in Stein gemeißelt und lässt Flexibilität zu (zur Koordination mit Partner und/oder Kumpan), aber der Rahmen steht schonmal.

Region und Klima

Die Region kommt für mich daher an die zweite Stelle. Wo soll es denn hingehen? Hier hat man natürlich, mal abgesehen von dem finanziellen Aspekt (der hier leider immer mal wieder der limitierende Faktor ist), die Qual der Wahl. Ziele gibt es gefühlt unendlich. Wo möchte man gerne hin? Welche Ziele lohnen sich in der vorhandenen Zeit? Zu welcher Jahreszeit möchte man reisen und wie ist die allgemeine Wetterlage in der jeweiligen Region zu der jeweiligen Zeit? Das ist nicht zu verachten beziehungsweise ein zentraler Faktor für die Planung (wie wohl jedem bewusst sein sollte)! Ein Winter in Irland, der relativ mild ist, ist in keiner Weise mit einem Winter in Norwegens nördlichen Breitengraden zu vergleichen. Ebenso Reisen die auf die andere Erdhalbkugel führen. Das Klima gilt es also unbedingt zu beachten man muss schließlich bedenken, in welcher Kleidung man unterwegs ist und auch welche Art von Backup man benötigt oder eben nicht benötigt. Gegebenenfalls muss man sich auch ein paar Gedanken zu der Sicherheit in dem jeweiligen Land machen. Ich würde mal behaupten dass das meistens unnötig ist, aber hin und wieder sollte man das durchaus in Betracht ziehen aber zu viele Gedanken und Sorgen in diese Richtung sind zumeist unbegründet wenn man sich mal Erfahrungsberichte von Leuten durchliest, die wirklich in dem jeweiligen Land waren. Also auch da würde ich die Hinweise aus einem Führer und dem Internet beachten, wobei ich den Erfahrungen aus Foren und Co immer den Vorrang gebe. Nur weil jemand einen Führer geschrieben hat, muss sich derjenige nicht zwingend besser auskennen oder den korrekteren Eindruck von der Region haben als andere die dort ausgiebig unterwegs waren.

 Wie ist man unterwegs?

Bevor man sich aber Gedanken um das Wetter macht, muss man übrigens klären, ob man Autark unterwegs sein will oder eine Hüttentour macht. Ob wildes Übernachten (sofern erlaubt?) oder Übernachtung auf einem Campingplatz. Ich konzentriere mich hier primär auf das autarke Reisen und das wilde Übernachten.

Bei Hüttentouren gibt es weit weniger zu planen was die Ausrüstung angeht. Hier dürften aber der logistische Bereiche dominieren. Da ich selber noch nie eine Hüttentour gemacht habe, kann ich da wenig zu sagen. Die Kleidung ist sicherlich wichtig und, was die Tour angeht, neben der Logistik sicherlich sogar der wichtigste Punkt neben der Karte und Orientierung. Für Verpflegung wird in den Hütten gesorgt, man benötigt also nur wenig Nahrung für den Weg selber. Die meisten Hüttentouren sind so erschlossen, dass die Wege gut ausgeschildert sind und ein Dach über den Kopf zum schlafen oder abwettern hat man auch. Natürlich sollte man in Erfahrung bringen, ob tatsächlich für das leibliche Wohl gesorgt wird (in jeder der Hütten? Kann man unterwegs Nahrung nachkaufen zum mitnehmen?) und wie der Schlafplatz jeweils aussieht. Reicht ein Hüttenschlafsack oder wird es Nachts in den Hütten trotzdem so kalt, dass man einen etwas wärmeren einpacken sollte. Das sollte man sich unbedingt klar machen. Auch sollte man rechtzeitig reservieren. Viele Hütten sind schon lange vor Beginn einer Saison ausgebucht oder schließen bereits Ende August (harmoniert das mit den Urlaubstagen?). Wie gesagt, die Logistik steht hier klar vor der Ausrüstung.

Das Übernachten auf Campingplätzen kommt dem „Autark unterwegs sein“ schon deutlich näher was die Ausrüstungskomponente angeht. Ein großer Vorteil ist hier sicherlich, dass man häufig fließend Wasser hat und so die Wasserversorgung (mit zumeist gefiltertem Wasser) sichergestellt ist. Das macht einem das Leben natürlich deutlich leichter auch ist für viele die Möglichkeit zu duschen und eine normale Toilette nutzen zu können sehr wichtig. Zudem hat man einen festen Lagerplatz und somit ein Tagesziel. Ob das Vor- oder Nachteil ist, bleibt für jeden selbst zu entscheiden. Meistens findet man auf dem Campingplatz noch eine Niesche wo man sich hinstellen kann, aber auch da sollte man sich informieren. In touristisch begehrten Zielen kann auch ein Campingplatz schnell mal überfüllt sein. Ebenso mal einen Blick darauf werfen, was die Kosten angeht, das kann sich nämlich ganz schön läppern. Wird bar bezahlt oder ist zur Not auch Kartenzahlung möglich (so konnte man bspw. in Island an den verrücktesten Orten mit Karte bezahlen)? Kann man reservieren und lohnt sich das überhaupt, oder muss man es sogar? Steht wirklich fließend Wasser zur Verfügung? Auf dem ganzen Weg? Ansonsten den Wasserfilter oder zumindest die Chlor Tabletten nicht vergessen (bei manchen Zielen sollte man das so oder so nicht ^^).

Für mich persönlich ist die Königsdisziplin sicherlich das freie Wandern, komplett autark. Das ist leider nicht immer möglich und so ist es manchmal sogar klüger auf Campingplätze auszuweichen. Auch hier möchte ich Island wieder als Beispiel anführen, wo wir (C und ich) ausschließlich auf Campingplätzen genächtigt haben. Entweder war der Untergrund nicht von einer Beschaffenheit, dass man dort hätte schlafen können und wenn ja, dann war es meist eine spärlich bewachsene Stelle, die man unweigerlich zerstört hätte indem man sich dort breitgemacht hätte. Und das soll nicht Sinn und Zweck sein. Leave no trace, keine Spuren Hinterlassen, gilt auf all unseren Reisen soweit es sich realisieren lässt, denn eine Gewisse Spur lässt jeder und seien es die Schritte im Sand.

Ausrüstung

Ich habe es hier, wie die meisten anderen wahrscheinlich auch, so gehandhabt, dass ich die Ausrüstung in mehrere Abteilungen aufgeteilt habe. Viele machen Packlisten in denen genau das Gewicht vermerkt ist, das habe ich bisher noch nie gemacht. Ist sicherlich nicht unpraktisch, aber ich kenne meinen Bestand, da bedarf es keiner Liste. Und ich bin zwar gerne leicht unterwegs, aber eben nicht um jeden Preis. Ich wähle die leichtest mögliche Ausrüstung, die der Tour entsprechend Robust ist. Daher brauche ich da auch keine Gewichtsangaben. Zudem habe ich einen kompletten Kleiderschrank, in dem sich sämtliche Outdoor Ausrüstung befindet. Eine Kiste darin enthält bspw. alles Essentielle, quasi die Basics. Ein Blick dort hinein zeigt mir, ob ich etwas vergessen habe oder nicht. Eine zweite Kiste ist mit Kälteschutz gefüllt, also dünne Socken, dicke Socken, richtig dicke Socken, Buff, Mütze, Handschuhe, Thermounterwäsche etc. Dann habe ich noch eine Truhe in der verschiedenes ist, meist Verbrauchsmaterialien: Zip Beutel, richtige Packsäcke, Seil, Paracord, Panzertape sowas halt und eine für selten benutztes Equipment, bspw. ein Mückennetz (so fein, dass nicht einmal Flöhe hindurch kommen können. Die Midgets in Schottland haben mir gereicht, das passiert nie wieder!!!) ein Tarp, etwas Plane etc. Weil eben alles so übersichtlich aufbewahrt ist und es nichts überflüssiges gibt, ist es sehr einfach die Übersicht zu behalten, vor allem, weil ich nach und nach alle Abteilungen durchgehe und deren Inhalt zusammenstelle. Ein Packliste hat sich da also noch nie als notwendig erwiesen, wenn man aber eine Bewertung von Anderen möchte, ob etwas zu viel oder zu wenig dabei ist, ist das sicherlich nützlich. Ab einem gewissen Grad an Erfahrung sehe ich da aber keine Notwendigkeit mehr drin.

In Teil zwei wird die Abteilung Küche näher beleuchtet, die einzelnen Kocher und Setups sowie ihre Vor- und Nachteile besprochen.

In diesem Sinne.

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