Auto ade… Abschlussbericht nach 6 Monaten

Es sind mittlerweile fast 6 Monate die ich nun ohne ein eigenes Auto bin. Zeit, mal wieder einen Bericht zu schreiben, einen Abschlussbericht. Den letzten Bericht schrieb ich 20 Tage nachdem ich mich von meinem Auto verabschiedet hatte, er ist also schon eine Weile her kann man sagen. Eigentlich hatte ich ja vor nach einem Quartal bereits einen weiteren Bericht zu schreiben, doch die Zeit rannte nur so ins Land und nun sind besagte 6 Monate vergangen.

Alles in allem kann ich sagen: Bis auf ein gewisses nostalgisches Vermissen, fehlt mir nichts, wider Erwarten! Das nostalgische Vermissen meint hier konkret, das Vermissen von dem Spaß, den mir das Fahren an sich bereitet hat. Ich bin sehr gerne, vor allem Sonntags, durch die Stadt oder über Land gefahren. Mal eben den 30 (Auto-) Minuten entfernten kleinen Wald besuchen und dort spazieren oder sich einfach nur den Fahrtwind um die Nase wehen lassen, vor allem bei schönem Wetter. Das fehlt mir tatsächlich ein wenig. Zudem höre ich sehr gerne Musik und ich höre sie auch gerne mal laut, so dass man sie förmlich spüren kann. Das ist in einer Mietwohnung natürlich undenkbar und so war mein Auto immer mal wieder mein Rückzugsort. Katastrophal für die Öko Bilanz (beides) aber gut für die Seele. Das sind also die einzigen beiden Dinge, die ich tatsächlich vermisse. Der Sinn oder der Nutzen eines Autos, nämlich der eigentliche Transport von A nach B, der fehlt mir gar nicht!

Ich habe mich, als ich mich von meinem Auto trennte, bei einer Car Sharing Firma angemeldet. Man zahlt eine recht geringe Grundgebühr um Mitglied zu sein und dann, wenn man ein Auto nutzt, zahlt man einen Betrag je genutzter Stunde und je gefahrenen Kilometer. Für eine häufigen Gebrauch ist das natürlich viel zu teuer und da würde es sich schon fast eher lohnen sich ein Auto zu kaufen, aber für gelegentliche Fahrten ist das ideal, sofern gerade ein Auto frei ist. Ich habe das in der Zeit bisher exakt 0 Mal benutzt! Warum? Es war einfach kein wirklicher Bedarf da. Wollte ich nun extra anrufen und einen Termin finden, um dann mit dem Auto durch die Gegend zu fahren? Zudem wäre ich zeitlich gebunden, wenn ich den Wagen für 2 Stunden buche, dann habe ich ihn für 2 Stunden, sonst fallen Überschreitungsgebühren an. Man kann seine Fahrt zwar telefonisch verlängern, aber wenn schon jemand anderes den Wagen anschließend reserviert hat, muss man sich an die Zeiten halten oder man zahlt eben drauf und das nicht zu knapp. Das schien mir insgesamt nicht sonderlich verlockend, weil es eben nur eine teilweise Flexibilität gibt. Ich jedenfalls werde mich dort wieder abmelden. Eine Karte weniger in meiner Brieftasche und ein paar Euro spare ich zudem. Wenn es einen Notfall gibt und ich einen Wagen brauche um irgendwo hin zu kommen, dann habe ich immernoch Freunde, oder nutze einfach ein Taxi. Sicherlich, ein Taxi kann ggf. teuer werden, aber bei einem Notfall ist das sekundär.

Was ich im Vergleich deutlich häufiger genutzt habe in dieser Zeit, ist der Bus. Etwa 10-15 Fahrten (jeweils hin/zurück) habe ich in dem halben Jahr getätigt, vielleicht ein paar mehr oder weniger. Der Bus hat sich einfach als sehr praktisch herausgestellt. Wenn ich, trotz durchaus vorhandener Ausrüstung, mal keine Lust hatte durch den Regen oder Sturm (ich wohne schließlich an der Küste) zu fahren oder einfach nach der Arbeit müde war und das Rad nur wenig verlockend schien, dann war der Bus die perfekte Möglichkeit sein Ziel zu erreichen. Man ist zwar an Abfahrtzeiten gebunden, aber da man quasi beliebig wählen kann, ob man diesen oder jenen Bus hin/zurück nimmt, gibt einem das, zumindest vom Aufenthalt her, mehr Flexibilität, als das Car Sharing! Oftmals nutzte ich auch die Gelegenheit und lief zurück nach Hause. Die VBN App ist so gut, dass man damit jederzeit den richtigen Bus findet und auch über die Abfahrtzeiten genauestens informiert ist.

Ansonsten war eben das Rad Transportmittel der Wahl und wurde, wie der Text schon deutlich macht, primär genutzt. Ich liebe das Radfahren und es gibt einem ohne Frage die größte Flexibilität. Auch hier, da bin ich ja ehrlich, gab es einige wenige Situationen, wo ich, wenn ich Nachts zurück fuhr und etwas müde war, keine wirkliche Lust hatte mich auf das Rad zu schwingen, aber alles in allem kann ich das an einer Hand abzählen. Für die Fitness ist das Radfahren natürlich auch prima, ebenso für die Gesundheit, auch der Geldbeutel freut sich, denn jede Fahrt mit dem Rad ist quasi gratis.

Wie verbleibe ich also? Ohne Auto!

Ob ich ewig ohne Auto bleibe, das kann ich natürlich nicht sagen. Ich weiß nicht mal was morgen passiert, da kann ich schlecht von ewig sprechen, aber bisher sehe ich einfach keine Notwendigkeit darin, ein Auto zu besitzen. Das einzige Pro Auto Argument ist besagter Spaß Faktor und das wäre tatsächlich der einzige (pure Luxus) Grund mir wieder ein Auto zu holen, denn der reelle Nutzen ist für mich nicht vorhanden. Daher sehe ich mich noch eine ganze Weile lang ohne Auto, vor allem weil ich die Momente des Vermissens wie gesagt an einer Hand abzählen kann und sofern sich daran nicht etwas ändert, werde ich mir kein Auto kaufen.

Es ist auf jeden Fall spannend zu sehen, wie wenig es einen tatsächlich beeinträchtigt, wenn man nach 11 Jahren auf ein Auto verzichtet. Einen Luxus den man nun eben gewöhnt war und schätzte, wird innerhalb kürzester Zeit, eigentlich unmittelbar, nichtig. Die Alternativen sind praktisch, bringen ihre eigenen Vorteile mit sich (Ökologischer Fußabdruck, Gesundheit, Sparfaktor) und sind kein Kompromiss, sondern eine Alternative und zwar eine Gute.

In diesem Sinne.

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