Raus aus der Komfortzone

Die gute alte Komfortzone ist ein Ort, an dem sich wohl jeder von uns wohl fühlt, und das ist auch gut so. Es ist aber in dem Sinne nicht nur ein Ort, es kann auch eine Tätigkeit sein, die man sprichwörtlich aus dem eff eff heraus beherrscht. Man weiß genau was man tut, fühlt sich wohl, weil nichts fremdes oder unbekanntes einen aus der Reserve lockt oder locken kann. Das bedeutet im übrigen nicht, dass die Komfortzone eine gänzlich stressfreie Zone sei, ganz im Gegenteil (auch wenn es dazu geteilte Meinungen gibt). Beispielsweise hat man im Beruf oftmals diese Komfortzonen, in denen man durchaus unter Stress steht, doch es ist ein bekannter Stress. Ein Stress dessen Bewältigung im besten Falle ebenso in Fleisch und Blut übergegangen ist. Man weiß was man zu tun hat, auch wenn die Zeit knapp ist, man ist in keiner unbekannten Umgebung oder Situation.

Diese Komfortzonen sind Fluch und Segen in einem. Es ist wichtig dass man diese Bereich hat in denen man sich einfach sicher fühlt, doch es ist auch enorm wichtig, diesen Bereich immer mal wieder zu verlassen.

Ich sage zu vielen Dingen gerne ja, gerade wenn es darum geht zu helfen oder etwas zu bewerkstelligen. Das hat nicht nur was damit zu tun, das ich Freunden und Familie gerne helfe wenn ich kann, sondern auch damit, dass mich das oftmals aus meiner Komfortzone herauszieht. Wenn ich bei manchen Dingen zustimme bzw. die Aufgabe annehme, von deren Machbarkeit ich auf dem ersten Blick gar nicht überzeugt bin, es aber nicht für gänzlich unmöglich halte, dann ist das keine Blauäugigkeit sondern Absicht. Dadurch bringe ich mich gezielt in eine Lage, in der ich gegebenenfalls improvisieren muss, um eine Lösung zu finden und stehe zudem unter dem Druck es zugesagt zu haben also es auch halten zu können. Das nur als kleines Beispiel. Ich befinde mich dann in einer Situation in der ich noch nicht weiß was ich mache, oder machen soll, aber ich finde es eben heraus und lerne etwas dazu (im besten Fall) oder ich stelle fest, das es tatsächlich (für mich) unmöglich ist und muss das dann letztlich zugeben. Aber dann habe ich es wenigstens versucht und bin daran gewachsen, selbst wenn ich es nicht geschafft habe. Für die meisten Probleme lässt sich aber die ein oder andere Lösung oder Milderung finden.

Und genau hier kommt der springende Punkt warum man seine Komfortzone regelmäßig verlassen sollte, vielleicht sogar muss! Die Komfortzone zu verlassen, ist meiner Meinung nach die beste und stärkste, in vielen Bereichen sogar einzige Möglichkeit der persönlichen Entwicklung!

Wenn man sich immer in einer Umgebung befindet, die einen nicht vor Herausforderungen stellt oder sogar zu solchen zwingt, dann bleibt man bei seinem persönlichen Horizont und es ist nur schwer diesen zu erweitern. Selbstverständlich kann man sich durch Fachwissen Informationen aneignen und dadurch auch sein Wissen vermehren, dass steht außer jeder Frage. Für die persönliche Entwicklung ist es aber etwas ganz anderes, ob man eine Situation liest, oder eine Situation erlebt! Wenn ich mich mit einer Situation auseinandersetzen muss, in der ich anders als sonst agieren muss, andere Wege gehen, andere Orte aufsuchen, oder auch eine Möglichkeit finden muss um ein Problem zu lösen, ein neues Gerät kennenlernen etc dann bringt mich das weiter, auch wenn das sehr profan klingen mag, es ist tasächlich fakt.

Wenn ich neue Wege (räumlich gesprochen) gehen muss, dann sehe ich vielleicht Dinge, die ich vorher niemals gesehen habe, dadurch lerne ich etwas hinzu und sei es eine Abkürzung oder ein noch nie bemerktes Geschäft. Wenn ich geistig neue Wege gehen muss, dann „zwingt“ mich das dazu kreativ zu sein, mein Organisationstalent zu beweisen oder vorhandenes Wissen auf theoretischer Basis endlich in die Praxis umsetzen zu müssen/können…..dürfen!

Selbiges gilt für das Lösen eines Problems. Selbst beim Umgang mit Geräten jedweder Art ist es so, es sind Erfahrungen die einem an einer anderen Stelle im Leben vielleicht helfen können. Das sind alles nur Einzelbeispiele die man natürlich auf unendlich viele Bereiche ausdehnen kann, ich denke der Kern des Ganzen wird aber klar.

Natürlich bringt es nicht immer etwas positives mit sich seine Komfortzone zu verlassen, auch das soll nicht unerwähnt bleiben. Nicht jede Erfahrung ist eine gute, aber auch schlechte Erfahrungen tragen dazu bei das man sich, seine Persönlichkeit entwickelt. Wenn ich hier mal meine Outdoor Touren als Beispiel heranziehe und einfach mal vergleiche zwischen den Touren wo alles in einem (relativ, wer die Berichte kennt, weiß, dass immer irgendwas war ^^) normalen Rahmen ablief, oder wo Widrigkeiten zu überstehen und Probleme zu lösen waren. Ich habe durch die vermeintlich negativen Aspekte (ja, um ehrlich zu sein, fand ich es nur in dem Moment kurz negativ) wesentlich mehr gelernt, als aus den positiven. Das Problem an negativen Erfahrungen ist einfach, dass man auf wesentlich unangenehmere Art und Weise lernt oder sogar lernen muss. Auch das ist natürlich nicht allgemeingültig, die Welt der Ausnahmen ist mindestens so groß wie die Welt der Fantasie ^^

Nichts desto trotz würde ich jedem empfehlen immer mal wieder über den Rand des Tellers zu schauen, es gibt vieles zu entdecken und es wäre doch schade drum, wenn an sich selbst beschränkt obwohl man so viele Möglichkeiten hat.

In diesem Sinne

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s