Mein Leben ohne Auto – Ein Selbstversuch

Schon eine ganze Weile habe ich mich mit dem Gedanken hin und her geschlagen mein Auto zu veräußern und fortan ohne zu leben. Schon bevor ich den Minimalismus für mich entdeckte, hatte ich immer mal wieder diese Tendenzen. Doch bisher habe ich mich immer wieder dazu entschlossen das Auto zu behalten.

Ich bin kein sonderlich PKW Fan, sie sind für mich immer nur Mittel zum Zweck und letztendlich Kostenfaktoren. Ich mache generell sehr viel mit dem Rad, habe aber oftmals aus Bequemlichkeit oder weil ich mich mal wieder in der Zeit vertan hatte, doch das Auto genutzt und das Rad stehen lassen, obwohl es anders herum hätte sein sollen. Auf die Öko Bilanz möchte ich hier gar nicht mal eingehen, weil ich auch ganz ehrlich zugeben muss, dass das hier kein ausschlaggebender Faktor war, sondern ein angenehmer Nebeneffekt.

Am meistem hat mich letztlich gestört, dass das Auto die meiste Zeit über steht aber trotzdem immer Geld kostet! Ich habe schon extra ein kleines Auto um diese Fixkosten zu reduzieren und diese sind sicherlich deutlich geringer als bei den Meisten, aber auf über 1000€ pro Jahr kam ich dennoch und da ist der Materialverschleiß sehr optimistisch gerechnet. Auch TÜV, Parkgebühren, Versicherung, Steuern und dergleichen sind mit eingerechnet. Es macht mich nicht arm, aber es ist Geld, dass ich viel lieber in eine Reise investieren würde als in etwas, das ich gar nicht so richtig gerne mag.

Was also hat mich zurückgehalten? Die liebe Flexibilität. Ich bin nun seit gut elf Jahren Autofahrer und mit dem Auto hat man halt jederzeit die Möglichkeit „mal eben“ hier hin oder „mal eben“ dort hin zu fahren. Man ist an keinerlei Zeiten gebunden, schnell unterwegs und trocken ist es auch noch. Man kann auf all zu leichte Weise alles mögliche und unmögliche Transportieren und auch Leute mitnehmen, abholen und dergleichen. Das sind schon nicht zu verachtende Vorteile. Ein weiterer Punkt ist der, dass ich sehr gerne Musik höre, gerne auch mal etwas lauter, und das Auto die einzige Möglichkeit bietet das zu tun. Ich wage sogar zu behaupten, dass mir das am meisten fehlen wird.
Ich hatte etwas Sorge, einfach zu unflexibel zu werden, plötzlich weg zu müssen, aber nicht zu können. Das Leben würde vermeintlich unbequemer werden. Ob dem tatsächlich so ist, wird sich zeigen, ich habe da nämlich meine Zweifel. Aufgrund meiner Outdoor Ausrüstung bin ich gegen jedes Wetter gewappnet (und auch Immun ^^), ich fahre sehr gerne Rad und mache damit auch noch was für meine Fitness!

Nichts desto trotz wollte ich diesen Sorgenfaktor nicht ganz ignorieren, vieles kann man halt nur in der Praxis herausfinden! Da sowieso TÜV als auch Parkgenehmigung für den Parkplatz in der Nähe meiner Wohnung abgelaufen waren, habe ich mich also dazu entschlossen meinen Wagen abzumelden. Um mir die maximale Freiheit zu bieten, nutze ich eine Kombination aus Rad, Bus, Car Sharing und halt meinen Füßen. Gerade letzteres ist auch ganz praktisch als Übung für meine Wandertouren. Primär wird natürlich das Rad genutzt (da habe ich also direkte Kostenkontrolle), wenn ich mal auf jeden fall trocken oder ordentlich oder „bequemer“ irgendwo hin kommen möchte, dann nutze ich halt den Bus (zurück laufe ich dann gerne) und wenn ich doch auf jeden Fall ein Auto brauche, dann kann ich immernoch das Car Sharing nutzen. Wenn dann mal ein großer Notfall der sofortige Reaktion erfordert auftritt und Car Sharing keine Option ist (man muss das Auto ja nach der gemieteten Zeit an einen Stellplatz zurückstellen), dann kann ich mir noch immer ein Taxi rufen. Die Möglichkeiten sind also zahlreich.
Selbst wenn ich alle Fahrten mit dem Bus machen würde, würde ich schon gut 500€ im Jahr sparen. Das ich aber wesentlich häufiger mit dem Rad fahre, muss ich wohl nicht sagen, gerade im Sommer wird es sehr selten sein, dass ich mit dem Bus fahre. Im Winter wird es sich zeigen. Da ich aber seit zwei Jahren draußen trainiere und auch zum Training bei Wind und Wetter mit dem Rad gefahren bin und natürlich weiterhin fahre, sollte es nicht so das Problem werden, es ist schließlich nichts unbekanntes.

Ich gebe dem ganzen übrigens 2 Monate Zeit, dann werde ich entweder meinen Wagen verkaufen oder wieder neu anmelden, denn dann habe ich genug Praxis gesammelt um mir ein Urteil bilden zu können. Bevor ich hier jetzt also von den aller ersten Erfahrungswerten schreibe, warte ich erstmal die erste Woche ab und gebe dann ein erstes Fazit und wenn die zwei Monate vergangen sind, dann kommt ein abschließendes Fazit.

In diesem Sinne

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