Island wirft seine Schatten

Die Vorfreude auf unsere Tour durch Island wächst mit jedem Tag. Wir werden den Laugavegur laufen und ihn ab Porsmörk verlängern um bis nach Skoga zu laufen, wenn es unsere Zeit zulässt.


Neben der riesigen Vorfreude wächst aber auch eine gewisse Anspannung welche aus der Vorfreude geboren wird nehme ich an. Wird alles klappen? Bekommen wir den Bus hin? Und den zurück? Für mich ist das Anstrengendste zweifelsohne die An- und Abreise. Ich hasse Reiseformalitäten jeglicher Art und Weise. Wäre ich nur ein klein bisschen weniger sparsam, würde ich wahrscheinlich ein Reisebüro beauftragen alles für die Reise notwendige zu klären, so dass ich nur noch einsteigen, ankommen und loslaufen muss/darf. Aber ich bin nicht bereit diesen eigentlich unnötigen Aufpreis zu zahlen, ist es dank Internet doch heutzutage gut möglich alles selbst zu planen. Nichts desto trotz ist dieser Part mir einfach lästig. Ich möchte am Startpunkt ankommen und loslaufen, genau dort beginnt für mich der Genuss.

Wir haben den Flug schon lange im Voraus gebucht gehabt und zu der Zeit hatte ich noch keine Busfahrpläne gefunden (oder einfach nicht intensiv gesucht). Damals wusste man ja auch noch nicht genau wo man eigentlich langlaufen würde, erstmal nach Reykjavik fliegen, das war klar. Mittlerweile steht die Route und wir mussten feststellen, dass wir unseren Bus um gut eine Stunde verpassen. Also verbringen wir den ersten Tag in Reykjavik und können nicht direkt nach Landmannalaugar reisen, auch unsere Rückreise wird dadurch etwas verfrüht, da die Rückfahrt ebenfalls morgens ist, heißt es, wir müssen am Vorabend nach Möglichkeit schon am Zielort eintreffen. Wir haben insgesamt 7 Tage zur Verfügung diesen Weg zu laufen. Bei guten Bedingungen sollte das kein Problem sein, auch im Wanderführer wurde die Strecke mit etwa 7 (bis nach Skoga, bis nach Pormörk mit etwa 4-5) Tagen angegeben. Manche sagen 6 Tage, manche 8. Wir werden es letztlich sehen, es dürfte maßgeblich vom Wetter abhängen und davon wie gut wir unseren Weg finden. Nicht zuletzt wollen wir ja auch nicht durch das Land rennen, sondern es genießen. Wir werden dann also vor Ort entscheiden und sehen wie weit wir im Endeffekt laufen, den Skogafoss würde ich nur sehr ungern verpassen.

Ich bin sehr gespannt auf die Reise und ich denke diese Anspannung hängt auch ein wenig mit unserer West Highland Way Tour zusammen. Wir hatten die Midget Plage dort sehr unterschätzt gehabt (siehe Reisebericht hier) und das hatte unseren Urlaub zwar zu einer wahnsinnigen Geschichte werden lassen, doch leider nicht so wie wir ihn erhofft hätten. Selbiges sollte sich auf Island nicht wiederholen! Das Wetter ist ein sehr unbeständiger Faktor und man erhält verschiedene Angaben die sich schnell ändern. Quintessenz ist aber ganz einfach es kann kalt und windig werden. Darauf muss man sich also vorbereiten. Zur Zeit herrschen noch immer Temperaturen unter 10 Grad am Tag, man würde also einen ausreichenden Kälteschutz mitnehmen müssen, doch was ist ausreichend? Dank unserer zahlreichen Touren zum Brocken (dem Island Deutschlands wie man sagt. Die Temperaturen und klimatischen Bedingungen sind tatsächlich verblüffend ähnlich wenn man sie mal ein paar Wochen vergleicht) haben wir zumindest was das Klima angeht einen ganz guten Vorgeschmack bekommen und uns vorbereiten können. Nach gutem Wissen und Gewissen haben wir nun also gepackt und unsere 40 Liter Rucksäcke sind voll. Noch nicht an ihren äußersten Grenzen, aber schon so, dass sie gut gefüllt sind.

Da wir uns ja bekanntlich komplett selbst versorgen und draußen übernachten werden, hat man natürlich so einiges was man mit sich schleppt. Nichts desto trotz liegen wir mit voller Verpflegung und Wasser am ersten Tag bei etwa 13-14KG. Ich finde das ist noch immer ein prima Gewicht. Zum Vergleich: in Schottland lagen wir bei der gleichen Anzahl an Tagen und weniger Wetter- und Kälteschutz bei 17KG. Zum Teil liegt das an unserer Ausrüstung, zum Teil daran das man gelernt hat was man tatsächlich braucht und was eben nicht. Eine letzte Unsicherheit bleibt aber. Hat man zu wenig mitgenommen? Oder doch viel zu viel? Der Sorge wegen?

Mittlerweile muss ich sagen bin ich an einem Punkt wo ich sage, man wird es sehen. Die Sorgen treten also langsam in den Hintergrund weil die Vorfreude so groß wird, das kein Platz mehr bleibt für was anderes 🙂 Es wird sich schon alles zeigen. Solange kein Vulkan ausbricht können wir mit allem klar kommen, wozu gibt es Instinkt und einen Dispo ^^

Zum Essen wird es unsere erprobte Kombination aus Oatsnack, Pemikan, Naan Brot, Nüssen, Schokolade, Brühwürfel, Kaffee und Multivitamintabletten geben (nicht gemixt ^^). Damit liegen wir bei etwa 450g pro Tag, was natürlich ein gut zu tragendes Gewicht ist. Nach der Hälfte unserer Tour sind wir dann also schon fast 2KG leichter als zu Beginn. Mit dieser Kombination haben wir uns mit allem versorgt was wir brauchen. Ein leichtes Kcal Defizit haben wir zwar trotzdem, aber die Nährstoffe/Mineralien die wir brauchen haben wir abgedeckt, das kennen wir ja schon. Und was solls, hat den angenehmen Nebeneffekt dass man mit einem four-point-five-Pack hinfährt und mit dem six-pack zurückkehrt ^^

Sehr gespannt bin ich darauf den ersten und die nachfolgenden Flüsse zu furten. Habe ich noch nie gemacht, daher kann ich Gefühl und die Kälte nicht einschätzen. Ich habe mir dafür eine Art Surfersocken geholt. Relativ dicke Gummierung, und Neopren bis 10 cm über den Knöchel hoch. C hat sich feste Wassersportschuhe geholt, die jedoch nur Halbschuhe sind und oben geöffnet, dafür aber eine richtige Sohle haben, also wesentlich besser vor spitzen Steinen schützen. Mal schauen was die schlauere Wahl sein wird ^^ Ich gehe aber davon aus, das beides prima klappt, wahrscheinlich wäre auch Barfuß kein Problem, aber sicher ist sicher. Wir werden auch jeweils einen Wanderstock dabei haben, ebenfalls primär zum furten und für das Tarp.

Kleidungstechnisch gehen wir natürlich wieder nach dem Zwiebel Prinzip vor, so stehen Kurzarm-, 2 Langarmshirts, Windstopp Weste, dünne Fleece Jacke sowie dicke Fleece Jacke mit Kaputze, sowie ein Tight für die Beine und halt eine Hose zur Verfügung. Außerdem Fleece Handschuhe, Windstopp Buff und Windstopp Stirn-/Ohrband. Als multifunktionelle Ausrüstung ist noch eine Fleece Decke dabei. Die kann man sich schnell umwerfen oder mit in den Schlafsack nehmen wenn es zu kalt werden sollte. Zur Not kann man sich mit einem Stück Plane (2x1m haben wir als Unterlage für die NeoAir dabei) und der Fleece Decke eine Ersatzisomatte bauen wenn die NeoAir aufgeben sollte und nicht mehr zu flicken ist. Ich überlege aber noch die Decke wegzulassen.

Ersatzunterwäsche und Socken sind auch jeweils im im Gepäck, also einmal. Das muss reichen.

An den Füßen habe ich die Meindl Island (also wenn das nicht passt ^^) und C ein entsprechendes Pendant von Hanwag, den Namen habe ich nicht im Kopf.

Ich bin sehr froh darum dass wir unsere 40L Rucksäcke benutzen können. So gerne ich die Lastenkraxe auch mag, ich bin lieber mit dem 40L Rucksack unterwegs wenn es sich machen lässt. Beim ersten Probepacken hatte ich so meine Zweifel, aber letztlich alles eine Frage der Technik.

Weil ich mir ziemlich sicher bin das ich wie ein Verrückter Bilder machen werde, habe ich mir für mein Outdoor Smartphone (Ein Gerät für alles, ein Traum) endlich mal einen Ersatzakku bestellt. Im Flugmodus und mit reichlich geschossenen Bildern reicht mein normaler Akku zwar schon über 5 Tage, aber das Gewicht nehme ich gerne in Kauf, wenn ich ein paar mehr Bilder machen oder im Notfall telefonieren kann 🙂

Ich freue mich riesig auf die sich nahende Tour und bin sehr gespannt auf alles was man erleben, erfahren und sehen wird. So oder so wird es eine spannende Tour werden, da bin ich mir sicher und selbstredend wird es danach wieder einen ausführlichen Bericht hier im Blog geben, damit jeder sich ein Bild von der Reise machen kann.

Für Fragen, Ideen, Anregungen, Kritik und allem anderen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung. Nur nicht in Chinesisch, da bekomm ich in letzter Zeit extrem viel Spam ;/

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