Bushcraft Hängematte (Rope Hammock)

Wie schon in einem früheren Post angekündigt, möchte ich hier gerne das eine oder andere aus meinen Bushcraft Anfängen schreiben. Nach der ersten Tour dieser Art ist mein Interesse wirklich enorm gestiegen. Bevor ich hier aber wieder das Schwärmen beginne, will ich das ganze abkürzen, denn in diesem Beitrag möchte ich einzig und allein meine gebaute Unterkunft vorstellen und auch gleich meine begangenen Dämlichkeiten vermerken, damit das so keiner nachmacht, sondern stattdessen gleich richtig 🙂

Also die Idee war die, dass ich mit einem Seil (15m) einer Schnur (keine Ahnung) und einer Plane (2x3m) ein vollwertiges Lager baue. Da die Zeckenplage nun auch Norddeutschland erreicht zu haben scheint, wollte ich ungern auf dem Boden (ohne Netz) schlafen, sondern lieber in einer Hängematte, außerdem reizte mich diese Idee sowieso schon länger. Ich habe im Internet verschiedene Versionen gesehen und wollte nun mein eigenes Glück probieren.

Zunächst einmal habe ich mir den Rahmen gebildet, als ich einen geeigneten Baum, bzw. derer drei gefunden habe.

2013-05-18_20-29-19_804

Der stark nach hinten gebogene Baum auf diesem Bild ist eigentlich gar nicht auf Spannung, der ist so gewachsen, ich habe lediglich das übrige Seil dort befestigt, damit es nicht auf dem Boden liegt (es hat non stop geregnet und alles war seeeehr durchnässt).

Eigentlich hatte ich gehofft, dass dieses Rahmenseil ausreichen würde um auch als Trageseil für das Dach zu fungieren. War es leider nicht, wenn auch knapp. 20m wären hier beim nächsten Mal die bessere Wahl. Hatte aber genug Seil mit.

Als nächstes habe ich mir nun die querstreben gewickelt. Wie man sieht, immer zweimal um den Rahmen (Seil) herum, damit es Stabilität bekommt und nicht so leicht verrutscht. Auch hier war die eigentliche Schnur zu kurz, meine Ersatzschnur (die zwangsweise auch die Trägerschnur für das Dach werden musste) war durch ihre Doppelbelastung leider auch knapp zu kurz. Nächstes mal 20m Seil und 20-25m Schnur (je enger man die einzelnen Streben legen kann, desto gemütlicher wird es meiner Meinung nach).

2013-05-18_20-46-04_13

Und hier aus der Nähe

2013-05-18_20-46-10_195

Man sieht hier schon, das hinten im breiteren Ende (Kopfseite) nicht mehr genügend Schnur übrig war um es wirklich dicht zu bekommen. Einen weiteren Fehler sieht man hier schon ganz gut, den Höhenunterschied. Das engere Fußende ist etwas höher als das Kopfende (es sollte entweder anders herum oder plan sein) zudem ist die eine Seite angehoben.

Zuletzt habe ich die Plane um die Liegefläche gewickelt und sie dann nach oben über die Trägerschnur für das Dach gelegt um sie danach vernünftig abzuspannen.

2013-05-18_21-07-42_438

(Sorry für die schlechte Bildqualität, es wurde zusehends dunkler)

2013-05-18_21-07-48_789

Und hier sieht man dann die finale Dummheit. Dadurch, dass ich das Dach abgespannt habe, dieses aber unmittelbar mit der Liefefläche verbunden ist, habe ich die Hängematte einseitig angehoben und eine Schräge geschaffen. Legt man sich dann hinein kommt das nächste Problem, weil die Hängematte sich ja senkt und das die Plane speziell das Dach unter erhebliche Spannung versetzt. Gut dass ich Plane nutze, ein Tarp hätte es glatt zerrissen!!

Man sollte beim abspannten des Daches und überhaupt bei der Konstruktion bedenken, dass man genug spiel hat, dass sich die Hängematte senken kann ohne die Plane zu sehr zu belasten. Dadurch hat man auch gleich den Vorteil, dass es die Liegefläche nicht anhebt. Ich werde jedoch auf ein anderes System ausweichen. grundsätzlich gefällt mir diese 1x Seil, 1x Schnur und 1x Plane Variante ganz gut, wenn man meine Fehler nicht macht klappt es auch, ABER ich werde beim nächsten Mal das Dach einzeln aufbauen, unabhängig von der Liegefäche, das hat einfach den Grund, dass es mir nicht soo gut gefiel, dass die eine Seite des Lagers komplett blickdicht für mich war! Für die Liegefläche selber nehme ich 25m Paracord, wodurch ich schön eng „weben“ kann. Als Liegeflächenverstärkung werde ich wohl keine Plane nehmen, sondern eine Notfallfolie (nicht diese Version aus dem 1. Hilfe Kasten, sondern die etwas dickere silberne, kostet so um die 3€). Damit hat sich am Gewicht kaum etwas verändert, das Dach ist flexibler aufzubauen (da nicht mit der Liegefläche verbunden, wodurch ja auch reichlich Fläche verloren geht).

So oder so, das abgebildete Lager hat mich trotz massiven Regen trocken gehalten und ich habe sogar ziemlich gut gelegen. Die fehlende Schnüre beim Kopfteil gab n bisschen Kopfschmerzen weil ich direkt auf den hart gespannten  Seilen lag (da war auch keine Plane mehr drüber) aber insgesamt noch immer (!) ein deutlich (!!!) angenehmeres und gemütlicheres liegen aus auf der Iso Matte!! Sogar noch angenehmer als auf einer der aufblasbaren Matten.

Ich freue mich sehr auf die nächste Tour, wo ich die Konstruktionsfehler vermeiden werde. 🙂

In diesem Sinne.

Hier auch mal ein Video zu einer anderen Version einer Seil Hängematte:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s