Outdoor Nahrung

Outdoor Nahrung – Eine Geschichte voller Missverständnisse und Probleme. Ich war lange Zeit auf der Suche nach idealen Nahrungsmitteln für jegliche Art von Tour. Die Ansprüche waren hoch, denn es sollten mehrere Punkte erfüllt werden.

Das Volumen durfte nicht zu groß sein, sonst bekommt man bei einer mehrtätigen Tour schnell Probleme alles unter zu bekommen oder braucht schlicht einen sehr großen Rucksack. Der nächste Punkt war dann natürlich das Gewicht. Volumen und Gewicht hängen ja nicht immer zusammen. Das Gewicht durfte auch nicht zu hoch sein, man muss es schließlich tragen. Auch wenn es zu den Verbrauchsgütern zählt, zumindest am ersten Tag muss man das volle Gewicht schleppen und dann wird es eben langsam weniger. Es musste natürlich sehr nahrhaft sein, denn bei einer richtigen Trecking Tour verbrennt man Unmengen an Kalorien und die sollte man natürlich so weit es möglich ist decken. Die Nährstoffbilanz muss auch stimmen, denn nur Kalorien machens auch nicht, man muss den Körper schon mit allem versorgen was er braucht. Schmecken sollte es natürlich auch soweit und die Zubereitung weder viel Müll noch viel Arbeit machen. Bei unserer Art Tour brauchen wir wirklich die Zeit für das Bewältigen der Tour und das Essen ist mehr oder minder wie das Tanken für das Auto. Sicherlich ist mit der Schokolade ein wenig Seelennahrung dabei, aber primär ist es da, um unsere Energie wieder herzustellen.

Man merkt also schon, dass ist nicht so ganz leicht, zumindest nicht, wenn man besagte Punkte beachten möchte.

Ich fing an wie die meisten, Brote, Käse und Salamie. Schokolade durfte (und darf) natürlich auch nie fehlen. Ideal war das dennoch nicht und mit mehreren Nachteilen verbunden. Ich bin dann auf die bekannten Gefriergetrockneten Produkte umgestiegen. Zuerst Travel Lunch und dann, weil Globetrotter es nicht im Programm hat eben Trek ‘n eat oder dieses Farmers Lunch. Damit hatte ich dann erstmal sowas wie einen heiligen Gral gefunden. Das Essen schmeckt auf Tour sehr gut, es ist was warmes, schnell zuzubereiten und relativ reichhaltig. So gab es immer Müsli morgens, mittags meist Panzerkekse und Abends eben das Travel Lunch. Ich kann es wirklich empfehlen. Daheim bekomme ich (außer dem Müsli und Panzerkekse) nichts davon runter, aber unterwegs ist es wirklich köstlich 🙂

So einige Touren habe ich mit diesem Proviant bestanden, aber es gab zusehends Dinge, die mich störten. Da war erstmal das Volumen. In den Packungen ist immer viel Luft mit eingeschlossen. Das konnte ich damit lösen, dass ich mir einer Nadel ein kleines Loch in die Packung gestochen und die Luft abgelassen habe. Dann einen Kleber darüber und schon hatte man dass Volumen reduziert. Das restliche Volumen war aber noch immer nicht wirklich gering, aber akzeptabel. Dann waren da die Kalorien. Schon nicht schlecht, aber letztlich für das Gewicht/Volumen zu wenig. Dass war aber auch noch im akzeptablen Rahmen und nicht das, was mich am meisten störte. Was mir ein Dorn im Auge war, war die Abhängigkeit von Feuer und Wasser!

Das Müsli brauchte nur 300-400ml Wasser und dann war es fertig. Das Travel Lunch brauchte in der Regel 500-800ml Wasser und man benötigte etwas, um das Wasser zu erhitzen. Ohne heißes Wasser ist es nicht wirklich essbar, eigentlich sogar gar nicht! Das alles bringt zwei massive Nachteile mit sich.

Erstmal der Wassernachteil. Man muss bei seiner Wasserversorgung sein Essen mit einrechnen. Nur leider ist es nicht so, dass das Travel Lunch auch den Durst löscht. Ganz im Gegenteil, die Hauptmahlzeit ist kräftig gewürzt. Das ist schön, aber verursacht eben doch kräftigen Durst. Nun ist es also so, dass wenn man sich Abends irgendwo zum ruhen aufhält um die Nacht abzuwarten, dann braucht man ca. 700ml für das Travel Lunch und nochmal gut 300ml für das Müsli am Morgen. Hat man also noch etwa einen Liter Wasser dabei, geht das komplett für die Nahrung drauf! Damit hat man noch nicht einen Schluck Wasser getrunken um seinen Durst zu löschen. So musste man am Abend eigentlich nach Möglichkeit immer zwei gefüllte Literflaschen haben. Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass das nicht immer machbar ist je nach Umgebung. Im Sommer hatte ich schon mehrfach das Problem überhaupt Wasser zu finden!

Dann war da das Problem, dass das Wasser ja auch irgendwie erwärmt werden muss! Am besten sogar kochen. Das heißt, ohne die Möglichkeit das Wasser zu erhitzen, kann man die Nahrung nicht zu sich nehmen. Da ich, wenn ich mit Kocher unterwegs bin, einen Hobo Kocher mit mithabe, ist das auch nicht immer so ganz einfach. Aber auch bei allen anderen Systemen ist dass so eine Sache. Zum einen muss man den Brennstoff mit sich schleppen um täglich 600-800ml Wasser zu kochen(!), zum anderen ist kein System unfehlbar! Sei es der Kälte wegen oder wegen einem Schaden, einem kaputten Ventil oder was auch immer. Ohne Feuer kein Essen!

Diese Abhängigkeit sagte mir so ganz und gar nicht zu. Ich wollte, dass das Feuer nicht zu einem Pflichtprogramm wird, sondern zu einem Luxus, einer Option wenn es die Gegebenheiten zulassen.

Nach längerem schauen bin ich dann bei Pemmikan gelandet. Hat etwa die Konsitenz von Knetmasse, lässt sich auch genausogut formen. Es ist Vakuum verpackt und hat dadurch ein ziemlich kleines Packmaß bei gleichzeitig Massenhaft Kalorien. Eine Packung mit 200g hat gut über 1000Kcal, 20g Kohlenhydrate, 38g Eiweiß und 100 Fett. Pemmikan ist mittlerweile Expeditionsnahrung und wurde primär von den Indianern “erfunden” (auch andere Naturnahe Völker nutzten oder nutzen Pemmikan) und gegessen. Pemmikan ist im Prinzip Schmalz, getrocknetes und pulversiertes Fleisch, Früchte und Kräuter. Es hat also wirklich alles, was man braucht.

Geschmacklich klingt es nicht sonderlich ansprechend aber ich muss sagen, ich mag es sehr gerne, vor allem die “Röstzwiebel” Variante. Es gibt noch Schinken und Chili, sowie Neutral und Frucht. Röstzwiebel ist mir aber am liebsten. Man kann Pemmikan auf verschiedene Art zu sich nehmen, entweder pur aus der Packung (so mache ich es) oder man legt sich noch eine Scheibe Brot drunter (auch sehr lecker) oder macht eine Suppe, ein Püree oder einen Eintopf daraus. Hier ist Feuer also eine Option, man braucht es nicht! Auch Wasser ist nicht notwendig um es zu essen und ich bevorzuge die pure Variante ohnehin.

Beim Frühstück bin ich auf Oatsnack umgestiegen. Das dürfte den meisten bekannt sein. Sehr sättigende, nahrhafte Riegel die einfach lecker sind. Kein Wasser notwendig! Mittags gibt es nicht mehr die Panzerkekse sondern Macadamia Nüsse und Schokolade. Beides hat viel Kalorien und gerade die Macadamia Nüsse haben gutes Fett, beides schmeckt lecker und auch dafür braucht man nichts.

Ich komme damit auf 450g Nahrung pro Tag, bei minimalem Volumen, maximaler Sättigung, maximalen Kalorien, leckerem Geschmack sowie vollständiger Unabhängigkeit von Wasser oder Feuer.

Am Tag gibt es dann immer eine Multivitamin Brausetablette ins Wasser, die wiegen kaum etwas, geben dem Körper Vitamine und Mineralstoffe (gerade Magnesium ist sehr wichtig) und “Wasser mit Geschmack” ist einfach auch für den Kopf und die Geschmacksnerven sehr gut! Am Abend gibt es, wenn sich die Möglichkeit bietet, eine kleine heiße Brühe. Dafür nutzen wir kleine Brühwürfel. Wiegen auch nichts und schmecken sehr lecker. Das ist dann wieder ein Luxus Artikel. Muss man drauf verzichten ist es nicht schlimm, hat man es, freut man sich. Das wärmt den Körper gut und der Elektrolyt Haushalt wird auch noch mit aufgefüllt. Zu aller letzt genannt, zu aller erst genutzt steht der Kaffee am Morgen! Bisher gab es noch keine Tour bei dem ich morgens keinen Kaffee trank. Es gibt viele Möglichkeiten aber der lösliche Kaffee ist und bleibt die praktischste Variante. Als eigetlicher großer Gegner von löslichem Kaffee muss ich sagen, auf der Tour ist löslicher Kaffee tausend Mal besser als gar kein Kaffee!! Ich hatte oft kleine Filter und “echten” Kaffee mit, das klappt auch prima, ist aber wieder Kleinkram den man mit sich schleppt, man braucht eine Box mit dem Kaffee, muss richtig dosieren etc. Nun nutze ich einfach diese Sticks mit löslichem Kaffee, wo genau die Menge für eine Tasse drin ist. Wasser erwärmen, Inhalt des Sticks in den Becher, Wasser drauf, fertig! Wenn man hier auf die hochwertigen Marken setzt, dann ist der Geschmack wirklich nicht schlecht, versüßt einem auf jeden Fall den Start in den Tag.

Man kann sich über die Verpflegung also reichlich Gedanken machen. Im Moment bin ich ziemlich überzeugt davon, dass ich diesen Bereich für mich und meine Touren perfektioniert habe. Wenn jemand jedoch Verbesserungsvorschläge hat, immer her damit. Trecking ist ein Prozess der permanenten Optimierung und des Abenteuers.

In diesem Sinne.

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