High Tech Hobo Kocher

Nun, ich habe vor einiger Zeit schonmal einen Bericht über meinen Hobo Kocher geschrieben, daher will ich gar nicht erst groß ausführen was das ist und warum ich ihn klasse finde.

Hier findet ihr den entsprechenden Artikel dazu. Wenn also gar nicht so recht bekannt ist, was ein Hobo Kocher ist, würde ich den verlinkten Artikel von mir empfehlen um sich etwas einzulesen. Auch dort ist es nur grob gehalten, denn das Prinzip ist sehr einfach, was ihn eben so zuverlässig und robust macht.
Nun habe ich in besagtem Artikel auch von dem High-Tech Vargo Hexagon geschrieben, viel mehr um Infos gebeten, leider habe ich keinerlei Informationen bekommen und irgendwie wuchs auch meine Neugier. Er machte jedoch auf mich einen eher fragilen Eindruck, wirkte wenig vertrauenerweckend, klein und war zudem noch höllisch teuer., weswegen ich immer ein wenig Abstand hielt. Nun, davon hat sich vieles revidiert (der Preis nicht ^^)!

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Auf der linken Seite haben wir den High Tech Hobo Kocher, auf der rechten Seite den Ikea Besteckkorb Hobo Kocher. Ich liebe meinen Ikea Hobo Kocher heiß und innig und er hat mir wahrlich treue Dienste geleistet, vor allem wenn man bedenkt, dass er nur lächerliche 3€ gekostet hat. Da stehen Preis/Leistung in einem Verhältnis, wie man es sich nur wünschen kann. ABER, und hier kommt der Pferdefuß, das Problem liegt an anderer Stelle und zwar an dem Volumen! Selbst das Gewicht ist eigentlich noch so human, dass man damit leben kann, aber das Volumen ist schon nicht gering, gerade auch wenn man bedenkt, dass man noch einen Topf mit sich führt, ist der Rucksack ganz schnell voll! Das Bild gibt hier keinen wirklichen Größenvergleich.

Nach der Tour im Oktober 2012 habe ich einiges in Sachen Ausrüstung verändert. Der Rucksack sollte nicht nur bedeutend kleiner werden (bye bye Lastenkraxe) sondern eben auch noch leichter! Um das zu erreichen, mussten sich eben einiges ändern und ganz oben auf der Liste stand ein sorgfältiger Ausrüstungscheck. Was braucht man, was hat man und wie lässt sich für den jeweiligen Bereich das Optimale finden?!
Nun, mir war klar, dass ich bei dem Hobo Kocher bleiben wollte, doch da ich vorhatte von der Lastenkraxe auf einen 40l Rucksack umzusteigen, war das Volumen einfach nicht mehr tragbar, im wahrsten Sinne. So bin ich letztendlich wieder auf den Hexagon gestoßen. 140g sind ein gutes Gewicht, damit kann man für einen vollwertigen Kocher leben (ja, ich weiß, es gibt leichtere, aber ich erhebe nicht den UL Anspruch auch wenn ich nahezu UL unterwegs bin). Den Brennstoff findet man unterwegs (und hier spart man wieder Gewicht ^^), so dass man nur noch ein paar Anzündhilfen braucht die man bei sich trägt, sollte sich unterwegs kein Zunder finden lassen. Eigentlich ließe sich immer etwas zum anfeuern finden, oder man könnte es eben herstellen, das ist ein gewisser Luxus oder eine gewisse Bequemlichkeit die ich mir gönne. Ganz weit vorne sind weiterhin die Light my Fire Maya Sticks. Ich habe mir da kleine Stücke von gemacht und sie sind ideal zum anzünden, wiegen wenig und brennen heiß und lange! Gerade wenn man Abends eine heiße Brühe trinken möchte ist es sehr angenehm, sich nicht erst noch Zunder herstellen zu müssen. Wie gesagt, ein Luxus. So oder so hält sich das Kocher Gewicht sehr in Grenzen. Das tollste jedoch ist, dass sich der Hobo Kocher flach zusammenfalten lässt, so dass er in etwa die Dicke von einem Tempotaschentusch hat und die Fläche von etwas mehr als einer CD Hülle. Im Vergleich also zu dem Ikea Kocher winzig!!
Das war jedoch auch einer meiner Kritikpunkte, dass zusammenfalten. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass das tatsächlich stabil sein könnte. Ist es aber! Sehr sogar! Das Zusammenfalten funktioniert prima und alles macht einen sehr wertigen und stabilen Eindruck. Auch das Konzept an sich sieht sehr überzeugend aus mit der kleinen Klappe um Brennstoff nachzuwerfen ohne dass man den Topf anheben muss, kleine Füße die dafür Sorgen dass der Kocher von unten Luft ziehen kann, kleine Rillen oben, dass der Topf nicht den “Schornstein” verschließt und so weiter und sofort! Kurz, dieser Kocher ist halt exakt seinem Zweck entsprechend gebaut! Natürlich hätte ich die Ikea Version entsprechend umbauen können, aber das Format hätte ich damit nicht hinbekommen, nicht mal annähernd, auch wäre das bei mir nicht so professionell geworden. Das Material, Titan, ist zudem natürlich bei weitem überlegen! Es kann sehr hohe Temperaturen problemlos vertragen und durch das verhältnismäßig dünnwandige Material kühlt es sehr schnell wieder ab und es ist eben sehr leicht. Soweit die Theorie, der Hobo Kocher sollte sich dann auch in der Praxis bewähren.
Ich halte nichts davon sowas im Garten zu testen, sondern lieber unter echten Bedingungen, wenn man eben unterwegs ist. So kam er dann das erste Mal bei einer Wintertour im Teutoburger Wald (Ein Teil des Eggewegs, Bericht folgt) zum Einsatz. Das Holz war ideal Gefriergetrocknet, bot also perfektes Brennholz wenn man den Schnee abklopfte. Mit einem Anzünder habe ich so sehr schnell ein Feuer in Gang bekommen. Zuerst war ich ja skeptisch ob der Größe des Kochers, aber die ist perfekt. Ich habe einen Topf mit 500ml Inhalt hervorragend hinaufstellen können, größeres wäre problemlos auch möglich, kleineres auch. Die Stellfläche hat also ein gutes Mittelmaß.
Als ich das Feuer in Gang gebracht hatte und den Topf hinaufstellte war schon klar, dies würde ein Stück Lieblingsausrüstung werden! Der Topf fand eine gute Auflage, die vorgesehenen Kerben sorgten dafür, dass er das Feuer bzw. den Schornstein nicht abdeckte, so stellte man den Topf hinauf und gut war. Der Hobo Kocher selber stand sehr stabil, die zu öffnende Klappt sorgte dafür, dass man sehr komfortabel neues Brennmaterial ins Feuer legen konnte, ohne den Topf anheben zu müssen (wie bei der Ikea Version). Die kleinen Füße sorgten für genügend Abstand zum Boden, so dass das Feuer von unten Sauerstoff ziehen konnte und man den Kamineffekt hatte (bei der Ikea Version suchte ich immer ein paar Steine die ich darunter legte um von unten Luft ziehen zu können). Ich war schlichtweg begeistert wie gut das funktionierte!

Was die Dauer angeht bis das Wasser kochte, dazu kann ich nichts objektives sagen, wir hatten -12 Grad, das Wasser das wir nutzten war nur deswegen nicht gefroren, weil es in Bewegung war, es ist also eine Wassertemperatur um den Gefrierpunkt anzunehmen. Das hat bei 500ml etwa 20 vielleicht sogar 30 Minuten gedauert, der eisige, kräftig pustende Ostwind hat natürlich dazu beigetragen die Zeit bis zum Siedepunkt zu verzögern. Dass ist nicht sonderlich schnell, ohne Zweifel, ich bin mir aber sicher, dass der Besteckkorb Hobo Kocher wesentlich mehr Zeit beansprucht hätte. Hier waren einfach die Umstände besonders hart. Der Wind hat zwar für ein ständiges Anfeuern gesorgt, andererseits brannte dadurch alles so schnell runter, dass ich permanent nachlegen musste und man keine konstante fokussierte Hitze hatte. Aber man muss sich da keine Illusionen machen, an die Geschwindigkeit eines bspw. Gaskochers kommt ein Hobo Kocher bei weitem nicht ran, dass ist auch gar nicht der Anspruch. Der Hobo Kocher hat etwas gemütlicheres, ein wenig Lager(Feuer) Atmosphäre und man schleppt eben keinen Brennstoff mit sich herum. Ist man in Vegetationsfreier Zone und geht es einem nur darum in möglichst kurzer Zeit eine gewisse Menge bspw. Wasser zu erhitzen, dann ist der Hobo Kocher wohl nicht die erste Wahl. Will man Gewicht und Volumen sparen und bringt es einen nicht um, dass man ggf. ein paar Minuten länger auf das kochende Wasser warten muss, mag man Feuer, es zu beobachten und zu pflegen, ist der Hobo Kocher prima.
Da wir in Island weitestgehend Baumfrei unterwegs sein werden, mussten wir uns da natürlich einen Plan B überlegen. Hier hat sich die Kombination mit einem Spirituskocher als Ideal erwiesen. Der Hobo Kocher dient hierbei als Windschutz. Man führt eine geringe Menge Spiritus mit sich und hat so die Möglichkeit auf einen heißen Kaffee, auch wenn weit und breit kein Ast oder Zweig zu finden ist. Der Spirituskocher selber hat sehr geringes Volumen und das Gewicht ist ebenfalls kaum erwähnenswert. So haben 500ml bei -2 Grad Außentemperatur und mittleren Wind nur knapp 7 Minuten gebraucht und zu kochen. Der Hobo Kocher hat hier die perfekte Form um mit dem Klassiker, dem Trangia Kocher kombiniert zu werden. Spiritus einfüllen, Topf auf den Hobo Kocher, Spiritus anzünden, Klappe vom Hobo Kocher dicht machen und eben 7 Minuten warten bis es kocht, fertig
Wie dem auch sei, ich bin sehr begeistert! Es ist einfach kaum zu übersehen, dass dieser Hobo Kocher auf seinen Zweck hin perfektioniert wurde. Nach dem ersten Feuer hat er dann auch brav seine Farbe geändert und die bekannten Blau bis Lila Töne bekommen die Titan unter Hitzeentwicklung entwickelt. Sehr schön wie ich finde. Wenn Ausrüstung gepflegt aber benutzt aussieht, ist sie immer am schönsten 🙂

Also ich kann hier wirklich eine klare Kaufempfehlung aussprechen, allerdings nur für den fortgeschrittenen Waldläufer! Warum für den fortgeschrittenen? Einfach wegen dem Preis! Wenn man gerade erst anfängt, wird es wohl erstmal die Ikea Version tun, definitiv sogar (siehe Reisebericht zu Schottland Teil 1, 2 und 3). Ist man dann dabei seine Ausrüstung zu perfektionieren, weil einfach die Anforderungen der geplanten Touren andere werden, dann kann man sehr gut auf diesen High Tech Hobo Kocher umsteigen, ich denke einen mit weniger Volumen und/oder Gewicht wird man nicht finden.

In diesem Sinne

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